Gesucht werden Aufzeichnungen oder Tagebuch Einträge

Hallo Forschende,

ich habe mal ein ganz anderes Thema zur Ahnenforschung. Wir sind alle dabei Vorfahren zu finden, suchen nach Urkunden, Quellen über Geburt, Heirat und Tod. Mal erfolgreich, mal weniger bis hin zum toten Punkt.

Was ich aber vermisse, sind die Geschichten.

z.B. Wie kam es dazu, dass ein Vorfahre von Schlesien ins Ruhrgebiet zog? Klar, meist wegen einem Job beim Bergbau. Aber wie war die Reise in dem Fall von Schlesien, Ostpreußen oder woanders her? Es gab z.B. 1800 keine Autos und keine Züge.

Also waren die Wege besonders beschwerlich, wo haben sie Halt gemacht, übernachtet, wie kamen sie an Mahlzeiten usw…

Meine konkrete Frage an die Forscher, hat jemand Tagebücher oder Aufzeichnungen von seinen Vorfahren gefunden?

Das ist doch sicherlich ein spannendes Thema.

In einem Fall meiner direkten Vorfahren ist jemand 1802 in Niederschlesien geboren, zog dann irgendwann über Liebornl Warendorf, wo er seine spätere Frau kennen gelernt hat, über Erkrath, Mettmann, Wülfrath, Velbert und schließlich nach Essen.

In Erkrath haben sie während einer Eisenbahn Fahrt einen Sohn 1842 bekommen und er war wohl auch bei der Eisenbahn beschäftigt.

Wie gesagt vielleicht hat ja der eine oder andere doch Aufzeichnungen über das Leben usw.. gefunden.

liebe Grüße

Jürgen

Hallo, Jürgen,

Du sprichst mir aus der Seele!
Ich bin auch sehr an der „Geschichte“ meiner Familie (und die vielen Unterzweige) interessiert und versuche seit einigen Jahren, alles aufzutreiben, was die Generationen vor mir niedergeschrieben hatten. Hier bewahrheitet sich auch die Ahnenforscher-Weisheit „Rede mit den Alten und Deinen Cousins und Cousinen!“.

Allerdings werde ich diese „Chronik“ meiner Familie noch selbst verfassen müssen, denn vieles ist logischerweise immer nur aus dem Blickwinkel Einzelner und zu einer bestimmten Zeit geschrieben worden. Der väterliche Zweig z.B. (FN Freyer) war wohl zunächst in Thüringen/Brandenburg zuhause und orientierte sich wie viel andere im Rahmen der Ostsiedlung ab dem 13. Jahrhundert nach Schlesien. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begannen dann meine Ahnen, sich wieder Richtung Westen (Harz) zu begeben und nach dem 2. Weltkrieg dann endgültig in die damalige BRD.

Die Beschäftigung mit meinem Stammbaum ist unerlässlich, dient sie doch im wesentlichen dazu, mir den „roten Faden“ zu liefern. Es erlaubt mir trotzdem, sich auch mit einer nicht ganz perfekten Quellenlage zufrieden zu geben (auch zu müssen, wenn irgendetwas partout nicht auffindbar ist). Das (zwangsläufige) Fehlen einiger Urkunden behindert das Schreiben einer Chronik nicht wesentlich. Viel wichtiger ist mir jedenfalls, die persönliche Geschicke und Wege meiner Vorfahren in die gesamte bewegte Geschichte Zentraleuropas der letzten Jahrhunderte einzuordnen, d.h. „warum“ (!) waren sie ausgerechnet da und dort - bzw. warum bewegten sie sich wieder fort? Mir ist es gelungen, eine Vielzahl von Facetten zu sammeln, aber das „Große Ganze“ muss wie gesagt noch zu Papier gebracht werden.

Viel Erfolg bei Deinen Bemühungen!

VG, Christian (Freyer).

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Hallo Jürgen,

das ist in der Tat sehr interessant, eigentlich sogar noch wichtiger als ein Stammbaum.

Mir liegen einige Berichte vor:

  • Tagebuch meines Vaters aus dem 2. Weltkrieg und der sowjetischen Gefangenschaft (online)
  • Bericht meiner Mutter und meines Halbbruders über die letzte Kriegszeit in Cammin (Pommern) und die Flucht über Berlin nach Warendorf (Westfalen) (online)
  • Erzählung meiner Tante über ihr Leben (z.B. wie Verwandte ihre Wohnung einrichteten, während sie auf Hochzeitsreise waren!)
  • Bericht meines Onkels über seine Zeit in der Luftwaffe (Flak) vor und im 2. Weltkrieg und in der Gefangenschaft

Übrigens glaube ich, dass auch meine Vorfahren (FN Schrödter) aus Sachsen stammen und später nach Niederschlesien kamen. Wie kann man das erforschen?

Der Vorfahr meiner Frau wiederum (FN Haake) wurde 1742 im heutigen Gummersbach geboren und hat 1764 in Eichlinghofen (heute Dortmund) geheiratet. Was trieb ihn hierher? (Mein Ansatz: Beides sind Bergbaugebiete.)

Interessant wäre auch, Wettererreignisse und Klimaänderungen mit einzubeziehen.

Beste Grüße!

Winfried (Schrödter)

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Hi,

ja ich denke auch es wird vielen so gehen.

Die Informationen bezog sich auch nicht auf meine Familie oder Forschung, sondern generell an andere die solche Aufzeichnungen vielleicht haben und gerne mal teilen wollen.

Um einen Einblick in das damalige Leber zu erhalten.

Grüße Jürgen