Frage zu 1. Weltkrieg Armeeeinheiten

Hallo,

wo finde ich Auskünfte über nachstehende Einheiten des 1. WK bzw. wer kann mir dazu etwas mitteilen:

- (2. Battr.) Landw. Fußartl. Btl. 68
- Ers.-Fuß-Artl. Rgt. 14
- 2. Garde-Res.-Rgts.

Die Abkürzungen sind mir klar.

Vielen Dank.

Gruss,

Andreas

Tyskandy@t-online.de

Das 2. Garde-Reserve Regiment ist ein (Kriegs-)Regiment des Gardekorps (zuerst aus hauptsächlich Reservisten des 2. Garde Regiments zu FußI). Es gehörte zur 1. Garde Reserve-Brigage (1914-1918) und mit diesem zur 1. Garde-Reserve-Division. Lag zuerst im Westen (Eroberung von Namur) und wurde dann von Ende Aug 14-Okt 15 im Osten eingesetzt (Schlacht an den masurischen Seen, Schlacht am Narew, bei Ostrow an der Bersina. Der Gefechtskalender der Division enthält für diesen Zeitraum 45 Positionen )
Ab Ende 1915 lag es dann im Westen, (Flandern, Somme, Siegfriedfront, Wytschaete, Große Schlacht in Frankreich, Arras, französisch Flandern, Ypern, Cambrai, Hermannstellung, Antwerpen-Maas-Stellung )

Ers-Fuß-ArtillerieRgt 14. (Ersatz und Ausbildungs Einheit des Badischen Feldartillerie-Regiments Nr 14 (in Festung Straßburg)

Fuß-Artillerie-Bataillon 68 (ein Landw. Fuß Art Btl 68 kenne ich nicht) gehörte 1918 (ab wann ? zur 12. ID. die lag Jan bis Mai 17 in Dünaburg, dann im Westen (Mai-August), Italien (Sep-Dez), dann Lothringen (Jan bis Mrz) und dann große Schlacht in Frankreich)

Ernst

Vom Krankenbuchlager im Landesamt f�r Gesunheit und Soziales erhielt ich auf
Anfrage �ber meinen Gro�vater folgende Auskunft:

Diesteintritt :03.08.1914

01.11.1914 als Gefr. der 9.Komp.Inf.Regt. 43 in das Kriegslazarett Abt. 5
Marggrabowa
02.11.1914 verlegt in das Res.Laz.I, Kolberg
22.12.1914 zur Truppe

�ber den Tod liegt dort nichts vor. Er fiel etwa April 1915 .

Eine Frage an Ernst Hoffmann, den Experten zu allen milit�rischen Bereichen:
Wo war diese 9. Kompanie 1915 eingesetzt?

Auf dem einzigen Foto, das von meinem Gro�vater existiert, steht in
kindlicher Schrift:
" Mein liebster Vati gefallen 1915 in Gorlow".

Gibt es einen Ort diesen Namens und wo k�nnte er liegen?

Lieber Ernst Hoffmann, ich vertraue Ihrem kompetentem Wissen und danke im
Voraus

Helga Heigl

Helga ich danke fuer die Blumen!

Dann wollen wir mal:

Infanterie-Regiment Herzog Karl von Mecklenburg-Strelitz (6. Ostpreussisches) Nr43

lag im Frieden mit Stab, I und III. Bataillon in Königsberg und mit dem II. Bataillon in Pillau. (Die 9. Kompanie gehoerte sicher zum III. Bataillon)

Das Regiment gehoerte zum I. Armeekoprs, (Königsberg), 1.Division und 2. Brigade beide Königsberg (auch der Ersatz kam aus Stadt und Landkreis Königsberg) die Unterstellung unter die 1. Division blieb bis zum ende es Krieges unverändert auch wenn das Regiment ca 1917 zur 1. Brigade wechselte.

Ich schreibe dir mal den Gefechtskalender der Division <bis Mai 1915> ab:
(Die Division kam erst im März 1916 das erste Mal an die Westfront (Verdun)
1914
13.8. Gefecht bei Bilderweitschen
15.8. Gefecht bei Kibarty
17.8. Gefecht bei Stallupönen
19-20.8. Schlacht bei Gawaiten-Gumbinnen
23-31.8. Schlacht bei Tannenberg
         26.8. Heinrichsdorf, Seeben
        27.8 Usdau
        28.8. Soldau/Neidenburg
        29.8. Neidenburg/Hohenstein
        30.-31.8. Neidenburg/Willenberg
  5-15.9. Schlacht ab den Masurischen Seen (Goldap-Amgerburg)
24.9. Gefecht bei Kopciowo
25-30.9. Gefechte am Njemen
1.10-5.11. Stellungskamof bei Wizajny
6-12.11. Kämpfe nördlich der Rominter Heide
13-16.11. Schlacht an der Rominter Heide
25-29.11. Schlacht bei Lodz
30.11.-17.12. Schlacht bei Lowicz-Sannicki
18.12.1914-4.1.1915 Schlacht an der Kawka-Bzura (östlich Bolimow)

1915

25.-28.1. Gefecht bei Vezerszallas
29-30.1. Grefecht am Verecke-Paß
31.1.-2.2. Gefecht am Lysa Paß
3.-4-2. Gefecht bei Orawa
5.2.-8.4. Angriff auf den Zwinin
9.4. Erstürmung des Zwinin
10.4.-12.5. Gefechte bei Koziowa
       24,4, Erstürmung des Ostry
12-17.5. Verfolgung in den Karpathen
18.5.-3.6. Schlacht bei Stryi

Die ersten vier Monate hat er also in den Kämpfen um die Karpathen (Das ist das Grenzgebiet zwischen Slowakei, Ungarn, Ukraine und Rumänien) verbracht

Die Ortsnamen in diesem Gebiet sind eigentlich u
ueberhaupt kein Problem. Das Gebiet hat zwischen 1914 und 1945 etwa 6 bis 7 mal die Landeszugehoerigkeit gewechselt und jeder hat so seine eigenen Ideen ueber Benennung und Schreibweise entwickelt. Ds Gebiet zudem mehrsprachig besiedelt war, gibt es zahllose Variationen und Umschriften

Die beste Suchmaschine zur annähernden Suche dürfte Shtetlseeker sein

http://www.jewishgen.org/ShtetlSeeker/loctown.htm

Mit dem Zwinin (einem 10 km langen und 1000m hohen Bergrücken (300m über dem Ostravatal ) duerften wir dem Todesort sehr nahe sein. Die Operation stand unter dem Befehl des bayerischen Generals der Infanterie Felix Graf von Bothmer.

Gruss
Ernst

Hallo Helga,

vielleicht kann ich Dir ja auch mal helfen.
Unter www.kartenmeister.com steht folgendes:

German Name Gorlowken
Alternate Name 1: GORLAU
Today's Name Gorlowko
Kreis/County Lyck
German Province Ostpreussen
Today's Province Suwalskie
Location East 22�13'
North 53�58'

Location Description This village/town is located 3.7 km and 252 degrees
from Herzogsm"uhle, which is known today as Polom

Hoffentlich nutzt es Dir etwas.

Volker Br�ndel

P.S.: Vielen Dank f�r die vielen HIPPLERS

Dank an Andreas Bischoff , Volker Br�ndel und Ernst Hoffmann.

Das Gebiet, in dem mein Gro�vater im April 1915 gefallen ist, muss in den
Karpaten liegen.
Die Vermutung wird durch eine �ltere Aussage meiner heute 95j�hrigen Tante,
einer Tochter meines Gro�vaters, gest�tzt, die da sagte: " Mein Vater ist im
Balkan gefallen, wo heute auch wieder Krieg ist."
Der Ort Gorlowken ist mir auch wichtig, da meine Mutter als junge Frau dort
im "Arbeitseinsatz" verpflichtet war.

Helga Heigl

Lieber Volker !

Ich halte deine Lösung für denkbar aber unwahrscheinlich!

Mir fiel auf. dass es in den Verlustlisten keinen Ort gibt (Die Verlustlisten WK I sind von der WASt vollkommen verkartet...)

Wenn ein Todesort angegeben ist, kommt die Nachricht sicher von der Einheit (Beileidsbrief des Kompaniechefs, der haette aber auch eine Meldung fuer die Verlustliste abgegeben (da passte der Adjutant auf, und der hatte so eine unangenehme Art des "Hammelbeine langziehens")

Also das Sytem funktionierte etwa so: Soldat wurde verwindet und von seinen Kameraden dem Regimentsarzt als "neukrank" zugeschleppt (Es gab auch Krankentraeger, die das Gefechtsfeld absuchten). Der Arzt nahm die Behandlung auf, amputierte uebertahlige Teile auf seinem Verbandsplatz und verfuegte die Weiterverlegung der transportfaehigen auf den Hauptverbandsplatz, wo es ruhiger war (weil nicht mehr direkt rumgeballert wurde und die Artillerie davor (also naeher an der Front stand.) Hier wurde die erste vollstaendige Untersuchung durchgeführt und Buchfuehrung betrieben: Eingeliefert von..... (da stand dann statt der Einheit des Patienten auch schon mal die Einheit des Transportunternehmens, insbesondere wenn der Patient mangels Bewußtsein die Aussage verweigerte, wozu der Regimentsarzt durch reichlichen Drogeneinsatz (Morphium) beigetragen hatte. Vom Hauptverbandsplatz fuhren dann regelmaessig Zuege, die die transportfaehigen Patienten moeglichst schnell in die Heimat befoerderten (Die 2. bzw 3. Staffel der Lazarette lag im Westen schon hinter dem Rhein!) Hierzu wurden Abgabescheine und "Willkommensanzeigen" des aufnehmenden Lazaretts an das Krankenbuchlager abgesetzt (Nebenabdruck an die Kueche, wegen Ermittlung der auszugebenden Fruehstuecke)

Suwalki lag nun 1915 zwar weit hinter der Front aber noch im Kriegsgebiet und leider nicht im Reichsgebiet, wo man die intakte Infrastruktur fuer Heimatlazarette erwartete und eigentlich lag es auch nicht an einer Eisenbahn, sondern eher an einer Haupt-bimmelbahn sechter Ordnung)....

AUSSERSEM: Ordnung musste bei Preussens sein: Ohne ordnungsgemaesse schriftliche Meldung auch nicht verwundet...

Aber die fehlende Meldung muss sicher einer hoeheren Ordnung unterliegen und damit erklaerbar sein:
1. direkt gefallen------> Verlustliste durch Chef
2. beim Aufruf durch den Spieß------> "Aaaaaackermann!!!!" -> Verlustliste durch den Chef: "Wir suchen weiter"
3. Gefangenschaft-----> siehe 2

bleibt also nur
4. schwere Verwundung und Transport in ein Lazarett........
"Muss man den hier alles selber machen ?" "Schicken wir ihn doch zu den Österreich-Ungarn, die sollen so leckere Nudeln kochen".... Und damit ging das Drama los: Er kam auf einen ungarischen Honved-(Landwehr) Hauptverbandsplatz der in Kroatien aufgestellt worden war..... kein Memsch sprach polnisch!!!. Aber die Meldung wurde abgeschickt an ein k.k. Verlustmeldungsamt im boehmischen Prag. Dort befand sich der zustaendige Aktuar gerade im Sonderurlaub, anlaesslich seiner 3. Eheschliessung und hatte den Dolmetscher als Trauzeugen (und Taufpaten) zu den Feierlichkeiten zugezogen..... Direkt danach (und dreieinhalb Jahre spaeter) kam dann leider die nationale Erhebung der vorschriftsmaessigen Abwicklung der Geschaefte in den Weg...

Woraus Ludwig Thoma dann (leicht verfremdet, er war schließlich in der Pfalz gebohren und daher neutral) sein beruehmtes Machwerk "Ein Muenchner im Himmel" kolportierte: "A Manna! Ah MANNNNNA!"

(;-))))

Ernst

hallo liebe Milit�rexperten,

im Jahre 1768 steht bei einem m�glichen Ahnen als Berufsbezeichnung:
BOSNIAK.
Wer kann mir mehr sagen zu dieser Bezeichnung?
Wo waren diese stationiert? Wie wurden sie rekrutiert, besoldet, eingesetzt
usw.

Schon heute an alle Informanten vielen Dank!
Sonnt�gliche Gr��e aus K�ln
Erwin Wittenberg