Die Piasten-Dynastie, die seit 2014 von Wissenschaftlern des Instituts für Bioorganische Chemie der Polnischen Akademie der Wissenschaften und der Universität Posen untersucht wird, hat neue Erkenntnisse über ihre Abstammung und Verbindungen zu europäischen Königshäusern erbracht.
IDENTIFIZIERTE PIASTEN UND GENETISCHE MARKER
In acht piastischen Nekropolen wurden Knochenmaterial von 33 Personen entnommen, wobei die Identität von zehn Piasten bestätigt wurde.
Die älteste gesicherte Probe, die den Beginn der männlichen Linie der Piasten markiert, ist die DNA von Konrad von Masowien (reg. 1194-1247) und seinen Nachkommen.
Die Identität der Herzöge Stanislaus und Janus III. (reg. 1503-1526), der letzten Vertreter der masowischen Linie der Piasten, wurde ebenfalls bestätigt.
Die Analyse des Y-Chromosoms, das väterlicherseits vererbt wird, ergab, dass die Piasten zur Haplogruppe R1b-BY3549 gehören, die heute sehr selten ist.
MÜTTERLICHE LINIEN UND EUROPÄISCHE VERBINDUNGEN
Die mütterlichen genetischen Linien (mitochondriale DNA-Haplogruppen) verbinden die identifizierten Piasten mit einem breiten Kreis europäischer Königshäuser.
Die identifizierten Verbindungen umfassen über 200 historische Persönlichkeiten aus zehn Königsdynastien.
Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Piasten genetisch und wahrscheinlich auch kulturell eng mit der europäischen Aristokratie verbunden waren.
HERAUSFORDERUNGEN UND ZUKÜNFTIGE FORSCHUNG
Die genetische Genealogie mittelalterlicher Dynastien ist komplex, da die Identität der Überreste gesichert und die Repräsentativität der genetischen Merkmale für die gesamte Dynastie gewährleistet sein muss.
Die Forscher planen, die seltene Haplogruppe R1b-BY3549 bei Bestatteten auf der Insel zu untersuchen, um zu klären, ob sie bereits bei frühen Piasten vorhanden war.
Zukünftige Untersuchungen umfassen weitere Populationen, die am königlichen Hof lebten, sowie Proben von Schlesischen Piasten, um die väterliche Linie der masowischen Piasten für die gesamte Dynastie zu überprüfen.
INTERPRETATION DER ERGEBNISSE
Die Ergebnisse legen nahe, dass die Piasten nicht-lokale Ursprünge hatten und unterstützen die Hypothese, dass staatliche Gründungssprozesse im mittel- und osteuropäischen Raum im 9.-11. Jahrhundert nicht nur von lokalen Eliten, sondern auch von externen Einwanderern initiiert wurden.
Die seltene Haplogruppe R1b-BY3549 bei den masowischen Piasten erklärt sich möglicherweise durch die Anwesenheit von Personen mit dieser Gruppe, wie z.B. Wikingern, lange vor der Entstehung der Piasten-Dynastie.
Sources:
Zur Verfügung gestellt von news@genealogy.net - den Machern des Blog