Lieber Herr Hofer,
um es kurz zu machen, ich habe Ihnen aus der Chronik des unten
genannten Herrn Karl Meyer etwas �ber den Pfarrer Esenbeck
herauskopiert. Mir fiel Herr Esenbeck damals besonders auf,
da er sich mit soviel Idealismus f�r den Obstanbau in
Geilsheim und Umgebung engagierte. Ich bin mir sicher, wenn
er in seinem Amte auch so gut war, waren die Geilsheimer zu
beneiden, so einen hervorragenden Pfarrer zu haben.
Ich bin nicht der Autor, dieser Chronik sondern nur derjenige,
der die handschriftlichen B�cher und Hefte vor 20 Jahren vom
Sohne des Autor �berreicht bekam, mit der Bitte sie zu lesen
und wenn m�glich abzuschreiben, da er die Handschrift seines
Vaters nicht lesen konnte. Mittlerweile ist er leider auch
schon verstorben. Aber lesen Sie bitte die Worte, zum Autor
und dann das, was ich aus seinem transkribierten Buch f�r Sie
herauskopierte.
Zum Autor der Chronik
Wie kommt ein Mensch dazu, sich neben seiner schweren,
alle Kr�fte fordernden T�tigkeit, mit der Geschichte seiner
Heimat, im engerem Sinne mit seinem Heimatdorf zu
besch�ftigen?
Es werden wohl viele Gr�nde sein, die den Einstieg in
die Leiden�schaft des Wissenswollens veranlassen. Wenn man am
Ende dann tief involviert ist, werden die anf�nglichen Gr�nde
meist nicht mehr im Vordergrund stehen, denn h�ufig erlebt es
der Forschende, dass sich sein Forschungsgegenstand
verselbst�ndigt und nicht er selbst, son�dern das zu
Erforschende die Triebfeder wird, die ihm im Entdecken der
Geheimnisse seine Belohnung vermittelt.
Dem Beginn des Forschens aber, liegen meist konkrete
W�nsche zugrunde. So auch im Falle unsres Autors Herrn Karl
Meyer, geboren am 28. Mai 1900. Die Liebe zu seiner Heimat,
seinem Heimatort Geilsheim, dr�ngte ihn, sich mit der
Geschichte seiner Familie zu befassen, die lange Jahrhunderte
hindurch nicht nur im Ort ans�ssig waren, sondern den seltenen
Gl�cksfall f�r sich beanspruchen konnten, seit 1612 auf dem
gleichen Hof zu sitzen und ihn seit 1867 unter dem
Familiennamen Meyer zu f�hren.
Zwangsl�ufig geschieht es demjenigen, der sich mit
dem Urgrund seines Herkommens besch�ftigt, dass er die Augen
weit �ffnet, in sich auf�nimmt, was andere vielleicht als zu
gering erachten, dass er anf�ngt zu begreifen, ,Wie ins im
andern wirkt und lebt." (Goethe)
Fr�h schon aufmerksam gemacht auf die Belange seines
Heimatorts, nahm er durch die Augen seines Vater, der das
B�rgermeisteramt inne hatte, sein Dorf, seine Heimat mit
starker Intensit�t wahr. Aus sei�nem Lebenslauf, den er in
sp�teren Jahren geschrieben hat, liest man den schlichten
Satz: "Ich besch�ftigte mich gern mit Familienforschung und
Erforschung der Dorfgeschichte. Ich liebe meine Heimat." Was
k�nnte man dem hinzuf�gen? Die edelste Motivation, die dem
Men�schen zu eigen ist, ist die Liebe. Sie war es auch, die
sein Denken beherrschte, die seine freie Zeit in Anspruch
nahm, die ihn dazu veranlasste, lange Urtexte in m�hevoller
Arbeit abzuschreiben, Spuren der Vergangenheit zu sichern, und
immer wieder mit viel Geduld in Archiven zu st�bern, um
vielleicht doch noch eine Neuigkeit, eine l�ngst vergessene
Begebenheit lebendig werden zu lassen.
Nur wer die Schwierigkeiten kennt, die sich einem
Laien auftun, der bem�ht ist, alte Schriften zu sichten, sie
abzuschreiben, zu entr�tseln, was selbst oft Experten in
Verlegenheit bringen kann, der ahnt, mit welcher Z�higkeit er
den Spruch Goethes �Was du ererbt von deinen V�tern hast,
erwirb es, um es zu besitzen," w�rtlich nahm. Ein Bauer, im
stolzen Sinne des Wortes, der einen Hof von 23 ha
be�wirtschaftet, der sein Erbe pflegt und es zu mehren
versucht, so gut es eben m�glich ist und der bei allem was er
tut, die Einheit in der Vielfalt erkennt, die Einheit, die ihn
mit seinen Nachbarn und im weitesten Sinne mit dem Land in dem
sie leben, verbindet, ihn erken�nen l�sst, dass er nur Teil
des Teils ist, dem ein kurzes Dasein gege�ben, eine
Individuation auf Zeit, die im Urgrund des Seins angelegt, zur
n�chsten Generation fortschreitet, ihn als Werkzeug ben�tzt,
ihm aber die Gelegenheit gibt, mitzuwirken, zu gestalten, und
die Welt im bescheidenen Sinne, ein wenig reicher
zur�ckzulassen.
Ich lese nun in diesem Buch, von ihm handschriftlich
Seite um Seite gef�llt, und mit jeder Seite die ich lese, wird
mir dieser Mann ver�trauter und dies in einem Sinne, der mir
Respekt abn�tigt. Was ich zwischen den Zeilen lese, ist die
Melodie, die mitschwingt, wenn man die Noten liest. Die Noten,
die er setzte, sind aber nicht laut und niemals aufdringlich,
sondern verdichten sich zur Melodie, die in jedem Ton die
Liebe zur Heimat preist.
1828
Von dieser Zeit an mussten ca. 5500 fl. Kriegskosten, und zwar
in j�hrlichen Raten in H�he von 250 - 290 fl. bezahlt werden.
Diese Summe wurde durch Umlagen gedeckt. Die Schuld soll bis
zum Jahre 1843 abgetragen sein.
Jn diesem Jahr sind viele Obstb�ume an die Stra�e nach
�ttin�gen gesetzt worden. (Pfarrer Schmidt erw�hnte in seiner
Pre�digt 1955 am 30. Mai 1955, da� der Initiator der
Obstbaupflanzung Pfarrer Esenbeck in Geilsheim gewesen sei.)
1817 Im Monat Abril schneide es t�glich. Die Noth wurde noch
gr��er weil alles aufgezehrt war, und die Menschen mu�ten
Habermehl Essen, bis die Ernte eintrat. Um Martini wurde alles
um etliche Gulden theurer. Da fing es an im Januar (1818) zu
fallen, im Febr. wurde angefangen das G�lt und Zehend Gedreid
von den K�sten in die Schranen nach Ansbach und N�rnberg
gefahren. die Gerste zuerst. Ware da� Herrschafts Getraid im
Herbst abgegeben worden, so ware aller Prei� weit Niedriger
In der H�userchronik Nr. 114 des Autors der Dorfchronik ��ber
die Pfarrei� wird von Pfarrer Esenbeck in diesem Zusammenhang
ausf�hrlich berichtet.
�bereinkunft wegen des Pfarrzehents.
Da die Einsammlung des 1/6 Gro� Zehnts, welche die hiesige
Gemeinde an die Pfarrei mit gro�en Schwierigkeiten verbunden
war, wurde Seitens des Kgl. Pf. Esenbeck der Antrag gestellt,
es m�ge die im Jahre 1828 geschehene Abl�sung in Natura, von
nun an in Geld gezahlt werden, was auch geschah.
1843
Gab es 126 Wohnh�user, 103 ganze, 20 halbe, 7 Hofh�user, 110
Scheu�nen.
Es gab 120 Schulkinder und die Gesamteinwohnerzahl betrug 756
Perso�nen.
In dieser Zeit wurden 2000 B�ume gepflanzt. (Aus anderen
Eintr�gen kann es sich dabei nur um die gro�angelegte
Obstbaumpflanzung handeln die von Pfarrer Esenbeck initiiert
wurde.)
Datenschutz?
Einer unserer Mitb�rger hat sich in Geistesverwirrung am
6.M�rz fr�h um 6 Uhr mit seinem Rasiermesser selbst den Hals
durchgeschnit�ten. Durch das K�ngl. Landgericht und durch den
Landgerichtsarzt Kirchner von Wassertr�dingen wurde der
Selbstm�rder untersucht und am fol�genden Tag um 3 Uhr
nachmittags, w�hrend des Abendl�utens mit der kleinen Glocke
von 4 Tr�gern bis ans Kirchhoftor ohne Gesang getra�gen und
daselbst vom Geistlichen, vom Lehrer und seinen Sch�lern mit
dem Kreuz empfangen und bis ans Grab mit dem 4ten Vers von 388
ge�sungen und eine Grabrede gehalten. (Name und Hausnummer
sind im Originaltext vorhanden.)
Aus den Hausb�chern bzw. Heften
1829 � 1849 Esenbeck
(Kirchen- und Kapellenrenovierung,
Kirchenstuhlordnung, Fixierung des Zehenten,
Maulbeerpflanzung, Obstkultur)
1837 am 17. Februar starb die Ehefrau
Friedericka Phillipina Esenbeck, Alter 48 Jahre 9
Monate
1848 Vikar L�sch
(Revolution)
1849 am 6. April starb Esenbeck
1829 � 1849 Esenbeck
(Kirchen- und Kapellenrenovierung,
Kirchenstuhlordnung, Fixierung des Zehenten,
Maulbeerpflanzung, Obstkultur)
1837 am 17. Februar starb die Ehefrau
Friedericka Phillipina Esenbeck, Alter 48 Jahre 9
Monate
1848 Vikar L�sch
(Revolution)
1849 am 6. April starb Esenbeck
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