Nun stellt sich mir die Frage: Hat diese Familie ein Adelsprivileg oder nicht?
Das Unternehmen „Graf von Westphalen“ erwähnt auf der Seite zu Gut Fürstenberg zumindest mal Salzkotten, aber so richtig überzeugend ist das alles nicht.
Danke und viele Grüße aus dem sonnigen Hochschwarzwald
Flo(rian Straub)
im den Registerbänden Salzkotten sind diverse Westphalens aufgeführt- Wilhelm Anton stirbt am 6.10.1807 mit 40 Jahren, Sohn des Herrn Gogräf … dahier, vermutlich des Franz Joseph, der im Januar 1810 mit 74 Jahren als „Gogräfe dahier“ verstirbt.
Hier Taufen - KB006-01-T | Salzkotten, St. Johannes Enth. | Paderborn, rk Erzbistum | Deutschland | Matricula Online dann auch die Taufe vorletzter Eintrag. Immerhin war Fürstbischof Wilhelm Anton zu Paderborn Pate und Namensgeber.
Da hat vermutlich jemand aus dem Gograf (zu Gau) ein Adelsprädikat abgeleitet. Wobei er in der Chronik von Upsprunge explizit nicht als „von“ erwähnt wird (im Gegensatz zum davor genannten Fürstbischof Franz Egon von Fürstenberg).
bei familysearch.org finden Sie die Passage von Caroline und ihrer Tochter mit dem Schiff MARSALA von Hamburg aus nach NY, Ziel Attica,NY.
Sie finden auch Daten zu Wilh.Anton Westphalen, ohne „von“, nur bei den Sterbedaten ist das von angegeben.
wobei ich zumindest zwei „von Sobbe“-Einträge ein paar Jahre später gefunden habe, in denen das Prädikat enthalten ist. War zwar nicht derselbe Pfarrer, aber immerhin dieselbe Pfarrei:
Früher habe ich leider keinen Adel auf die Schnelle gefunden. Ob das jetzt bedeutet, dass kein „von“ benutzt wurde oder einfach kein Adel in den KB auftaucht, weiß man leider nicht.
In Niedertudorf habe ich noch eine + von Nahm gefunden (links, leicht oberhalb der Mitte).
Es handelt sich also um eine Familie von hohem sozialen Rang. Möglicherweise sind in der ortsgeschichtlichen Literatur zu Salzkotten relevante Informationen zu finden, z.B. im 1970 erschienenen Buch „Stadt und Amt Salzkotten“ oder in „750 Jahre Stadt Salzkotten“, erschienen 1996. Die könntest Du Dir z.B. per Fernleihe besorgen.
darum immer auch in die Breite suchen.
Von einem Vorfahren meiner Frau habe ich daher alle Kinder aus dem Kb
gesucht. Mal war der Vater mit, mal ohne „von“ genannt.
Weiter Kontrollen, um sicherzugehen: Wie taucht er in der Literatur auf?
In einer Ortschronik? In Pachtunterlagen …?
ich würde das zunächst so interpretieren, dass die Person nicht zum niederen Adel gehört, gegebenenfalls aber aus dem niederen Adel stammt. Zunächst muss ich Herbert zustimmen, dass das entsprechende Wort „praenobilis“ lautet und hochachtbar, angesehen, hochberühmt bedeutet. Das ist eine Bezeichnung, wie wir sie gerade bei (hohen) Beamten finden. Wenn sein Vater Gograf war, wird auch er die Beamtenkarriere beschritten haben. Wobei Gograf zwar einen Adelstitel suggeriert, doch sind dies in der Regel ganz bürgerliche Personen. Der Gograf war schlicht der höchst Beamte des Landesherrn vor Ort.
Warum glaube ich, dass die Person aus dem niederen Adel stammt? Gerade die höhere Beamtenschaft rekrutierte sich häufig aus Personen, die zwar in eine adelige Familie hineingeboren wurden, aber selbst nicht adelig waren. Sie entstammen häufig einer zweiten Verbindung eines Adeligen. Beispiel: Caspar von Fürstenberg war in erster Ehe mit einer Adeligen verheiratet. Als diese starb waren mehrere Kinder aus der Ehe vorhanden, die nun alle adelig waren. Aus seinem Tagebuch geht hervor, dass er danach in schöner Regelmäßigkeit Vater wurde. Mutter der Kinder war seine Hausfrau. Das heißt, er lebte in einer eheähnlichen Verbindung mit einer Nichtadeligen. Eine Eheschließung wäre zwar möglich gewesen, doch war der Standesunterschied so groß, dass oft auf die Eheschließung verzichtet wurde. (Im Beispiel Caspars taucht in den Tagebüchern immer wieder auf, dass sein Bruder Fürstbischof Dietrich von Paderborn immer wieder auf eine Ehe drang.) Die Kinder aus solchen Verbindungen erhielten natürlich eine adelige Erziehung und konnten in der Regel studieren. Sie waren aber nicht adelig. Gleichwohl standen ihnen natürlich gerade hohe Beamtenposten offen. Einmal im hohen Beamtenstand angekommen, werden auch die Kinder der nächsten Generation so erzogen und ausgebildet, dass sie sich in der gleichen Schicht bewegen und wiederum Beamte werden. Es entsteht eine kleine aber feine Beamtenschicht. Gelegentlich nehmen solche Personen auch das „von“ wieder in ihren Namen, obwohl sie nicht adelig sind. Das gilt z. B. für die im Hochstift weit verbreitete Beamtenfamilie von Plettenberg.
Ich hoffe, mit diesen Ausführungen den Hintergrund etwas beleuchtet zu haben.
ich bedanke mich recht herzlich für alle Rückmeldungen.
Unter Praenobilis – GenWiki habe ich einen Verlegenheitsartikel zum Begriff angelegt. Falls jemand noch ein paar Worte ergänzen oder den Link hierher durch eine vernünftige Quelle ersetzen möchte, würde ich mich sehr freuen.
Viele Grüße aus dem angenehm kühlen Hochschwarzwald
Flo(rian Straub)