Hallo Hans Vielhauer,
mein Ururgrossvater Christian H�bner ist 1899 und meine Ururgrossmutter Henriette
geborene Kunze ist 1902 in Dittersbach No. 120 bzw. 138a(wie immer das auch heute hei�en mag)
verstorben.
Der Familienname Reichel kommt nicht aus Bayern. Er ist heute in Oberfranken, Th�ringen
und Sachsen sehr h�ufig (besonders Sachsen), wenn auch in ganz Deutschland vorkommend.
Vor dem Krieg war er auch in Schlesien im Raum Riesengebirge, Waldenburg und Glatz
h�ufig. Zu Beginn der ersten Kirchenbucheintragungen in Sachsen Mitte des 16. Jh taucht er
dort schon auf und ist auch im 17. Jh. in B�hmen und Schlesien nachweisbar.
Reichel leitet sich als Vatername von altd. Namen mit Namensbestandteil ahd. rikki=reich, stark,
wie in oberdeutsch Reichard ab, niederdeutsch Richard. Der m�nnliche Rufname Richard wurde im MA
allerdings �ber englische K�nige wie dem hl. Richard 8 Jh., Richard L�wenherz 12. Jh. bekannt.
Obwohl der der Name des hl. Richard z.B. in Eichst�tt in Bayern besonders verehrt wurde war dies
ohne besonderen Einfluss.
Reichel entsteht somit aus Reichard als Kurz- / Koseform mit s�ddeutscher l-Endung. Ob man hieraus
eine Einwanderung aus Franken Richtung Osten ableiten kann, ist fraglich, da die Festigung von
Familiennamen erst einige Jahrhunderte nach der Landnahme, u.a. auch durch Siedler aus Franken,
stattfand. Vielmehr mu� man wohl auf die auch in Sachsen und Schlesien �bliche Bildung von
Koseformen mit Endung -l verweisen.
Gruss J�rgen
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