Flucht und Vertreibung

Hallo Listies

Man hat mir viele Fragen gestellt, die ich auch direkt
beantworten möchte, um damit nicht die Liste zu belasten.
Oft kam aber der Wunsch, nach einer Erläuterung des
Begriffs "Vertreibung" im Zusammenhang mit "Flucht".
Deswegen hier eine kurze Ergänzung

mfG. J.K.

Listenreiche !

<mit Entsetzen habe ich festgestellt, dass bei den meisten Youngsters die Unwissenheit über Flucht und Vertreibung nicht gespielt oder arrogant ist, sie wissen es wirklich nicht !! und wissen nicht mal, dass sie es nicht wissen !!.............

FLUCHT : erst im allerletzten Augenblick rafften Leute aus den deutschen Gebieten östlich von Oder-Neisse , binnen Stunden, wenige Dinge (Kleidung, Bettzeug, Kochtöpfe etc.) zusammen um vor der heranrückenden Front der Roten Armee "zu flüchten". ..................

....... Rundfunkhören verboten. Die zurückströmenden Flüchtlinge waren also blinde Ameisen, die nicht wussten was mit ihnen gemacht wurde und was ihnen bevorstand. Als die "polnische Westgrenze" zugemacht wurde, gab es einen grossen Stau im Grenzgebiet und viele der Flüchtlinge blieben deswegen damals schon in der Sowjetzone, der späteren DDR. >

VERTREIBUNG : Gleichzeitig mit dem Schließen der neuen deutsch-polnischen Grenze, wurde von den Polen ein ca. 20 km tiefer Streifen entlang der Grenze, total von Deutschen leergeräumt, die dann sofort ohne Kommentar, über die Grenze in Richtung Westen abgeschoben wurden.
Das war der Beginn der "Vertreibung", die bis Ende 1946 anhielt, weil einige Deutsche entweder als Arbeiter oder Spezialisten noch gebraucht wurden. (z.B. Inbetriebnahme von Wasserwerken, Elektrizitäts-Werken, Fabriken etc.) Noch verbliebene Deutsche wurden dann systematisch zu Transporten zusammengestellt, mit Güterzügen, über Zwischenlager nach einem von den Alliierten vereinbarten Schlüssel, in die verschiedenen Besatzungszonen abgeschoben. D.h. in das um ca.114.000 qkm verkleinerte deutsche Kernland wurden zusätzlich ca. 12.500.000 Vertriebene gepresst, die dort nicht sehr willkommen waren.
Im krassen Gegensatz dazu gab es in anderen Abtretungsgebieten, wie z.B. Elsaß-Lothringen oder Saargebiet nie eine Vertreibung, die Menschen blieben in ihren Häusern auf ihrem Besitz und lebten unter neuer Landesherrschaft in ihrer Heimat weiter.

Wenn etwas nicht stimmen sollte, oder regional anders abgelaufen ist, bitte korrigieren.
Ich hoffe, dass dieser Text nicht unsinnig umgebrochen, oder doppelt gesendet wird.

mfG J.K.