Grundbuch von Weissstein

Hallo liebe Liste,

mein Grossvater, Reinhold CONRAD, *15 Maerz 1890, war Eigentuemer eines Mietshauses in Weissstein, Krs. Waldenburg.

Anlaesslich meines Kurzurlaubes in Schlesien konnten wir uns von dem auesseren Zustand des Hauses ueberzeugen. Der Verputz und die Fenster muessten dringend renoviert werden. Das Umfeld hat sich dahingehend veraendert, dass in der unmittelbaren Nachbarschaft (wahrscheinlich in den 70iger Jahren) zwei neue Wohnblocks gebaut wurden. Der frueher Friedhof, wo meine Grossmutter beerdigt wurde, war nicht mehr vorhanden.

Dazu habe ich nun zwei allgemeine Fragen:

a) Wurde der polnische Staat nach dem Krieg Eigentuemer dieses Hauses?

b)Gibt es Moeglichkeiten, dass fruehere Grundbuchamt von Weissstein einzusehen?

Ganz kurz moechte ich nochmals auf meine Schlesienreise zurueckkommen:

Mein Ziel war es u.a., mir Orte - wo meine Vorfahren gelebt haben - anzusehen. Ich habe dazu 2 Beispiele:

RUDELSTADT
Laut einer Information von Frau Iwen muss dieser Ort frueher rd. 1500 Einwohner gehabt haben. Was wir vorfanden war eine weit verstreute Anzahl von Haeuser mit vielleicht ein paar Hundert Einwohnern.

WERNERSDORF
Obwohl in der Landkarte vom Hoefer-Verlag eingezeichnet haben wir verzweifelt versucht, den Ort zu finden. Fehlanzeige! Er existiert jetzt wohl nicht mehr.

Dies noch als Ergaenzung zu meinem Reisebericht.

Ich wuensche allen noch einen schoenen Sonntag
Gerhard Conrad

Hallo Gerhard,

a) Wurde der polnische Staat nach dem Krieg Eigentuemer dieses Hauses?

Offiziell hiess es kurz nach dem Kriege: "Eigentum der polnischen
Regierung". Anlaesslich meines kuerzlichen Besuches wurde ich informiert,
dass noch viele Immobilien der Kommune, also der Stadt, gehoeren. Man
moechte sie an private Investoren verkaufen. Auslaender sind meines
Erachtens zur Zeit noch unerwuenscht. Das Problem ist: Die Substanz der
Haeuser ist verfallen, dank der Fehlwirtschaft des Sozialismus. Das
Steueraufkommen der Stadt ist gleich null, also kein Geld. Mieten sind sehr
gering. Es lohnt sich fuer einen Privatmann nicht, auch nicht fuer einen
Polen, die Haeuser herzurichten, zu modernisieren, ausser fuer den
Eigenbedarf. Fuer die zu erziehlenden Mieten einfach zu teuer. Wohin mit den
alten Mietern. Wer moechte schon der "boese Buhmann" sein? Ein Teufelskreis!
Siehe auch meinen aufpolierten Reisebericht unter:
http://www.boehm-chronik.com/stadtfriedland/heimatgruppe.htm

Viele Gruesse aus Upstate New York,
Guenter

Hallo Gerhard,

die Antwort zu den Eigentumsverh�ltnissen hast Du ja bereits bekommen.
Genauso hat man es uns auch erkl�rt; Eigent�mer war bzw. ist heute noch
oftmals der polnische Staat, der nat�rlich keine Renovierungen vornehmen
lassen konnte. Warum sollten sich dann also die polnischen Mieter um den
Erhalt der H�user bem�hen? Das heutige Ergebnis ist doch ganz logisch.

Zum Grundbuchamt muss ich Dir leider sagen, dass man uns in derartige Akten
nicht gern Einblick gibt. Mit einer Forschungsgenehmigung zur Ahnenforschung
bleiben Dir diese Akten verwehrt, aber im Staatsarchiv Breslau bekommst Du
die Akten der "Regierung Liegnitz, Katasterverwaltung" (= Nr. 21 im
gedruckten Bestandsverzeichnis). Im Staatsarchiv in Hirschberg kommt man an
derartige Akten nicht dran, also wird es in Waldenburg genauso sein. Aber
man lockert nun die Bestimmungen; seit einiger Zeit lasse ich mir die
Genehmigung zur Ortsgeschichte eines einzelnen Ortes ausstellen und w�hrend
man mir im Juni 2000 noch nicht die Einsicht gewehrte, habe ich im September
2000 und im Mai 2001 die Katasteramtsunterlagen zu diesem Ort einsehen
d�rfen (aber nicht kopieren lassen d�rfen).

Welches Wernersdorf meinst Du? Ich wei� seit kurzem, dass meine
Meischter-Vorfahren aus Wernersdorf im Kreis Hirschberg stammen und m�chte
mir demn�chst diesen Ort ansehen.

Herzliche Gr��e

Doris Baumert

Hallo liebe Liste,

mein Grossvater, Reinhold CONRAD, *15 Maerz 1890, war Eigentuemer eines
Mietshauses in Weissstein, Krs. Waldenburg.

Anlaesslich meines Kurzurlaubes in Schlesien konnten wir uns von dem
auesseren Zustand des Hauses ueberzeugen. Der Verputz und die Fenster
muessten dringend renoviert werden. Das Umfeld hat sich dahingehend
veraendert, dass in der unmittelbaren Nachbarschaft (wahrscheinlich in den
70iger Jahren) zwei neue Wohnblocks gebaut wurden. Der frueher Friedhof, wo
meine Grossmutter beerdigt wurde, war nicht mehr vorhanden.

Dazu habe ich nun zwei allgemeine Fragen:

a) Wurde der polnische Staat nach dem Krieg Eigentuemer dieses Hauses?

b)Gibt es Moeglichkeiten, dass fruehere Grundbuchamt von Weissstein
einzusehen?

Ganz kurz moechte ich nochmals auf meine Schlesienreise zurueckkommen:

Mein Ziel war es u.a., mir Orte - wo meine Vorfahren gelebt haben -
anzusehen. Ich habe dazu 2 Beispiele:

RUDELSTADT
Laut einer Information von Frau Iwen muss dieser Ort frueher rd. 1500
Einwohner gehabt haben. Was wir vorfanden war eine weit verstreute Anzahl
von Haeuser mit vielleicht ein paar Hundert Einwohnern.

WERNERSDORF
Obwohl in der Landkarte vom Hoefer-Verlag eingezeichnet haben wir
verzweifelt versucht, den Ort zu finden. Fehlanzeige! Er existiert jetzt
wohl nicht mehr.

Dies noch als Ergaenzung zu meinem Reisebericht.

Ich wuensche allen noch einen schoenen Sonntag
Gerhard Conrad

Hallo Gerhard Conrad,
Gerhard Conrad schrieb:
.....

Dazu habe ich nun zwei allgemeine Fragen:
a) Wurde der polnische Staat nach dem Krieg Eigentuemer dieses Hauses?

b)Gibt es Moeglichkeiten, dass fruehere Grundbuchamt von Weissstein
einzusehen?

Nach dem Bestandsverzeichnis des Staatsarchivs Breslau gibt es zwei Best�nde,
die hier eventuell in Frage kommen:
1. Akten der Gemeinde Wei�stein/Akta gminy Bialy Kamien 1754 - 1945.
Er umfa�t nur 39 Akteneinheiten, soll sehr l�ckenhaft sein und enth�lt
Militaria, Gerichtswesen (Protokolle, Sch�ffengericht, Pachten),
Bev�lkerungsstatistik, Rechnungswesen, Bauwesen.
2. Katasteramt Waldenburg 1865 - 1945, 290 Akteneinheiten
Katasterakten der Gemeinden und Gutsbezirke in alphabetischer Reihenfolge:
Verzeichnisse der Eigent�mer, Geb�udeb�cher, Vermessungen, Taxation der
Grundst�cke und Geb�ude.
Beide Best�nde sind m.W. nach Kamenz/Kamieniec Zabkowicki ausgelagert.
MfG
Volker Gr�nenwald