Herkunft und Ausbreitung der Slawen
Neue Untersuchungen alter Genome deuten auf einen Bevölkerungswechsel in Mitteldeutschland hin, wobei das Ursprungsgebiet zwischen Süd-Weißrussland und der Zentralukraine lag. Archäologische, sprachwissenschaftliche und genetische Hinweise stützen die Einwanderungshypothese.
Genetische Untersuchungen
Genetische Untersuchungen von 550 alten Genomen im Rahmen des HistoGenes-Projekts bestätigen die Einwanderungshypothese. In Mitteldeutschland, östlich der Elbe-Saale-Linie, wurde nach dem Untergang des Thüringerreichs ein slawischer Abstammungsanteil von etwa 85 % festgestellt.
Siedlungsstruktur und Sozialorganisation
Die slawischen Gemeinschaften waren um patrilineare Großfamilien organisiert und siedelten zunächst in unbefestigten Dörfern. Frauen verließen ihre Dörfer durch Heirat und wurden Teil der Gemeinschaft ihrer Ehemänner. Ab dem 8. Jahrhundert wurden die offenen Dörfer aufgrund des fränkisch-sächsischen Eroberungsdrucks zunehmend durch befestigte Anlagen ersetzt.
Archäologische Forschung
Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) Sachsen-Anhalt spielt eine wichtige Rolle bei aDNA-Studien. Die Löss- und Schwarzerderegionen Mitteldeutschlands bieten günstige Bedingungen für die Erhaltung von Skeletten und aDNA. Das LDA Sachsen-Anhalt kooperiert mit dem Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie (MPI EVA) in Leipzig.
Sources:
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