Liebe Beate!
Recht herzlichen Dank f�r die interessanten Ausf�hrungen �ber Pruzzen und
Friesen und die Literaturangaben.
Viele Gr��e! Dorit
Hallo Dorit,
wo wir schon mal bei Infos sind: die Schreibweise Pruzzen ist falsch. Ich habe schon mal dar�ber geschrieben. Man schrieb im Mittelalter ein s �hnlich wie S�tterlin (ich glaube, jemand hat mir erkl�rt, dass es tiefgezogen oder so hei�t).
Stell dir bitte 33 tiefer gestellt vor. Damals schrieb man auch "e33en", "Wa33er" und eben "Pru33en". Ich glaube, niemand w�rde heute ezzen oder Wazzer schreiben.
Die Balten kennen keine scharfen Laute. Vielleicht hast du noch die weiche singende Sprache deiner Altvorderen im Ohr. Der Eigenname ist Prusai, wobei auf dem u ein waagerechter Dehnungsstrich vorgestellt werden muss und das s im Baltischen wie unser ss oder � gesprochen wird, wogegen z wie unser s in summen, sausen gesprochen wird.
Richtig ist also Pru�en oder Pruhssen.
Beaze
Hallo 'Beaze',
Dein kleiner Verschreiber passt perfekt als Einstieg zu dem Thema s-Laute,
denn die mittelhochdeutschen Laute, die durch 'z' und 'geschw�nztes z' (das
ist Deine "tiefgezogene 3") in der Schrift dargestellt wurden, waren beide
aus germanisch 't' verschoben. ('z' stand �brigens f�r den Laut 'ts')
Das 'geschw�nzte z' (wirklich ein z mit einem links ge�ffneten Bogen
darunter, dem "Schwanz") entsprach lautm��ig unserem heutigen '�', war also
ein stimmloses 's'. Nach den (allerdings nicht immer und �berall geltenden)
Schreibregeln wurde das 'geschw�nzte z' im Inlaut nach K u r z v o k a l
verdoppelt..Nach dem langen 'u' im Wort "Pruu*en" (gesprochen 'Pruu�en")
d�rfte das 'geschw�nzte z' also eigentlich nicht verdoppelt werden. Aber,
s.o., eine Vereinheitlichung von Schreibregeln gab es in fr�heren Zeiten
nicht. Dieser Hintergrund mag aber auch erkl�ren, warum ich neulich in einer
Mail immer 'prus(s)isch' schrieb (s. auch Eigenname 'Prusai'). Nach
moderneren deutschen Schreibregeln schrieb man dann folgerichtig 'Preu�en'
und 'preu�isch' und hatte damit den s-Laut richtig wiedergegeben. Zur
Verwirrung tr�gt eigentlich nur bei, dass diejenigen, die kein '�' (auf
ihrer Tastatur) kennen, dies immer durch 'ss' ersetzen, das wiederum nach
den Schreib- und Ausspracheregeln - sowohl im Deutschen als auch im
Englischen - nicht nach Langvokal stehen kann (oder sollte).
Gru�
Rolf-Peter
Hallo Rolf-Peter,
danke f�r deine Erg�nzung. Ich habe gelesen, dass unser � demn�chst ein gro�es � dazubekommen und in die internationelen Zeichen aufgenommen werden soll.
Aber mir ist immer noch lieber Prussen zu lesen als Pruzzen, zumal ich mal in der ZEIT einen Artikel �ber die Prutzen gelesen habe. Und das ist wirklich voll daneben.
Jetzt wieder Beate
Guten Tag Beate, Rolf-Peter, liebe Listenteilnehmer,
wir haben im Museum Stadt Königsberg, hier in Duisburg, eine
Schautafel mit Informationen über die Prußen.
Diese Schautafel möchten wir ergänzen um folgende Informationen:
1. Wie entstand der Name "Preußen"?
2. Ab wann ist der Name "Preußen" gebräuchlich?
Zu 1.
Die Wortgeschichte war vermutlich wie folgt:
Prusai -- Prußen -- (Prussen) -- (Pruzzen) -- Prußen mit hochgestelltem
"e" über dem "u" -- Prüßen -- Preußen
zu 2.
Die älteste Quelle, die ich bisher gefunden habe, ist die Katechismusübersetzung
in das Prußische im Jahre 1545, dort steht:
"Catchismus jn preüßnischer sprach und dagegen das deudsche"
Mit der Bitte um Literaturangaben und um Ergänzungen zu dem oben Geschriebenen.
Gruß
Horst
aus DU