Flucht- Vertreibung

Sehr geehrte Listenteilnehmer,
sehr geehrte Vertriebenen,
sehr geehrte Berichterstatter, -leser,

ich bin zu jung, um aus eigener Erfahrung mitreden zu k�nnen, aber weil
meine Gro�mutter Betroffene ist und mir nichts dar�ber erz�hlen m�chte,
interessiere ich mich f�r das Thema.

Also habe ich den Bericht auf der angegebenen Seite gelesen und auch mir
schien er - nat�rlich - nicht objektiv. Aber ich frage mich, wie �berhaupt
ein Bericht �ber solche Ereignisse objektiv sein kann. Jeder, der berichten
k�nnte, wird unweigerlich eigene Gef�hle miteinflie�en lassen, so sehr er
sich bem�ht, dies zu unterlassen.

Jeder, der sich f�r das Thema interessiert, wird das wissen und mehrere
Berichte lesen, sodass er auch mehrere Eindr�cke bekommt. Es wird wohl
unm�glich sein, geschichtliche Ereignisse so zu schildern, "wie sie wirklich
waren", weil jeder Einzelne von uns sie wahrscheinlich unterschiedlich
erleben w�rde, w�re er selbst in der Situation, und somit auch auf
Erz�hlungen unterschiedlich reagiert.

Nichtsdestotrotz finde ich jeden einzelnen Bericht wertvoll, weil viele
Seiten das Bild vom Ganzen vervollst�ndigen.

Liebe Gr��e
Astrid Hoffmann

Sehr geehrte Frau Hoffmann,

bitte mal ganz konkret: Wo ist Dr. Roland Mattern bei der Schilderung von
Flucht und Vertreibung nicht objektiv?

Herzliche Gr��e

J�rgen Kroner

-----Urspr�ngliche Nachricht-----

Sehr geehrter Herr Kroner,
das ist ein schwieriges Thema und eine schwere Frage. Ich hoffe, ich kann
sie einigerma�en beantworten, ohne falsch verstanden zu werden.

Die Zahlen sind mit Sicherheit objektiv, als nicht objektiv bezeichne ich
eher den Eindruck, den der Bericht macht. Als Beispiel: Es wird von
Vergewaltigungen berichtet, insofern geben die genannten Zahlen und auch die
Zeitungsberichte und gefundenen Briefe nat�rlich eine objektive Sicht und
das m�chte ich weder anzweifeln noch sch�nreden. Aber, na gut, ich mag als
Nachkriegskind vielleicht sehr naiv und gutgl�ubig sein, ich m�chte mir
nicht vorstellen, dass eine ganze Armee naturgem�� so geartet ist, dass sie
sich so verh�lt. Es wurde ja auch geschrieben, dass Propaganda (und sicher
nicht nur die) den Hass auf die Deutschen ziemlich gesch�rt hat. Die
Vertriebenen waren hier die Opfer und die Rote Armee die T�ter. Aber mir
pers�nlich fehlt in dem Bericht die Frage, ob die Rote Armee nicht
vielleicht auch Opfer war.

Ich hoffe wirklich, ich trete niemandem auf den Schlips, wahrscheinlich
denkt sich manch einer: was redet die, sie versteht nichts davon, sie war
nicht dabei. Aber genau deswegen sind wir ja auf Berichte aus dieser Zeit
angewiesen.

Ich m�chte nochmal betonen, dass ich den Bericht sehr informativ fand. Ich
wollte (mit einem zwinkernden Auge) halt ein bisschen hier vermitteln und
zum Ausdruck bringen, dass dieser Bericht wertvoll ist, dass man sich als
"Nichtwissender" aber auf keinen Fall nur auf einen Bericht beschr�nken
sollte, weil es immer mehrere Blickwinkel gibt und man eben nie alles �ber
etwas wei�.

Liebe Gr��e
Astrid Hoffmann

Sehr geehrter Herr Kroner,
das ist ein schwieriges Thema und eine schwere Frage. Ich hoffe, ich kann
sie einigerma�en beantworten, ohne falsch verstanden zu werden.

Die Zahlen sind mit Sicherheit objektiv, als nicht objektiv bezeichne ich
eher den Eindruck, den der Bericht macht. Als Beispiel: Es wird von
Vergewaltigungen berichtet, insofern geben die genannten Zahlen und auch die
Zeitungsberichte und gefundenen Briefe nat�rlich eine objektive Sicht und
das m�chte ich weder anzweifeln noch sch�nreden. Aber, na gut, ich mag als
Nachkriegskind vielleicht sehr naiv und gutgl�ubig sein, ich m�chte mir
nicht vorstellen, dass eine ganze Armee naturgem�� so geartet ist, dass sie
sich so verh�lt. Es wurde ja auch geschrieben, dass Propaganda (und sicher
nicht nur die) den Hass auf die Deutschen ziemlich gesch�rt hat. Die
Vertriebenen waren hier die Opfer und die Rote Armee die T�ter. Aber mir
pers�nlich fehlt in dem Bericht die Frage, ob die Rote Armee nicht
vielleicht auch Opfer war.

Ich hoffe wirklich, ich trete niemandem auf den Schlips, wahrscheinlich
denkt sich manch einer: was redet die, sie versteht nichts davon, sie war
nicht dabei. Aber genau deswegen sind wir ja auf Berichte aus dieser Zeit
angewiesen.

Ich m�chte nochmal betonen, dass ich den Bericht sehr informativ fand. Ich
wollte (mit einem zwinkernden Auge) halt ein bisschen hier vermitteln und
zum Ausdruck bringen, dass dieser Bericht wertvoll ist, dass man sich als
"Nichtwissender" aber auf keinen Fall nur auf einen Bericht beschr�nken
sollte, weil es immer mehrere Blickwinkel gibt und man eben nie alles �ber
etwas wei�.

Liebe Gr��e
Astrid Hoffmann