Flucht- Vertreibung

Hallo Astrid,
eigentlich wollte ich mich dieses mal aus der Diskussion raushalten, doch
die letzte Mail macht mich ja geradezu w�tend. Wie kann man denn
Vergewaltigungen entschuldigen, denn das tut man, wenn man diese siegreiche
Rote Armee als Opfer hinstellt, die sich dann an Frauen und M�dchen
vergreifen. Leider ist es so, da� die armen Frauen, die das �berhaupt
�berlebt haben, aus Scham bis heute nicht dar�ber reden wollen. In welchem
Ort, in dem diese Armee einmarschiert ist, gab es das nicht? (Jedenfalls im
�stlichen Teil Deutschlands) Meine Mutter hat mir von einigen erz�hlt. Bsp.:
Sie kannte eine sehr sch�ne Frau, die Familie hatte ein Kaufhaus in unserem
Ort. Diese Frau wurde von 16 siegreichen Rotarmisten vergewaltigt und hat
sich darauf hin umgebracht. Und keiner durfte dar�ber reden! Mein Gro�vater
wurde erschossen, weil er taub war und das "Halt" nicht geh�rt hat. Und
keiner durfte klagen.
Ich glaube auch, dass diese Armee auch Befehle befolgte. Genau wie es mit
den Benesch-Dekreten im tschechischen war.
Ich bin, Gott sei�s gelobt, auch erst sp�ter geboren, aber ich kann nicht
verstehen, warum diese Flucht und Vertreibung immer zum Problem wird. �ber
alle Verbrechen kann man reden (mu� man auch) , aber diese Vertreibung der
Deutschen sind allen nur peinlich und die Opfer werden zu T�tern gemacht. Es
geht doch nur darum, dass man dar�ber redet und das auch diese Menschen
nicht vergessen sind.

ICH KANN VERGEWALTIGUNG UND MORD NICHT AUS MEHREREN BLICKWINKELN SEHEN! EGAL
WER AUCH IMMER DIESES TUT!

Guten Abend!
Karin&Christoph

Hallo Karin,
siehst du, genau deshalb meinte ich, dass die Frage schwierig sei. Denn,
egal wie ich antworte, es gibt immer Leute, die mich falsch verstehen. Lies
dir doch bitte meine Antwort nochmal genau durch. Ich habe weder
Vergewaltigung entschuldigt, noch habe ich die Vertriebenen als T�ter
hingestellt! Ich bin auch eine Frau und ich w�re die letzte, die eine
Vergewaltigung irgendwie rechtfertigen bzw. entschuldigen w�rde. Ich
versuche lediglich, als Unbeteiligte mir ein Bild zu machen und dazu geh�rt,
dass ich �berlege, warum was geschehen ist und ich nat�rlich versuche, den
Zusammenhang von all diesen Geschehnissen im zweiten Weltkrieg zu begreifen.

Sollte ich mich immer noch zu ungenau ausgedr�ckt haben, kann ich dir das
gerne noch genauer erkl�ren, aber ich denke, damit sollten wir diese Liste
nicht belasten. Wenn du also m�chtest, schreib mir an meine Emailadresse:
Redwood44@web.de

Liebe Gr��e
Astrid

Hallo Karin, Astrid und all die anderen,

nach einer Statistik, die ich vor einiger Zeit mal gesehen habe, waren
es 1 Million Frauen und Mädchen, denen am Ende des 2. Weltkrieges dieses
grausame Schickssal wiederfahren ist. 1 Million ist genau so eine
nichtssagende statistische Zahl wie die der 6 Millionen ermordeten Juden
in KZs. Hinter dieses kalten Zahlen verschwindet einfach die
Persönlichkeit und das Leid jedes einzelnen dieser Menschen. Das haben
zum Beispiel die Täter der Wannseekonferenz auch so vorausgesehen!

Aber es ist doch nicht die Zahl die aufhorchen lassen soll. Es ist das
Böse, daß hinter diesen Verbrechen steht!

Es bedarf nur einer Regierungspersönlichkeit, die eine Wannsee-Konferenz
abhält und Kommissarbefehle erteilt und schon finden sich Täter genug,
die quälen und morden.

Es genügt das Dekret eines solch politisch Verantwortlichen und schon
sind alle moralischen Schranken bei den einzelnen Menschen
niedergerissen. Man glaubt das Recht zu haben, jede Menschlichkeit über
Bord zu werfen und jagt, mordet und vergewaltigt die Minderheit aus dem
Lande. -

Ich war 1945 5 1/2 Jahre alt, als unser kleines Dorf im Hunsrück von
US-Soldaten besetzt wurde. Das erste was ich erlebte, als die
US-Soldaten uns aus unserem Bunkerversteck herausholten, war, daß einer
dieser Soldaten einem Nachbarn die Brieftasche mit seinem ganzen
Vermögen in Reichsmark aus dem Gepäck stahl. Sein Vorgesetzter - der in
diese Position der eingentliche Täter war (!!!) - stand dabei, zuckte
mit den Schultern und tat so als habe er nichts gesehn und verstehe
nicht, was der Nachbar von ihm wollte. In den 14 Tagen danach ging mein
Großvater - er war Zimmermann - von Haus zu Haus und schraubte auf den
Hahnenbalken Befestigungsmöglichkeiten ein, damit die Mädchen und jungen
Frauen sich abends dort oben festbinden konnten, wenn die betrunkenen
Soldaten kamen, um nach den Frauleins zu suchen. Als die beiden Pastoren
(kath. u. ev.) gemeinsam versuchten, den Vorgesetzten dieser Soldaten um
Mäßigung und Disziplinierung seiner Soldaten zu bitten, erlebten sie ein
Fiasko.

Ich könnte diese Beispiele jetzt fortsetzen durch die letzten fast 60
Jahre meines Lebens und müßte dann aufhören mit dem, was im Gefängnis in
Bagdad und jetzt wieder im Sudan geschah, bzw. geschieht.

Diese schreckliche Veranlagung liegt in der Natur des Menschen und darum
kann nur jeder Einzelne selbst dagegen ankämpfen. - Aber es muß darüber
geredet werden. Überall, bei jeder Gelegenheit und zu jeder Zeit, weil
sonst der nächsten Tätergeneration wieder der Boden für ihre Taten
bereitet werden würde! - Das muß verhindert werden!

Lieber Herr Babisch,

auch wenn ich jetzt mit meinen Zeilen schon etwas sp�t in die Diskussion eingreife - meine grunds�tzliche meinung, hatte ich ja schon dargelegt - danke ich ihnen sehr f�r diese klaren und AUSGEWOGENEN Worte.

Hier, denke ich, liegt "des Pudels Kern". Die geforderte Ausgewogenheit in der Berichterstattung liegt nicht in einer kritik der objektiven Fakten, sondern in einer Kritik der pauschalen Schuldzuweisungen.

Es war eben nicht das deutsche Volk oder die deutsche Armee, welche die uns�glichen Verbrechen beging und genausowenig war es die Rote Armee oder die Amerikaner, welche die beschriebenen objektiven Taten begingen. Es waren immer einzelne Menschen oder Menschengruppen, die sich jeweils ganz pers�nlich zu der Tat entschlossen, ganzegal,ob auf Befehl oder aus eigenen niederen Beweggr�nden. Und das eigentlich tragische daran ist der Umstand, dass in Zeiten des Krieges moralische Schranken fallen und durch Propaganda verdeckt werden und Menschen, die sonst nach Recht und Gesetz lebten, alle Normen �ber Bord werfen. Hier liegt die ganz individuelle Schuld jedes Einzelnen.

Man muss aber auch sehen, dass es bei allen beteiligten Seiten auch gegenteilige Extreme gab - Menschen die im Positiven �ber sich hinaus wuchsen... Leider sind solche Menschen aber immer und �berall in der Minderheit....

Beste Gr��e

G.-Ch. Treutler

Hallo Listis,

Die Vertreibung habe auch ich mit Grausamkeiten erlebt. Nur, was haben
wir denn (Die SS) in Auschwitz,
Maidanek, Ratibor oder Buchenwald gemacht? Unsere Wehrmacht war auch
nicht immer zimperlich.

Wie es in den Wald hineinschallt, kommt es heraus. Gewalt erzeugt immer
Gegengewalt.

Außerdem haben wir uns im Kapitulationsvertrag verpflichtet, Verbrechen
jedweder Art von den Gewinnlern nicht und nie zu verfolgen.

Krieg und die Folgen sind doch eigentlich verzichtbar; sie wären es auch
im Irak Krieg gewesen.

Hallo Karin,

Ich bin, Gott sei�s gelobt, auch erst sp�ter geboren, aber ich kann nicht
verstehen, warum diese Flucht und Vertreibung immer zum Problem wird. �ber
alle Verbrechen kann man reden (mu� man auch) , aber diese Vertreibung der
Deutschen sind allen nur peinlich und die Opfer werden zu T�tern gemacht.

Es

geht doch nur darum, dass man dar�ber redet und das auch diese Menschen
nicht vergessen sind.

ICH KANN VERGEWALTIGUNG UND MORD NICHT AUS MEHREREN BLICKWINKELN SEHEN!

EGAL

WER AUCH IMMER DIESES TUT!

Ich wollte Dir, wenn auch etwas versp�tet, f�r Deine Worte, die so treffend
sind, danken.
Gr��e aus Leipzig
Wolfgang Leistritz * 1938 im Eulengebirge, ab August 1946 im Kreis Zittau,
seit 1958 in Leipzig.

Hallo Ekkehart,
ich suche nach dem Namen HERRFORTH im Kreis Landeshut
bzw. Bolkenhain.

Anna Luise Amalia HERRFORTH (evangelisch)
* 14.09.1867 Adlersruh Kreis Bolkenhain
+ 17.05.1946 Merzdorf Kreis Bolkenhain
oo Julius August LIEBIG 07.06.1897 Rudelstadt

Sieht Du eine Verbindung? �ber eine Antwort w�rde
ich micht sehr freuen.

Liebe Gr�sse sendet
Melanie aus M�nster