Ernst Ludwig Häberlin aus Markt Weiltingen

Liebe Familienforscherinnen und -forscher,

als Gast der Liste bitte ich Sie um Hilfe bei einer medizinhistorisch-familiengeschichtlichen Fallstudie. Ich bin Mediziner und studiere seit meiner Pensionierung Geschichtswissenschaft. Vielleicht können meine Ausführungen ja auch jemandem weiterhelfen, es würde mich freuen!

Es geht um einen Ernst Ludwig Häberlin, der nach seinen eigenen Aufzeichnungen in einem sogenannten "Rezeptbuch" am 2. August 1744 geboren wurde und als "Studiosus chirurgia" (Bader oder Wundarzt) 1760 eine Ausbildung in Markt Weiltingen begann.

Dieses Rezeptbuch ist das Ausgangsmaterial meiner Arbeit. Darin hat E. L. Häberlin Erlebnisse und sein erlerntes Wissen dokumentiert. Die Aufzeichnungen beginnen mit seiner Ausbildung am 4. Januar 1760.

Es muss sich bei E. L. Häberlin (auch Häberlein bzw. Heberlein) um den Angehörigen einer Bader- und Wundarztfamilie handeln, da in der Region bis Anfang des 19. Jahrhunderts mehrere Wundärzte dokumentiert sind (Sachsen bei Ansbach) und ihre Herkunft mit Weiltingen angegeben wird. Später treten auch akademisch ausgebildete Ärzte gleichen Namens in Erscheinung, die ebenfalls aus Weiltingen stammen sollen.

E. L. Häberlin erwähnt in seinem Rezeptbuch auch einen "Johann Friedrich Häberlin", "Amtsvogt zu Wildenstein", den ich zunächst für den Vater gehalten habe. Tatsächlich wird in der Beständeübersicht des Staatsarchivs Ludwigsburg für die Zeit von 1737-1779 ein Johann Friedrich Heberlein als Amtmann auf dem Rittergut Wildenstein (Gemeinde Fichtenau) genannt. Er scheint jedoch nicht der Vater zu sein, da er zwar in einer Kommunionsliste der ev. Wildensteiner Kirchenbücher genannt wird, eine Taufe des E. L. Häberlin darin aber nicht vorkommt. Ich vermute, dass es sich um einen Verwandten handelt, der bei der Geburt die Patenschaft übernommen hat. Eine Antwort auf meine Anfrage an das evangelische Kirchenbucharchiv Weiltingen hinsichtlich eines Taufeintrags des E. L. H. steht noch aus.

Was noch bemerkenswert ist: In der "Geschichte der Gemeinde Wildenstein" von H. J. König von 1968, die das "Wildensteiner Gült-, Saal- und Abrechnungsbuch“ von 1574 zitiert, werden ein "Hannß Michael", "Johann Friedrich" und „Christian Friedrich Heberle" als Badstubenbesitzer genannt.

Ziel meiner Arbeit ist, die Familiengeschichte unter besonderer Beachtung der medizinhistorischen Aspekte zu beleuchten. Dabei versuche ich auch nachzuvollziehen, welchen Weg die Handschrift bis in die jüngste Vergangenheit genommen hat. Die Handschrift soll vor nicht langer Zeit von einer Händlerin aus Rot am See verkauft worden sein und aus einer Apothekenauflösung stammen.

Meine Frage ist, gibt es Kunde von dieser Familie Häberlin in der genannten Region und Zeit in Ihrem Forum? Für jeden Hinweis bin ich sehr dankbar.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit bei meinen etwas umfangreich gewordenen Ausführungen!

Mit besten Grüßen aus dem Ruhrgebiet

Ralph Schimpf