Genanntname Gründer - Ehmsen

Einen guten Tag an die Liste,

bei meiner Ahnenforschung ist mehrmals der Zusatz „genannt“ zum
Geburtsnamen aufgetaucht. Zu diesen Genanntnamen habe ich im Internet
recherchiert. Gefunden habe ich aus welchen Gründen sie eingetragen wurden
(Kirchenbuch) und das sie ab/um 1800 nicht mehr üblich waren. Ich habe nun
aber einen Kirchenbucheintrag von 1848 wo dieser „Genanntname“ auftaucht.
Meine Fragen sind – wurden diesen Genanntnamen auch nach 1800 verwendet? Wer
hat einen Hinweis auf Gründer genannt Ehmsen geb. in Schulenburg? Wer hat
bei seinen Vorfahren eine Verknüpfung zwischen Gründer und Ehmsen.

Besten Dank im Voraus für Informationen

Heide (Thünler)

Guten Abend Heide!

Aus der eigenen Familienforschung ist mir ein Fall bekannt:

Der Junge wurde unehelich geboren und hieß nach der Mutter Behrens. Dazu kam der Zusatz "genannt Siegmann" nach dem Vater. Die Eltern haben bis zum Tod zusammengelebt aber nie geheiratet. Die Geburt war 1822 in Göttingen, der Namenzusatz blieb bis ins Erwachsenenalter.

Viele Grüße
Bernd

Sehr geehrte Frau Thuenker,
sehr geehrter Herr Siebert,

mindestens in mehreren Gebieten Westfalens wurde die mündliche Benennung nach dem Hof, auf den jemand eingeheiratet hatte oder mit dem er belehnt wurde, mindestens ab dem 18. Jahrhundert bei Verschriftlichungi Taufregistern mitübernommen - Geburtsname, genannt ... ( erworbener Hof). Mit Einführung der napoleonischen Standesämter wurde das dann sogar in staatliche Register übernommen, so Herzogtum Westfalen/Sauerland unter hessischer Herrschaft. Das wurde dann zunächst weitergeführt. Bis wann neu solche Doppelnamen gebildet und registriert wurden, das weiß ich nicht, es könnte um 1830 gewesen sein. Sogenannte "Versteinerung" der Namen, wenn eben mit "genannt", dann eben auch so in Standesamtsurkunden. Wenn einmal so festgelegt, so wird das bis heute fortgeführt. Auswendig erinnere ich mich an einen Bochumer Rechtsanwalt und Notar, heute:
www.mauer-partner.de › anwaelte › dr-andreas-vierhaus-gen-schulte-...

Dr. Andreas Vierhaus gen. Schulte-Vels | Mauer & Partner .

Im Organisationsplan der Bezirksregierung Arnsberg Abteilung 6 Dez. 65: Regierungsdirektor Neuhaus gen. Wever. Bei einem Vortrag stellte er sich so vor - wohl vor allem nicht so sehr bedacht, dass jeder alle Namensbestandteilen bei Anrede aufführte - : Erst sein voller Nachname, sodann: Sie können mich Neuhaus oder auch Wever nennen, aber bitte nicht "genannt".

Mit freundlichen Grüßen
Egon Peus.

PS: Ich weiß nicht, ob in dieser Liste auch goebbelsähnlich vorzensuriert wird wie in Ruhrgebiet oder Westfalen. Daher Ihnen auch direkt.

Aus meiner Familienforschung, hier in Baden-Württemberg ist mir folgendes bekannt:
bis etwa 1840 erhielten unehelich geborene Kinder, bei denen der Erzeuger die Vaterschaft
anerkannt hatte, dessen Familiennamen, gleichgültig ob die biologischen Eltern heirateten oder nicht.

Im 18. Jh. wurde in Dokumenten ncht zwischen richtigen und Stiefeltern unterschieden,
da führte in der ersten Hälfte des 18. Jh. zu einer unrichtigen Angabe: (meine Schwester und ihr verstorbener Ehemann
hatten im 6. bzw. 7.Grade eine gemeinsame Vorfahrin Magdalena Hänle, wobei die entsprechenden Vorfahren der nächsten Generation
Halbgeschwister waren. Hier stammte meine und meiner Schwester Vorfahrin Barbara Bayer aus der ersten Ehe mit Anton Bayer,
dier Vorfahr meines SchwagersJohann Gottfried Edele aus der zweiten Ehe mit Johann Edele.
In einem Falle wurde die Barbara einmal Als Barbara Bayer, des Johann Edeles Tochter, in einem Anderen Falle worde
sie selber mit dem Familiennamen Edele bezeichnet, was offensichtlich unrichtig war.

In den Dörfern aus der Umgebung von Haigerloch ist festzustellen dass etwa 85 bis 90 % der Einwohner sich fünf bis sechs
Familiennamen teilten und auch die Anzahl der verwendwten Vornamen begrentzt war., so dass es immer mehrere Personen
mit demselben Vor- und Familiennamen gab, die man mit Bei- oder Spitznamen unterschied.
Im 19. Jh. ging man dazu über den Vatersnamen in der Form von ..... des .... hinzuzufügen.

Die Bezeichnung nach Hausnamen ist mir ebenfalls bekannt.

Mit freundlichen Grüßen

Heinz E. Hennige*
72401 Haigerloch, Baden-Württemberg

*meine Hennige-Vorfahren kann ich hier bereits 1547 nachweisen.

-----Original-Nachricht-----

Einen schönen guten Abend,

hierzu eine kleine Geschichte, die ein Onkel von mir immer mit großem Vergnügen zum Besten gab.
Der deutsche Generaloberst Karl von Einem genannt von Rothmaler war besonders stolz auf den Namenszusatz "genannt von Rothmaler".
Karl von Einem war verheiratet mit einer Tochter des Generals Louis von Rothmaler. Da diese Familie im Mannesstamm erlosch, erhielt
Einem die Erlaubnis, den Zunamen "von Rothmaler" zu führen.
Bei einem Truppenbesuch fragte er dann leutselig einen der stramm stehenden Landser: "Weiß er denn, warum ich den Namenszusatz
von Rothmaler habe ?" Die prompte Antwort: "Der Herr General soll wohl ein uneheliches Kind sein!"
(Die Rothmaler gehören zu unseren Ahnen in der Zeit des 30jährigen Krieges und vorher)
Über von Einem gen.von Rothmaler in Wikipedia : Karl von Einem – Wikipedia

Gernot Becker

Hallo,

zu meiner vorausgegangenen email ebenfalls noch eine Geschichte zum Namenszusatz "genannt" (lat. vulgo)"
um 1700 gab es in Stetten bei Haigerloch (Baden-Württemberg), das damals zum Fürstentum Hohenzollern-
Sigmaringen gehörte, drei Männer mit dem Namen Johann Stengel, von denen jeder mit seinem "Spitznamen"
genannt ist: den "Sackpfeifer", den Bachans und dessen Neffen Andresenhans.
Der älteste Sohn des Bachhans, Gregor Stengel war mit Magdalena Wannenmacher aus dem benachbarten Rangendingen, das jedoch zum
Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen gehörte, verheiratet. Da eine weitere Fraui desselben Namens aus Rangendingen in Stetten
bei Haigerloch verheiratet war, versuchte ich in den Hechinger Oberamtsakten die Identität zu klären.
Dabei stellte sich heraus: Gregor hatte seine Ehefrau vor der Eheschließung geschwängert und wurde deshalb, da er kein
Geld hatte zu Arbeitsleistungen verurteilt. Dabei erscheint er im Hechinger Oberamtsprotokoll als "Gregor Bachmann"
was natürlich ein Missverständnis ist.

Mit freundlichen Grüßen
aus dem tiefen Süden

Heinz E. Hennige,
Haigerloch, Baden-Württemberg

-----Original-Nachricht-----