F: Taufe eines toten Kindes

Hallo,

so viel ich weiß, kann jeder Christ eine Nottaufe vornehmen, somit wären
ungetaufte Kinder eher die große Ausnahme.
Um diese und andere, die Religion oder auch die Einträge in den
Kirchenbüchern betreffenden Fragen, genau klären zu können, sollten wir einen Theologen
als Ansprechpartner haben.

Mit freundlichen Grüßen
Edeltraud Breisch

Um diese und andere, die Religion oder auch die Eintr�ge in den
Kirchenb�chern betreffenden Fragen, genau kl�ren zu k�nnen, sollten wir einen Theologen
als Ansprechpartner haben.

Hier ein Statement zu diesem Thema von (fast) ganz oben
=> Theologie: Vatikan schafft die Vorhölle ab - FOCUS online

Damit d�rfte bei Kindern die "Taufe nach dem Tod" der "Taufe vor dem Tod" gleichgestellt sein, und wie ich es zwischen den Zeilen gelesen habe, gilt dies auch r�ckwirkend.

Mit bestem Gruss
Hanno (V.J.Kolbe)

Dies beantwortet aber nicht die Frage danach, ob die Kirche(n) "post mortem" - also nach dem Tod eines Kindes/Menschen - noch jemanden getauft hat. Gerade in der neueren Zeit - und dies nicht nur im evangelischen, sondern auch im katholischen Raum - ger�t die Kindertaufe zunehmend in die Diskussion. Es gibt keinen zwingenden Grund, ein Kind taufen zu lassen, vor allem dann, wenn die Eltern des T�uflings dem Glauben oder einer Kirche fernstehen: Dies w�rde bedeuten, dass dem T�ufling durch die Taufe auf irgendwie magische Weise etwas "geschenkt" w�rde. Das ist nicht der Sinn der Kindertaufe. Zudem: die Kindertaufe setzt voraus, dass die M�glichkeit zu einer anschlie�enden Erziehung des heranwachsenden Kindes im Glauben besteht. Die alte Kirche, d.h. die Kirche der apostolischen Zeit, kannte vermutlich keine Kindertaufe, sondern unterzog die Taufkandidaten dem Katechumenat mit ziemlich harten Verpflichtungen. Daraus erwuchs mit dem Aufkommen der Kindertaufe die Verpflichtung zu einer christlichen Erziehung - eine der eigentlichen Hauptaufgaben der Taufpaten. Wie aber sollte ein verstorbenes Kind christlich erzogen werden k�nnen?
Es gibt allerdings eine Ausnahme - so weit mir bekannt - auf dem weiten Gebiet christlicher Religiosit�t: Die Mormonen (Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage) taufen Verstorbene - gleich welchen Alters - stellvertretend, von da her die f�r uns Genealogen so segensreiche Einrichtung genealogischer Forschungsstellen mit den von von ihnen verfilmten Kirchenb�chern und sonstigen historischen Quellen. Diese sind die Grundlage f�r die dort praktizierte Taufpraxis.

Dieter H. Kniese, Pfr. i. R.