>
> Lieber Herr Zimmer,
>
> daraus kann man die grunds�tzliche Haltung der Evangelischen ersehen,
> die sich auf das siebte Gebot gr�ndet: Du sollst nicht stehlen! Alle
> Reformatoren wollten eine R�ckbesinnung auf die Gebote Gottes, wobei
> allein die Bibel der Ma�stab sein sollte. Da in der kath. Kirche bis
> heute viele Vorschriften beachtet werden m�ssen, die nur eintr�glich
> f�r die Kirche sind, wollte man eine Abkehr der Bev�lkerung um jeden
> Preis verhindern. Aus diesem Grunde sind immer nur die Evangelischen
> verfolgt worden, nie die Katholiken. Als besondere Geldquelle hat es
> seit Jahrhunderten schon die Messe f�r die Verstorbenen gegeben, die
> von der Bibel her v�llig unn�tz sind, f�r die Kirche aber von gro�em
> Gewinn. Da zu allen Zeiten immer schon einige Gottesm�nner auf diese
> Mi�st�nde aufmerksam machten, wurden sie einfach gnadenlos verfolgt.
>
> Aus diesem Grunde war es den Katholiken bis vor einigen Jahren grund-
> s�tzlich verboten, eine eigene Bibel zu besitzen. Heute noch mu� die
> "katholische" Bibel eine Druckerlaubnis des Bischofs haben, der also
> pr�ft, ob das Wort Gottes richtig ist oder ver�ndert werden mu�. Wer
> also die Wahrheit wissen m�chte, sollte sich eine �ltere Ausgabe der
> Lutherbibel besorgen und diese sorgf�ltig lesen. Dann wird man sogar
> staunen, was dort �ber die Bisch�fe steht und nicht beachtet wird.
>
> Ich bin jederzeit gerne bereit, weitere und genauere Ausk�nfte zu ge-
> ben.
>
> Ganz herzliche Gr��e aus Luxemburg
>
> Gerd M�llenheim
Sehr geehrter Herr M�llenheim,
ich weiss nicht ob solche tendenziellen �usserungen hierhergeh�ren.
Wenn Sie meinen sich qualifiziert �ussern wollen, ohne den Anschein
zu erwecken einer bestimmten Sekte anzugeh�ren, dann m�ssten
Ihre Behauptungen stimmen. Ich selbst bin Agnostiker, habe mich aber
dennoch mit den Weltreligionen soweit meine 3 altsprachlichen
Kenntnisse zulassen, auseiandergesetzt bzw. besch�ftigt.
Sie werfen zum Beispiel Besitzerlaubnis und Druckerlaubnis durcheinander.
Woher sollen denn die alten Familienbibeln seit �ber 100 Jahren herkommen,
wenn deren Besitz nicht erlaubt war?
Im allgemeinen antworte ich nicht in Foren auf deplacierte
Themen, aber hier
wollte ich doch dem allgemeinen Welt-Missionswahn und Welt-Wahrheitswahn
den viele Leute so gerne vertreten einhalt gebieten. Der Weg von dort bis
zum Fanatismus bzw. Radikalismuss ist dann oft nur ein kleiner
Schritt, und
dagegen sollte man doch als gereifter Mitteleurop�er mittlerweise gefeit
sein.
Nichts f�r Ungut und mit freundlichen Gr�ssen
J�rgen H. Smyrek aus Neuss
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Lieber Herr Smyrek,
wenn Sie hier schon von Sekten reden, dann sollten Sie auch sagen,
was eine Sekte �berhaupt ist. Die biblische Beschreibung einer Sek-
te ist eine Kirche oder auch sonstige Glaubensgemeinschaft, die ne-
ben der Bibel noch weitere Lehren oder Dogmen oder �berlieferungen
hat. In den meisten F�llen werden diese zumindest als gleichwertig
betrachtet, oft sogar noch h�her eingestuft. Zudem haben diese Kir-
chen in der Regel ein geistliches Oberhaupt, dessen Meinung gr��te
Bedeutung zugemessen wird. Ich kann Ihnen jedoch versichern, meine
Kirche gr�ndet sich allein auf die Bibel, hat keinen Leiter, daf�r
aber einen von den Mitgliedern gew�hlten Vorstand, der bem�ht ist,
alle Entscheidungen einvernehmlich zu treffen. So suchen wir jetzt
gemeinsam einen neuen Prediger, da der bisherige Pastor in den ver-
dienten Ruhestand tritt.
Allerdings w�rde ich gerne einmal eine alte katholische Familienbi-
bel sehen, denn bisher kenne ich nur einige aus evangelischen Fami-
lien. Pius IX. (1846-78) untersagte noch den Gebrauch von Bibelaus-
gaben in der Landessprache. Das Konzil zu Konstanz �bergab die Wer-
ke von Hus und Wycliff dem Feuer. Bald danach begannen einzelne Bi-
sch�fe Listen verbotener B�cher. Leo X. erlie� dann eine Bulle "In-
ter sollicitudines" (1515), machte den Bisch�fen die Vorzensur zur
Pflicht. Zensurpflichtige Werke - dazu geh�rten alle theologischen
B�cher, insbesondere Ausgaben der Bibel, sowie Anmerkungen und Kom-
mentare zur Bibel - durften nur mit kirchlicher Druckerlaubnis ver-
�ffentlicht werden. Nun standen fast alle ber�hmten Werke der Welt-
literatur auf dem Index der verbotenen B�cher. So wurden noch 1948
s�mtliche B�cher von Jean-Paul Sartre (+1980) unter die verbotenen
B�cher eingereiht.
Pater Chiniquy schrieb in seinem Buch: 50 Jahre in der Kirche Roms
ISBN 3-85614-000-X: > Pfarrer Courtois, so hiess der Priester, war
aus Frankreich geb�rtig. Zur Zeit der Revolution unter dem Schreckens-
regiment eines Robespierre zur Guillotine verurteilt, war er nur mit
knapper Not dem Tode entgangen, hatte wie viele seiner Kollegen in
England ein Asyl gefunden und kam schliesslich von dort nach Quebec
hin�ber, wo ihm der Bischof die Gemeinde Burrary-Bay �bertrug. Der
Priester unterhielt sich lebhaft mit meinen Eltern, ich h�rte ihm
mit Vergn�gen zu. Da pl�tzlich stockte seine Rede und sein Angesicht
verfinsterte sich. Es herrschte einige Augenblicke eine peinliche
Stille in dem Gemach, wie die Windstille vor dem Sturm. Jetzt schaute
Pfarrer Courtois meinen Vater an und fragte ihn: "Ist es wahr, Herr
Chiniquy, dass Sie mit Ihrem Kind in der Bibel lesen?" "Ja", antworte-
te mein Vater ohne langes Besinnen, "mein kleiner Knabe und ich, wir
lesen die Bibel zusammen, und er weiss zu meiner Freude schon recht
viel davon auswendig. Wenn Sie erlauben, Herr Pfarrer, so wird er
Ihnen gerne etwas hersagen." "Daf�r bin ich nicht hergekommen!" ent-
gegnete der Priester streng, "sondern um Sie zu fragen, ob Sie nicht
wissen, dass das Konzilium von Trient das Lesen der Bibel in franz�-
sischer Sprache verboten hat?" "Ach so", entgegnete mein Vater, "dar-
auf kommt es mir nicht an, ob ich die Bibel in franz�sischer, griechi-
scher oder lateinischer Sprache lese; denn ich verstehe diese drei
Sprachen ungef�hr alle gleich gut." "Aber wissen Sie nicht, dass es
Ihrem Kind verboten ist, in der Bibel zu lesen?" fuhr der Priester
heftiger fort. "Meine Frau gibt dem Knaben Anleitung im Bibellesen"
antwortete mein Vater; "daran kann ich nichts B�ses finden!" <
Gibt es hier noch ein Mi�verst�ndnis zwischen Besitzerlaubnis und
Druckerlaubnis? Bitte bedenken Sie nun aber auch, da� f�r den von
Ihnen angeprangerten Welt-Missionswahn und Welt-Wahrheitswahn die
Reformatoren schlimmste Verfolgung und oft den Tod erlitten haben.
W�ren Sie bereit, um der biblischen Wahrheit willen, Ihr Leben in
Gefahr zu bringen? Meine Entscheidung habe ich getroffen, als ich
ein kritisches Buch im Internet ver�ffentlichte. Ich stehe weiter-
hin dazu, mit allen Auswirkungen, die ich dazu zu sp�ren bekomme.
Ganz herzliche Gr��e aus Luxemburg
Gerd M�llenheim