Flucht-Vertreibung

Liebe Schlesierfreunde,

falls jemand Interesse hat an Zahlen und Grafiken zur Flucht und Vertreibung
aus den ehemaligen Ostgebieten; hier habe ich heute etwas in Netz gestellt:

unter Flucht/Vertreibung.

Allen noch ein frohes Pfingstfest, sch�nes Wetter und viel Gl�ck und
Gesundheit
euer
Roland aus Wallenhorst

Hallo Roland,

  wer über Flucht und Vertreibung schreibt, sollte sich von einseitiger Darstellung fernhalten. Das hat mit seriöser Geschichtsschreibung nichts zu tun und dient auch nicht der genealogischen Forschung.

  Hubertus
  Dipl.-Historiker und Vertriebener

Lieber Hubertus,

ich danke dir f�r deine offenen Worte. Ich bin f�r jede Kritik dankbar,
jedoch mag ich eher konstruktive, da mit destruktiver Kritik niemandem
geholfen ist.

Du wirfst mir vor, einseitig und unseri�s zu sein und dass ich nicht der
Genealogie nachkomme. Das sind doch aber "Allgemeinpl�tzchen"; kannst du
etwas konkreter werden, da die Quellen, so wie ich meine doch seri�s sind
und wo du meine Einseitigkeit und Unseriosit�t siehst, m�chte ich auch gerne
wissen.

Genealogie beschreibt die Geschlechterkunde und die Ahnenforschung. Wenn ich
wissen m�chte, woher ich bzw. meine Ahnen kommen, muss ich auch wissen wie
diese hier hingekommen sind. Du wei�t das als Vertriebener, aber die
nachfolgenden Generationen?

K�nnen Geschichtswissenschaftler immer allen Seiten gerecht werden? Sehen
Geschichtswissenschaftler unterschiedlicher Nationalit�t Ereignisse nicht
auch unterschiedlich, weil ihnen vielleicht nur unterschiedliche Quellen
zug�nglich sind?

Ich w�rde mich �ber eine R�ckmeldung freuen.

Allgemein in die Runde m�chte ich fragen, ob ich meine Seiten in diesem
Forum, das doch eigentlich immer als offen galt, nicht mehr publizieren
soll? Ich beuge mich gerne und mache das, was die meisten w�nschen.

Trotz allem noch ein sch�nes Pfingstfest und alles Gute

Roland

www.mattern-online.info/schlesien2/index.html

-----Urspr�ngliche Nachricht-----

Moin zusammen,

Dr. Roland Mattern schrieb:

Ich bin f�r jede Kritik dankbar,
jedoch mag ich eher konstruktive

weil Hubertus Guske meinte:

Das hat mit seri�ser Geschichtsschreibung nichts zu
tun und dient auch nicht der genealogischen Forschung.

Wenn Ihr mich fragt:
Das hier ist nicht das richtige Forum f�r Eure Diskussion.
Und das meine ich durchaus konstruktiv.

Pfrohe Pfingsten allseits.
Hans-Christian Scherzer

Lieber Roland,
mach weiter so, wie bisher, denn Deine Seiten im Web sind ganz grosse
Klasse! Der Hubertus hat auch Anspruch auf seine eigene Ansicht heirzu, doch
deswegen solltest Du nicht auf Deine eigene verzichten!
Mit landsmannschaftlichem Gruss
aus Australien,
Manfred Pohl, frueher mal Breslau!

Hans-Christian Scherzer schrieb:

[.................]

Pfrohe Pfingsten allseits.
Hans-Christian Scherzer

;-))

"Pfrohe" find' ich auch ganz niedlich.....
Gru�
Detlev

Lieber Roland,

  dies hier ist nicht der rechte Ort, um Flucht und Vertreibung aus umfassender historischer Sicht darzustellen. Auf Deine Reaktion, für die ich dankbar bin, kann ich darum nur kurz antworten.
  Meine Bemerkungen beziehen sich nur auf Deine Seite "Vertreibung und Flucht", die Du uns zur Lektüre empfohlen hast. Diese Seite beschreibt das Thema lediglich aus der Sicht der Verbrechen sowjetischer Soldaten an Deutschen. Niemand bestreitet sie, auch russische Historiker heute nicht. Aber diese sehr verkürzte und eben einseitige Sicht kann die historischen Hintergründe und Abläufe von Vertreibung und Flucht nicht ausreichend erklären. Leider gibt es auch viele Medien-Darbietungen zu diesem Thema, die oft nur ausgewählte Fakten vermitteln und andere wichtige verschweigen.
  Flucht und Vertreibung können historiografisch gültig nur im Kontext internationaler politischer und militärischer Vorgänge und unter Benutzung aller verfügbaren nationalen und internationalen Quellen beschrieben werden. Die heutige Quellenlage zwingt dabei zu einer sehr differenzierten Beurteilung des Themas. Ein gutes Beispiel dafür ist das von Gregor Thum verfaßte Buch "Die fremde Stadt. Breslau 1945" (Siedler Verlag Berlin 2003), das unter Verwendung deutscher und polnischer Quellen eine wissenschaftlich saubere Darstellung damaliger Vorgänge in Breslau und ganz Schlesien bietet.
  Lieber Roland, Deine Bemühungen in der genealogischen Arbeit will ich keineswegs gering schätzen. Mir geht es nur um eine Korrektur Deines Bildes von Vertreibung und Flucht.
  Freundliche Pfingstgrüße
  Hubertus

Werter Herr Mattern,

nachdem ich ihren mail-Wechsel mit Hubertus gelesen hatte, war ich doch neugierig geworden und habe ihren Artikel �berFlucht und Vertreibung gelesen.
Nun ist es, wie so oft oder fast immer im Leben - die Welt ist nich schwarz-wei� oder zumindest beides gleichzeitig.
Das macht es uns zur Pflicht stets beide Seitenzu beleuchten, wenn man glaubw�rdig sein will. Und genau hier stimme ich der, zugegebenerma�en nicht unterlegten Kritik von Hubertus zu. Sie haben nur die schwarze Seite aus deutscher Sicht beschrieben. Inwiefern die Fakten jetzt vollauf stimmen, lasse ich mal dahin gestellt - prinzipiell sind sie sicher zutreffend. Das Problem ist tats�chlich die einseitige Sicht, die in ihrer Konsequenz eben zu einer falschen Darstellung des geschichtlichen Gesamtprozesses f�hrt. Sie lassen n�mlich eine Frage aus: Warum geschah dies alles ?
Warum haben einige sowjetische Armeeangeh�rige so gehandelt ? Warum haben einige sowj. Propagandisten zum Hass aufgerufen ?
Schlie�en wir mal einzelne tats�chlich verblendete Demagogen (die es immer und �berall gab) mal aus, dann werden die Ursachen deutlich, wenn man sich genauso objektiv vor Augen f�hrt, was Deutsche zuvor in der Sowjetunion angerichtet haben. Wenn man dann akzeptiert, dass es eben diese Soldaten waren, die zuvor 2 Jahre auf dem oden ihrer heimat die schlimmsten Verbrechen von Deutscher Seite erleben mu�ten und in diesem krieg der damit verbundenen allgemeinen Verrohung, wie es Kriege immer mit sich bringen, unterlagen, sieht man die Verbrechen auf deutschem Boden mit anderen Augen.
Nicht dass Sie mich falsch verstehen - alle diese Verbrechen sind zu verurteilen, keines zu rechtfertigen. Aber bitte betrachten Sie Geschichte im Zusammenhang und von allen Seiten, dann gewinnen Worte wie Schuld und Schuldige, Rache und Hass eine sehr zweideutige Bedeutung ....

Lesen sie doch mal den Bericht �ber die Flucht und Vertreibung meines Vaters aus Schlesien unter News & E-Mail bei t-online.de | Politik, Sport, Unterhaltung & Ratgeber

Mit freundlichen Gr��en
Gerd-Christian Treutler
www.treutler.online.ms

Hallo Hubertus !
Was ist daran so falsch ? Wichtig an Berichten ist, dass sie stimmen; die
Ausgewogenheit muss sich jeder selbst erarbeiten. Das Faktensammeln ist das
Wesentliche. Sicher erscheint dieser Bericht einseitigund subjektiv,aber er
ist nicht demagogisch; die Quellen sind bekannt und seri�s; was sollte man
erg�nzen, was ist weggelassen? Etwa die die Vorgeschichte: Die Deutschen in
der SU? Das sprengt den Rahmen �ber Flucht und Vertreibung zu schreiben. Die
Fakten stimmen !
Auch sollte man im Hinterkopf sich erinnern, dass dieser Krieg gegen
Hitler-Deutschland seitens der Alliierten als "Kreuzzug f�r die
Zivilisation" gef�hrt wurde (das klingt bedenklich modern!).
Ich bin zwar kein Vertriebener, aber nur durch Zufall, weil mein Vater
unmittelbar vor Kriegsbeginn in den "Westen" versetzt worden ist. Daf�r
kenne ich die Erz�hlungen meiner Verwandten.....

Ob man so etwas liest, sollte wohl jeder selbst entscheiden.

Friedrich Windeck, Berlin
(Diplom-Politiker und Historiker - weil es augenscheinlich die Autorit�t
erh�ht)

-----Urspr�ngliche Nachricht-----

Dr. Roland Mattern schrieb:

Lieber Hubertus,

[....................]

Allgemein in die Runde m�chte ich fragen, ob ich meine Seiten in diesem
Forum, das doch eigentlich immer als offen galt, nicht mehr publizieren
soll? Ich beuge mich gerne und mache das, was die meisten w�nschen.

Trotz allem noch ein sch�nes Pfingstfest und alles Gute

Roland

Hallo Roland,

a) der Verweis auf die eigene Homepage ist legitim.

b) Die Ausgewogenheit meiner Meinungsbildung habe ich selbst zu verantworten - ich *wei�*, da� die von Dir zur Verf�gung gestellten Berichte nur *eine* Sichtweise wiedergeben.

Ich bin aber durchaus in der Lage, mir Berichte, die die Ursachen hierf�r schildern, selbst zu beschaffen....
Selbst die Ausgwogenheit im Bereich der �ffentlich-rechtlichen Berichterstattung oder Meinungsdarlegung wird nicht von einem einzigen Beitrag erwartet, sondern von der Gesamtheit der Beitr�ge.

Unser Gesellschaftssystem bietet (Gott sei Dank) die M�glichkeit, sich umfassend zu informieren - sei es in Grundlagen oder Einzelheiten.

Ein frohes Pfingsfest w�nscht
Detlev
(nix Dr., nix Diplom oder sonst etwas - ganz einfach nur ein interessierter Detlev Piel)
:wink:

Hallo Forscherfreunde,

ich bin der Meinung Flucht und Vertreibung geh�ren genauso zur
Familiengeschichtsforschung wie Exulanten und Hugenotten wie
auch die polnischen Wanderarbeiter nach 1871 nach den
Kohlengruben in Lothringen und dem Ruhrgebiet.

Eine gewisse kritische Betrachtung zu den Themen ist jedoch
jederzeit angebracht.

Herzliche Gr�sse aus Upstate New York,
Guenter Boehm (*1939 Friedland, Kreis Waldenburg in Schlesien)

(Amateur-Familienhistoriker: aus Liebe und Freude zur Geschichte)

Hallo Roland,
Flucht und Vertreibung sind ein wesentlicher Teil der j�ngsten schlesischen
Geschichte und damit der Genealogie. Dieses Thema geh�rt sehr wohl in diese
Liste! Ansonsten sind wir nur Sammler von Daten wie andere Schmetterlinge
sammeln (wie ein Listenmitglied das mal so treffend formulierte).
Solange es Angeh�rige der Erlebnisgeneration gibt, wird dieses Thema auch
immer wieder auftauchen.
�berlebende von Auschwitz oder Vertriebene sollte man nicht an den
geschichtlichen Kontex gemahnen. Der wird uns von den Historikern vom
Schlage eines Guido Knopp ausreichend oft um die Ohren geschlagen. Er geh�rt
nicht, wie ein Glaubensbekenntnis, zu jedem Erlebnisbericht dazu.
Wenn ich lese dass "einige sowjetische Ameeangeh�rige so gehandelt haben",
ist das eine nicht den Tatsachen entsprechende Umschreibung der
Vergewaltigungsorgien, denen auch Polinnen zum Opfer fielen. Die Wehrmacht
hat Vergewaltiger standrechtlich erschossen!
Es bleibt dabei, der Einmaligkeit der deutschen Verbrechen im 2.Weltkrieg
wurden durch die "Befreier" einmalige Verbrechen entgegengesetzt. Diese
Verbrechen haben sie ein f�r allemal diskreditiert, bei den Betroffenen,
nicht bei den deutschen Historikern, die ja sehr schnell die Sicht der
Sieger �bernommen haben.
Ich hoffe auf weitere Erlebnisberichte, ganz gleich, ob objektiv, verkl�rt,
verbittert, mit geschichtlichem Hintergrund oder ohne.
Gr��e aus Leipzig
Wolfgang Leistritz * 1938 im Eulengebirge
PS.: Mir soll mal einer erkl�ren, wie ein Rotarmist seine Emp�rung �ber
deutsche Verbrechen dadurch kompensiert, dass er eine deutsche Mutter von
zwei Kindern wegzerrt und sie vor ihren Augen vergewaltigt.
So haben es sicher schon die Soldaten von Tschingis-Kan gemacht. �brigens
von polnische Soldaten sind Vergewaltigungen, soweit ich wei�, nicht
bekannt.

Hallo Herr Hubertus.
Warum Schreiben Sie nicht was geschehen ist wenn sie soviel Ktitik haben.
Sie können ja mal die andre Seite aus Ihrer Perspective vorstellen.

Gruss Hans in Montreal.