Gelöst: Identifizierung von Orten bei Kappeln

Liebe Listenteilnehmer,
schon länger betreibe ich Familienforschung, für meine eigene und die meiner Frau. Für letztere bin ich jetzt erstmals im „Hohen Norden“ gelandet.
Bei Archion habe ich die folgende Eintragung zu einer Heirat am 06.12.1829 in Esgrus gefunden, der Text an sich ist eigentlich gut lesbar, nur die Ortsnamen sind für mich böhmische Dörfer! Wer kann helfen und die Ortsnamen, die wohl Rückschlüsse auf die Geburtsorte der Brautleute zulassen werden, entziffern?
Archion: Norddeutschland: Landeskirchliches Archiv der Evang.-Luth. Kirche > Kirchenkreis Schleswig-Flensburg > Esgrus > Trauungen 1819-1843 > Bild 185


Und hier der Text, sowie ich ihn lese:
<<Der Gesell Hans Christian Jürgensen, auf Rundhof, des Käthn. in Sandbek Johann Christian Jürgensen und der Elisabet geb. Mathiesen ehel. Sohn mit Jgfr. Margrethe Christina Koch, Tochter der Margretha Petersen, jetzt Simonsen, im hies. Armenhause. Der Bräutigam pras. einen Vaccinations-Attest von (???) vom 2ten Aug. 1812; die Braut einen solchen von (???) d. 21ten Dec. 1818.>>
Esgrus, Rundhof und Sandbek habe ich als Orte identifiziert und gefunden. Es geht speziell um die Orte der „Vaccinations-Atteste“.
Vielen Dank für Eure Hilfe!
Martin (Glunz)

Hallo Martin,

bei den Fragezeichen handelt es sich nicht um Orte sondern die Namen der Impfärzte.

Bei Bräutigam handelt es sich um Suadi(c)ani.

Schöne Grüße,

Klaus (Kohrt)

Strube und Suadiani sind die Namen der Beamten, die den Pocken-Attest unterschrieben haben

Inger Buchard
Dänemark

Moin,

das ist ein sehr bekannter Name. Es wird sich hier wohl um Carl Ferdinand Suadicani handeln, einem der bedeutendsten Ärzte hier bei uns seinerzeit (es sei denn, es gab noch Brüder oder andere Verwandte gleichen Namens). Er war u.a. Mitbegründer der damaligen Irrenanstalt in Schleswig und eine Straße ist dort nach ihm benannt. Sein Enkel war Viktor Hensen, ein berühmter Meeresforscher.

Das ist doch mal was, von so jemand Berühmten geimpft worden zu sein :wink:

Oha, da habe ich ja ordentlich daneben gelegen! :flushed: Vielen Dank allen für die interessante Aufklärung! Aber tatsächlich habe ich es in meiner bisherigen Forschung noch nicht gehabt, dass sich eine Person mit einem Impfschein ausweist.
Und tatsächlich habe ich jetzt die Geburt des Bräutigams auch in Cappeln gefunden.
Schöne Grüße
Martin

Hallo Martin,
die Brautleute mussten sich nicht ausweisen damit, sondern beweisen, dass sie gegen Pocken geimpft wurden. Das betraf auch meine Vorfahren.

“Aus dem Traueintrag ist ersichtlich, daß die Brautleute gegen Pocken geimpft waren, eine Bestimmung, die in Dänemark seit 1809 galt. Daher erfolgte die Impfung (Vaccination) der Braut bereits im Mai 1853, während der aus der Prignitz stammende Bräutigam sich unmittelbar vor der Eheschließung im März 1873 impfen lassen mußte.”

Das stammt aus meiner Familienchronik, wurde aber bei der Sendung weggescnitten.
Gruß Gisela Langfeldt.
das neue System habe ich immer noch nicht verstanden, ich finde meine Beiträge und die antworten darauf nur rein zufällig.

Hallo,

noch ein Hinweis:

Wo du transkribierst „Der Bräutigam pras. einen Vaccinations-Attest“ muss es statt „pras.“ „prod.“ heißen. „Producirt“ ist eine Standardformulierung und bedeutet soviel wie vorzeigen.

Mit freundlichen Grüßen

Arne Nilsson

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Heiraten durfte nur, wer (konfirmirt und) gegen Pocken geimpft war.

mvG
Inger Buchard
Dänemark