Flucht Vertreibung etc

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mit Entsetzen habe ich festgestellt, dass bei den meisten Youngsters die Unwissenheit über Flucht und Vertreibung nicht gespielt oder arrogant ist, sie wissen es wirklich nicht !! und wissen nicht mal, dass sie es nicht wissen !! Also die "Frankfurter Schule" hat schon toll und perfekt gearbeitet. Die ganze Thematik ist nicht mal den Lehrern, die sie nicht mehr gelehrt haben bewusst. Deswegen hier ein einfacher Grundkurs.

FLUCHT : erst im allerletzten Augenblick rafften Leute aus den deutschen Gebieten östlich von Oder-Neisse , binnen Stunden, wenige Dinge (Kleidung, Bettzeug, Kochtöpfe etc.) zusammen um vor der heranrückenden Front der Roten Armee "zu flüchten". Durch verunsicherte NS-Ortsgruppenleiter war das in vielen Orten nicht nur verpönt sondern auch verboten. Einmal um die Strassen für die Bewegungen der deutschen Front nicht zu verstopfen, aber auch um nicht eine Massenpanik auszulösen. Die es dann trotzdem an den Oderübergängen gab, wenn die Brücken gesprengt wurden. Die sogenannte Flucht verlief parallel zur heranrückenden Front.Heute wird das so ausgelegt: "Die sind doch von selbst abgehauen !" Manchmal war es zu spät und die Flüchtenden wurden überholt und niedergewalzt. Das ergab dann Vorfälle wie im schlesischen Ort Glausche, wo russische Panzer das Ende der Trecks überraschten.
Für die Flucht waren allerdings von der "Partei" schon vorher "Evakuierungspläne" aufgestellt worden, die Zielgebiete meist im "friedlichen" vom Krieg relativ unberührten Sudetenland hatten. So hatte für Schlesien jeder "Fluchtkreis" einen "Zielkreis" im Sudetenland. Der Zielkreis für den Kreis Namslau war z.B. der Kreis Luditz, mit Zwischenstopp im Kreis Landeshut.
Die Trecks waren Pferdewagen aus den Dörfern, die nicht vorbereitet waren, also meist keine Planwagen wie in Western-Filmen. Auf den Wagen, der Kälte schutzlos ausgesetzt, meist alte und kranke Leute oder Kinder, die nicht laufen konnten. Benzin für private Autos gab es nicht .
Die Wagen kamen überwiegend aus der Ebene, hatten keine Bremsen und kamen im Riesengebirge, im Februar bei - 20 ° Grad C, Glatteis und Schnee, schon bei den kleinsten Steigungen, in grosse Schwierigkeiten.
Städte wurden meist unter chaotischen Verhältnissen mit Zügen evakuiert.
An den Zielorten im Sudetenland blieben die Geflüchteten bis zum Kriegsende. Keiner wusste wie es wirklich weitergehen sollte. Über Nacht verwandelten sich harmlose , liebe Nachbarn in blutrünstige Monster, die sich auf
die wenigen geretteten Habseligkeiten der Flüchtlinge stürzten und dabei ausserdem eine heimlich über Rundfunksendungen angeheizte Wut und teilweise unverständlichen Hass abreagierten.
Für die Flüchtlinge gab es 2 Möglichkeiten, entweder zu versuchen im Westen (Bayern, Franken) bei Verwandten unterzukommen, oder nach Hause zurückzukehren. Die Alliierten und die Bürgermeister von betroffenen Gemeinden sagten durchweg ab "Nach Hause !" um die Leute einfach vom Hals zu haben.
Bis zum 1.Juni 1945 waren die Grenzen in Richtung Osten offen und die Trecks kamen teilweise unbehindert über
die Neisse zurück und fuhren durch das zerstörte Land bis in die Heimatorte. Unterwegs gab es Wegelagerer, die die die Trecks in Hinterhöfe umleiteten, um unter dem Vorwand Waffen zu suchen, zu Filzen und zu Stehlen was noch übrig geblieben war. Deutschen war es zu dieser Zeit verboten Zeitungen zu kaufen oder zu lesen, ebenso war Rundfunkhören verboten. Die zurückströmenden Flüchtlinge waren also blinde Ameisen, die nicht wussten was mit ihnen gemacht wurde und was ihnen bevorstand. Als die "polnische Westgrenze" zugemacht wurde, gab es einen grossen Stau im Grenzgebiet und viele der Flüchtlinge blieben deswegen damals in der Sowjetzone, der späteren DDR.

Wenn etwas nicht stimmen sollte, oder regional anders abgelaufen ist, bitte korrigieren.
Ich hoffe, dass dieser Text nicht unsinnig umgebrochen, oder doppelt gesendet wird.

mfG J.K.

Hallo Joachim,

vielen Dank f�r deine Email und dein Verst�ndnis f�r die Jugend.

Du solltest vielleicht noch einmal ein paar kl�rende Worte zur "Frankfurter
Schule" schreiben und vielleicht hast du auch �hnliches zu VERTREIBUNG, denn
da gibt es doch unterschiede.

Ich habe die Bef�rchtung, viele junge Leute m�gen nicht mehr nachfragen oder
neue Fragen zur Geschichte und Hintergr�nden stellen, weil sie Angst haben
hier f�r dumm erkl�rt zu werden, oder wie du das richtig ausdr�ckst:

"mit Entsetzen habe ich festgestellt, dass bei den meisten Youngsters die
Unwissenheit �ber Flucht und Vertreibung nicht gespielt oder arrogant ist,
sie wissen es wirklich nicht !! und wissen nicht mal, dass sie es nicht
wissen !!

Viele Gr��e aus Wallenhorst
Roland

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