Genealogie - Panorama Österreich

Ahnenforschung: Herausforderungen und Erfolgsmomente

Der Berufsgenealoge Felix Gundacker betreibt seit 35 Jahren Ahnen- und Familienforschung und ist fasziniert vom Leben vergangener Zeiten. Er erlebt jedoch auch Momente, in denen er die damalige Zeit als „beschissen“ empfindet, wie beispielsweise im Fall einer Bauernfrau, die 1683 von Tataren verschleppt wurde. Trotz der Herausforderungen, die mit unvollständigen Archiven einhergehen, erlebt Gundacker jedes Mal einen Erfolgsmoment, wenn er den Urgroßvater eines Kunden findet.

Internationale Archivwoche

Die internationale Archivwoche, die noch bis zum 13. Juni stattfindet, steht unter dem Motto #ArchivesAreAccessible. Archive in ganz Österreich öffnen ihre Türen und präsentieren Bestände wie Meldezettel, Pfarrmatriken oder Toten- und Konskriptionsbescheide. Im Vergleich zu früher, als Genealogen tausende Kilometer zu Archiven fahren mussten, sind heute viele Daten online zugänglich, auch dank Plattformen wie GenTeam.

Tipps für Ahnenforschung

Gundacker lehnt Kunden ab, die nach „blauem Blut“ suchen. Viele Kunden haben nur ein vages Bild der letzten Generationen und die Forschung bricht oft mit den tradierten Familiengeschichten. Gundacker betont, dass jeder Ahnenforschung betreiben kann, auch von zu Hause aus. Als erste Quelle sollte man lebende Verwandte befragen und nach Dokumenten wie Taufscheinen oder Meldezetteln suchen. Ein Totenschein mit Name, Ort und Datum ist ideal für den Start der Ahnenforschung.

Archive und ihre Rolle

Hannes Tauber vom Wiener Stadt- und Landesarchiv betont, dass die Archive zwar keine Auftragsarbeiten übernehmen, aber die passenden Akten kostenlos heraussuchen. Die größte Hürde bei der Ahnenforschung sind Schrift und Sprache, da Beamte im 19. Jahrhundert nicht für heutige Leser schrieben und oft Kurrentschrift verwendeten.

Vom Namen zum vollständigen Bild

Gundacker vergleicht das Finden eines Namens im Archiv mit „Knochen“ und noch nicht mit „Fleisch“. Um ein vollständigeres Bild zu erhalten, empfiehlt er, Totenbeschauprotokolle und Verlassenschaftsabhandlungen zu konsultieren und sich im Heimatmuseum in die Lebensumstände der Vorfahren hineinzuversetzen.

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