Du bist der Algorithmus - Long version

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Hier geht es um dich und deine Rolle bei der Verbreitung von Nachrichten. Der Mensch tritt an die Stelle von Algorithmen. Du bist ein Algorithmus aus Fleisch und Blut, ausgestattet mit Verstand.

Und Du sollst unsere Beiträge teilen. Teilen, und nicht liken.

48 Stunden nach diesem Beitrag hier erscheint ein Beitrag “„Status Animarum“ für 1749/50 für St. Remigius Borken gesucht”

Und dieser Beitrag muss es um die Welt herum schaffen. Damit unsere Suche erfolgreich verläuft.

Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, die etwas längere Erklärung hier vorzuschieben.

Die vernetzte Welt: Kleine-Welt-Theorie und “Six Degrees of Separation”

Hast du schon mal von der “Kleine-Welt-Theorie” oder dem “Six Degrees of Separation“-Phänomen gehört?

Das ist echt interessant, denn es besagt, dass jeder Mensch mit jedem anderen Menschen auf der Welt über eine erstaunlich kurze Kette von Bekanntschaften verbunden ist. Laut verschiedenen Studien und Experimenten beträgt die durchschnittliche Anzahl der Verbindungen zwischen zwei beliebigen Menschen auf der Welt etwa 6 bis 7.

Der amerikanische Psychologe Stanley Milgram führte 1967 ein bahnbrechendes Experiment durch, bei dem er eine durchschnittliche Pfadlänge von 5,5 (aufgerundet 6) Verbindungen zwischen zwei zufällig ausgewählten Personen feststellte. Spätere Studien haben gezeigt, dass diese Zahl stimmt. Das Kleine-Welt-Phänomen kann uns im Job und auch im Hobby weiterhelfen. Wir merken dann, wie wichtig Beziehungen und “Vitamin B” sein können.

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Das Kleine-Welt-Phänomen hat einen großen Einfluss auf die Verbreitung von Informationen in sozialen Medien. Aber – und das ist ein Aber, das wir uns bewusst machen sollten – das Phänomen kann auch dazu führen, dass sich gleichgesinnte Nutzer in ihren Ansichten gegenseitig bestärken und so Echokammern entstehen.

Du musst die Personen in der Verbindungskette nicht persönlich kennen. Es geht nur darum, dass jeder Mensch auf der Welt mit maximal sechs anderen Menschen verbunden ist. Das können Freunde, Bekannte oder auch entfernte Kontakte sein. Es reicht auch aus, wenn sich zwei Menschen in einer Echokammer befinden.

Was ist die Echokammer?

Hast du schon mal von der Echokammer gehört? Das ist ein Begriff, der besonders in den sozialen Medien für eine Art Filterblase steht, in der man ständig nur die gleichen Meinungen und Informationen zu lesen bekommt, die einen nur bestätigen.

Wie das genau funktioniert, erkläre ich dir gern.

Die sozialen Medien zeigen uns Inhalte, die zu unseren bisherigen Interessen und Ansichten passen. Wenn du also oft bestimmte Meinungen likest oder teilst, bekommst du immer mehr ähnliche Inhalte angezeigt.

Dazu kommt unsere Neigung, uns mit Menschen umzugeben, die die gleichen Ansichten haben. In sozialen Medien folgen wir oft Accounts, die unsere eigenen Ansichten teilen, und meiden solche, die widersprechen. Das kann leider dazu führen, dass wir in unserer eigenen Blase gefangen bleiben und die Welt nur noch so sehen, wie wir sie uns vorstellen.

Wir folgen den Accounts, die unsere Meinung bestätigen, und ignorieren oder lehnen andere Meinungen ab. Wir sind in unserer eigenen Blase gefangen. Wie entkommen wir der Blase?

Du bist sozial

Der Mensch hat soziale Kontakte in verschiedenen Bereichen seines Lebens. Da gibt es die Familie, also Eltern, Kinder und Geschwister, mit denen oft die engsten und längsten Beziehungen bestehen. Freundschaften sind selbst gewählte Verbindungen, die auf Vertrauen und emotionaler Nähe basieren. Dann gibt es die Partnerschaft mit ihren Intimen Beziehungen zu Lebenspartnern. Auch Arbeit und Studium sind wichtig, denn da haben wir Kollegen, Kommilitonen und berufliche Kontakte. Und dann gibt es noch die Nachbarschaft, Beziehungen zu Menschen in der unmittelbaren Umgebung, Kontakte durch Teilnahme an Veranstaltungen, Vereinen oder kulturellen Aktivitäten. Und nicht zu vergessen die digitalen Plattformen, die es uns ermöglichen, unsere Kontakte aufrechtzuerhalten und zu erweitern. Die Dunbar-Zahl besagt, dass ein Mensch etwa 150 bedeutsame soziale Beziehungen aufrechterhalten kann, wobei diese Zahl durch soziale Medien auf bis zu 180 angestiegen sein könnte.

Die sozialen Beziehungen sind wie einzelne Echokammern. Schau dir das Bild an und überlege, welche deiner Beziehungen darauf abgebildet wurden.

Du bist der Algorithmus

Menschen, als bewusste, denkende Akteure, spielen bei der Verbreitung von Nachrichten eine zentrale Rolle. Du hast die Möglichkeit, sozusagen wie Algorithmen zu handeln, also Inhalte zu filtern und weiterzuverbreiten.

Deshalb teile Nachrichten in den sozialen Medien, wenn sie Deinen Ansichten entsprechen.

Trage die Nachricht aus der einen Echokammer in die nächste Echokammer.

Von der Genealogie in die Familie, den Beruf, ein nächstes Hobby, in die Nachbarschaft. Nehmen wir facebook als Beispiel: Trage es in die entferntesten Gruppen, die sich mit Genealogie beschäftigen.

Nutzer können durch ihr aktives Teilen, Tweeten, Posten und Weiterleiten von Informationen selbst zu einem individuellen „Algorithmus aus Fleisch und Blut” werden, der entscheidet, welche Inhalte weiterverbreitet werden.

Es gilt die „Kleine-Welt-Theorie” in der Praxis anzuwenden.

Jetzt heißt es: Teilen, ReTweeten, Posten, Reposten, Share, Weiterleiten

Unterschiedliche Begriffe, meinen aber die selbe Funktion. „Teilen” ist eine tolle Funktion, mit der du Inhalte mit anderen teilen und interagieren kannst. Du kannst Beiträge, Bilder, Videos oder Links über verschiedene Plattformen wie Facebook, Twitter, LinkedIn und andere teilen. Viele Websites haben “Teilen”-Buttons, mit denen du Inhalte mit nur einem Klick in deinen sozialen Netzwerken verbreiten kannst.
Das Teilen in sozialen Netzwerken ist ein echt tolles Werkzeug, um Inhalte zu verbreiten und mit anderen in Kontakt zu treten. Es erleichtert die schnelle Verbreitung von Informationen und fördert die digitale Vernetzung.

Zwei Bespiele zum Teilen gebe ich noch.

Das Teilen auf Mastodon

Drücke auf das Teil, auf welches der Pfeil zeigt. Alle Deine Follower bekommen es in ihrer Timeline angezeigt. Ein weiterer Weg hier:

Du schreibst einen kurzen Text rein, mit #hashtags, und fügst zum Schluss noch den Link vom Blogbeitrag ein.

Bei Facebook ist es noch einfacher.

Da kannst es in Deinen Feed teilen. Weitere Optionen werden angezeigt. Die Gruppe ist noch sehr beachtlich, teile es in Gruppen, wenn Du in einer bist.

Und wir sind fast am Schluss.

Unterhalb unserer Blogbeiträge findest Du eine Auswahl sozialer Netzwerke. Bist Du Teilnehmer, dann drücke drauf und teile. Zum Schluss noch die Mail, auch eine gute Möglichkeit etwas zu teilen.

Das ist jetzt nicht abschließend beschrieben.

Wenn Du immer noch nicht genug hast, hier kommen weiter führende Links zum Teilen.

DsiN-Digitalführerschein (DiFü), Social-Sharing, Social Sharing: 6 Gründe, warum User Euren Content teilen.

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Ist das ein LLM-generierter Text? (Ungewöhnlicher Duktus)

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Nein, ist es nicht. Was fällt Dir auf, was ist ungewöhnlich?

Aber er war lange in der „Mache“, ist mehr wie einmal umgeschrieben worden. Der erste Entwurf war deutlich vor Weihnachten und es gab, wie man dem Titel entnehmen kann, mehrere Versionen. Und ursprünglich waren es einmal drei Beiträge, so richtig erinnre ich jetzt nicht.
Eine Version, eine kürzere, wurde noch kurz vor der Veröffentlichung gecancelt, liegt jetzt im trash.

Zu lange und zuviel drann rumgedoktert?

Wird er wenigstens verstanden?

Und kurzer Nachtrag, die Bilder der Echokammer, und das nachfolgende, der Mensch, sind KI generiert. Hat vielleicht abgefärbt. :clown_face:

Weniger ist manchmal mehr :person_shrugging:

Die Frage wird sein, wie viele Menschen einen Text in der Länge tatsächlich komplett bis zum Ende lesen.

Wahrscheinlich ist es eher die Art der Ansprache und die partielle Genealogie-Ferne, die bei mir diesen Eindruck hinterließ. Nimm es bitte nicht persönlich. Immer öfter frage ich mich: Wer spricht da eigentlich zu mir? Hier lag ich daneben.

Das stimmt so nicht. Das Teilen im Fediverse ist viel einfacher, als hier beschrieben. Diese Aktionen

Du schreibst einen kurzen Text rein, mit #hashtags, und fügst zum Schluss noch den Link vom Blogbeitrag ein.

werden nicht benötigt. Man klickt im Client oder der Webansicht auf den Teilen-Knopf und fertig. Schon scheint der geteilte Beitrag in der Timeline all der Personen, die dir folgen mit einem Hinweis, dass du den Beitrag geteilt hast. Ein paar Ausnahmen gibt es (gefilterte Timeline, vor kurzer Zeit von anderen geteilt usw) aber im Wesentlichen ist es das.

Das habe ich ja genau davor erklärt. Aber wenn man dieses Teilen persönlicher gestalten will, einen erklärenden Text davor setzt, dann eben so.

Diese Fragestellung ist doch durchaus berechtigt.

Wenn Du LLM-generiert Texte lesen möchtest, dann hier . Jeden Tag kommen da Texte rein, die eine KI generiert. Schau mal die Meldungen zu Beginn und wie sie heute ausschauen. Eine Evolution - so würde ich sagen. Der Mensch ist aber immer dahinter aktiv.
Aus 200 bis 300 Meldungen filtere ich die relevanten Meldungen heraus. Das ist erforderlich, Du würdest sonst vom Stammbaum der Erdbeeren, Pferden oder Hunden, sowie aller möglicher oder unmöglicher Kram lesen.

Hier ein Beispiel, die Erdbeeren finde ich gerade nicht.

Ich habe ihn bis zu Ende gelesen, weil er gut und anschaulich erklärt war. Obwohl ich mich selbst mit dem Thema schon beschäftigt habe, ist es immer interessant wieder neue Impulse zu bekommen.
Also Danke @Bernhard.Mosolf

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