Neue genetische Untersuchungen an alten menschlichen Skeletten aus dem Südpazifik werfen Licht auf die komplexe Besiedlungsgeschichte der Region über die letzten 3.000 Jahre. Eine internationale Forschergruppe analysierte Wanderungsbewegungen und deren Einfluss auf die kulturelle und sprachliche Vielfalt in einem Gebiet von über 30 Millionen Quadratkilometern, das Vanuatu, Neukaledonien, Fidschi und Polynesien umfasst.
Wanderungswellen und genetische Erkenntnisse:
Erste Siedler: Die ersten Besiedler stammten aus südostasiatischen Populationen.
Zweite Einflüsse: Heutige Bewohner zeigen Verwandtschaftsbeziehungen sowohl zu südostasiatischen als auch zu west-ozeanischen Gruppen mit Verbindungen zu Papua, die durch spätere Wanderungen ankamen.
Tempo der Ausbreitung: Die frühe Ausbreitungswelle aus Südostasien verlief schneller als die Welle mit Papua-Bezug. Menschen mit Papua-Bezug waren bereits vor 2.700 Jahren in Vanuatu, erreichten Fidschi aber erst mindestens 500 Jahre später. Die südostasiatische Welle legte diese Route deutlich schneller zurück.
Genetische Verbindungen: Eine zweite Welle von benachbarten Archipelen wie Vanuatu schuf bisher unbekannte genetische Verbindungen zwischen den Inseln des Südpazifiks.
Datengrundlage: Genomische Daten von 72 Individuen aus den letzten 3.000 Jahren, einschließlich der ersten Genomdaten von frühen Menschen aus Fidschi, wurden analysiert.
Besondere Siedlergemeinschaften und Sozialstrukturen:
Polynesische Gemeinschaften in Vanuatu: Trotz ihrer geografischen Lage außerhalb des polynesischen Dreiecks pflegen diese Gemeinschaften polynesische Kultur und Sprache. Polynesier gründeten diese Siedlungen in Süd-Vanuatu vor etwa tausend Jahren.
Soziale Schichtung in Fidschi: Eine Gemeinschaft in Fidschi, die vor etwa 1.500 Jahren lebte, zeigte eine ungleich verteilte genetische Durchmischung mit der Papua-Gruppe. Eine biologisch verwandte Untergruppe hob sich genetisch ab und verfolgte möglicherweise soziale Praktiken zur Erhaltung von Wohlstand und sozialem Status.
Zusammenfassende Einblicke:
Die Studie bietet einen Überblick über die großen Wanderungsbewegungen während der Besiedlung des Südpazifiks und liefert neue Einblicke in die komplexen Wechselwirkungen zwischen menschlichen Wanderungen und sozialen Strukturen in frühen Inselgesellschaften.
Wissenschaftlicher Ansprechpartner:
Prof. Dr. Cosimo Posth
Universität Tübingen
Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment
Dr. Michal Feldman
Universität Tübingen
Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment
m.feldman@ifu.uni-tuebingen.de
Originalpublikation:
Feldman, M., Arauna, L. R., Carlhoff, S., Naegle, K., Radzeviciute, R., Drucker, D. G., Stirling, C., Barr, D., Reid, M., Nunn, P. D., Nakoro, E., Kiko, L., Gibbs, M., Rechtman, R. B., Flexner, J., Zinger, W., Willie, E., Shing, R., Kuautonga, T., Moser, J., Gresky, J., Bedford, S., Clark, G., Burley, D. V., Buckley, H. R., Kinaston, R. L., Valentin, F., Powell, A., Krause, J., Posth, C.: Ancient genomes reveal distinct human dispersals and social stratification in the settlement history of western Remote Oceania. Cell, https://doi.org/10.1016/j.cell.2026.07.044Sources:
KI-gestützt gefunden, übersetzt und zusammengefasst – anschließend von einem Menschen geprüft und bewertet. Zur Verfügung gestellt von news@genealogy.net - den Machern des Blog