Digitales Fotografieren

Hallo Elfa,
Mein Mann und ich haben je eine Fuji Kamera, mit denen haben wir bereit viele alte Dokumente und Bilder abgelichtet haben. Auch an Plätzen, an denen es nicht möglich war, mit einem Scanner zu arbeiten. Scanner tun alten Dokumenten wohl auch nicht so gut. Ich habe noch nie ein Stativ benutzt, die Auflösung sollte schon bis zu 6 Megapixel sein, wenn man z.B. eine Seite eines gefilmten Kirchenbuches ablichtet, ist es mit 6 Megapixel hinterher auch noch sehr gut zu vergrößern.
Die Modelle haben zwischen unter 300 und unter 400 gekostet. Wir sind restlos zufrieden. Man sollte allerdings auf die Möglichkeit der Makroeinstellung achten und darauf dass die Cameras lichtstark sind.
Alles Gute
Ute

Guten Abend,
ich hätte eine Bitte an alle Fachleute aus der Liste. Mein Mann will mir eine
Camera schenken. Mit welcher kann man am besten Dokumente fotografieren?
Für jeden Hinweis bin ich im voraus dankbar.
Mit forschenden Grüssen
Elfa

Ein schönes Hallo in diese Runde,

das Thema "Abfotografieren" ist anscheinend sehr heiss, was die Resonanz
hier in der Liste bisher betrifft. Im Grunde genommen ist es egal, mit
welcher Kamera-Marke man Urkunden am Mikrofish fotografieren darf (!!!).
Nicht alle Mormonen-Genealogiestellen erlauben das übrigens. Es spielen
hierbei immer die Verwertungsrechte eine Rolle, d.h. es gibt gewisse
Auflagen von konventionellen Kirchen, die zwar die Rechte an
Mikroverfilmungen von KB für die Mormonen erlauben, aber nicht das
Fotografieren aus diesen "Kopien" ... Heikles Thema, aber das ist jetzt eine
andere Sache.

Ich habe selbst schon für diesen Zweck sehr gute Digitalbilder mit einer
Kamera mit einer sehr guten optischen Qualität und einer 8 Mio.
Pixel-Auflösung gemacht (und die kostete ca. 600 Euro!). Die Optik spielt
tatsächlich eine wichtigere Rolle als die Pixelauflösung. Generell kann man
sagen, dass die vorhandenen Lichtverhältnisse in der Forschungsstelle eine
wichtige Rolle bei den Aufnahmen eine Rolle spielen. Bei der Digitalkamera
sollte man auch die ASA_ Zahl auf 400 erhöhen (bei schlechten
Lichtverhältnissen ansonsten 200 ASA) und das sollte ausreichen , um gute
bzw. brauchbare Ergebnisse bei der Aufnahme zu erzielen. Mit Stativ und
Blitz muss man nicht mehr arbeiten. Wichtig ist, dass die Kamera eine
Anti-Shake-Funktion hat.

Meine Aufnahmen zeigen bis in den Buchstaben hinein absolut scharfe
Konturen. Wer es jetzt doch wissen will, welche Kamera ich mit Erfolg bei
Mikrofish-Aufnahmen einsetze, dem will ich es jetzt nicht vorenthalten:

KONICA MINOLTA - DIMAGE A 200

Ich denke, alle Kameras unter 5 Mio. Pixel wären hier zu diesem Thema eine
Fehlinvestition ...

Schöne Grüße aus Pforzheim

Fritz Schulz

"Ute Lobisch" <mailto:lobisch@onlinehome.de> schrieb:
Man sollte allerdings auf die M�glichkeit der Makroeinstellung achten
und darauf dass die Cameras lichtstark sind.

Hallo Werner,

auch ich sehe gerade nach einer neuen Camera (meine ALDI-Cam-gerade 3 Jahre alt -ist defekt, Reparatur lohnt nicht) und Deine für mich fachmännisch klingenden Informationen haben es auf den Punkt gebracht - die werde ich morgen im Fotogeschäft "an den Mann bringen".

Herzlichen Dank an alle für die Tips und besonders an Werner.

Eine gute Nacht und

best Grüße

Annelotte (Karstens)

<wg-wicht@t-online.de> schrieb:

Hallo Annelotte,
Danke f�r die Blumen. Vorsicht, die sogennanten Fachverk�ufer m�gen oft
wissende und fordernde Kunden nicht. Dann einfach Gnadenlos
weiterziehen, denn ein echtes Fotofachgesch�ft (und dessen Service) ist
Gold wert und hat oft auch die gegeizten Preise zu bieten. Nur wenn man
genau weiss was es sein soll oder muss, kannn man die Geiz und
Bl�dpreise mitnehmen, dann braucht man aber diese Verk�ufer nicht
mehr...
Viel Erfolg auf der Suche w�nscht Dir
Werner

Lieber Fritz Schulz,

Ihre Ausf�hrung trifft alle Punkte, bis auf die Meinung, dass alles was unter 5 Mega Pixel ist, eine Fehlinvestition ist.

Im �brigen ist mir aufgefallen (nat�rlich auch bei mir), dass wir immer von unseren Erfahrungen mit unserer eigenen Kamera sprechen.
Also, wie schon berichtet: Ich habe eine Canon G2. Schon ein etwas �lteres Modell (3 Jahre) mit 4 Mega Pixel. Diese gen�gt vollauf.
Ich wage sogar zu behaupten, dass es auch noch mit 2 Mega Pixel geht. Aber da wird es schon sehr eng. Je nach Schriftgr��e kann es da zu Problemen kommen. Dazu k�nnen, oder haben sich vielleicht schon einige ge�u�ert.

Auch mu� ich noch erw�hnen, dass ich bei der Canon noch nicht einmal die Makro-Einstellung gew�hlt habe, um optimale Aufnahmen zu erhalten.
Ich wei� nicht, ob jede Kamera in der Lage ist, bei Makro-Aufnahme die Belichtungszeit einzustellen. Und die ist f�r die Lichtverh�ltnisse in R�umen mit k�nstlichem Licht von entscheidender Bedeutung f�r eine gute Aufnahme.

Herzliche Gr��e,

    Fritz (Loseries)

Fritz Schulz schrieb:

Hallo,

genau so wie bisher beschrieben ist auch die Erfahrung mit meiner CAMEDIA mit 2,1 Mio. Pixel. Vollkommen ausreichend, allein die Optik macht es.

Mit besten Gr��en

Dietmar Hoffmann

Fritz Loseries schrieb:

Guten Abend.

Meine Einlassungen zu diesem Thema (ich weiß wovon ich schreibe, denn ich habe
sowohl Original KB's als auch Bücher und Mikrofilme fotografiert).

Meine Ausrüstung:
16 Mill. Pixel Kamera mit einem 100er Makro 1:2,8 UMS, Stativ, Zwischenring sowie
250 und 500er Nahlinse, Fernauslöser Blitzlicht (auch mit Verlängerung um den Blitz
dort hin richten zu können, wo ich ihn benötige), mehrere 1MB Speicherkarten, ein
Lesegerät und eine 80GB externe Festplatte, dazu eine 5m Kabeltrommel und für
Mikrofilme von Novoflex das Castel-Cop-Digi,

1. Allgemeines
Für mich macht es einen Unterschied, ob ich eine Kamera mit 16 Mil oder 4 Mil. Pixeln
einsetze. Auch ob ich eine Kamera mit "echten" Objektiven oder eine solche mit
integriertem Zoom einsetze. Spätestens am Bildschirm, wenn es darum geht
herauszufinden was der Pfarrer mit seiner unleserlichen Handschrift (womöglich noch
in Süterlin) geschrieben hat, werden auch Sie den Unterschied merken. Nebenbei,
runterrechnen kann ich immer, die Schärfe nimmt sogar noch zu.
Für Bücher und A4 Dokus mögen z.B. 4 Mil ausreichend sein, spätestens dann wenn
Sie ein Heirats-KB, bei dem sich der Eintrag eines einzelnen Ereignisses über zwei
Seiten erstreckt, fotografieren werden Sie es zu schätzen wissen, wenn Sie einige
Millionen Pixel draufgelegt haben.

Wenn ein Zoom Objektiv mit einem Umkehrring aufgesetzt wird, wie z.B. ein 28-105 mit
einem Novoflex Umkehrring, erzielen Sie ein weniger gutes Ergebnis weil, der
Autofocus funktioniert bei dieser Kombi nicht, dazu kommt daß die Schärfe konisch zu
den Rändern abnimmt.

Sollte ich mal nicht nahe genug an das Opfer meiner Begierde herankommen, nehme
ich einen Zwischenring oder schraube ein oder beide Nahlinsen auf das Objektiv.

Ich fotografiere nur im JPG Modus, weil die Nacharbeiten im RAW-Modus (bei kaum
besseren Ergebnissen) ziemlich zeitintensiv sind, dazu Speicherprobleme auf der Karte
verursachen: RAW: 56 Bilder, JPG ca. 160. Jedes Bild hat entpackt so um die 45 MB
und wird nachbearbeitet: Ausschneiden, Umwandeln in Graustufen, nachschärfen.

Die hier empfohlenen Hinweise auf Erhöhung der ISO-Werte auf bis zu 1600 halte ich
für nicht nachvollziehbar, denn je höher der ISO Wert um so groberer Hintergrund
(Korn). Ich lasse es bei 100.

2. Mikrofilme
Stativ, Digi-Copy 100er Makro, Blitz mit langem Kabel.
Die von Novoflex gelieferte DIA-Halterung eignet sich nur bedingt zum durchziehen der
Filme. Dort wo die Pfarrer "Überformat" Bücher hatten wird ein Teil der Informationen
verdeckt. Die neueren Bücher ab Ende 19. Jhdr. sind kleiner und passen.
Also müssen Sie sich den passenden Ausschnitt auf dem verschiebbaren Dia-Halter
selbst basteln. Die volle Rolle wird auf die Halterung eines Spinnrads gesteckt (erfinden
Sie weitere Möglichkeiten) und der Film per Hand durchgezogen.Per Fernauslöser Bild
- Klick, Bild - Klick etc. Der Modus der Kamera wird auf Manuell gestellt: Blende 8 und
200, dazu Aufhellblitz (Blitzlicht von Hand schräg von Oben hinter die Streuscheibe des
Castel-Cop gehalten.

Haben Sie ein großes Fenster mit Sonnenblick, können Sie sich den Blitz sparen und
sogar ein Programm Modus wählen, wenn Sie das verwackeln, das immer möglich ist,
ausschalten, indem Sie das Stativ mit dem Copy so vors Fenster rücken, daß von dort
abgestützt wird.Wichtig ist, daß der Film plan auf der Streuscheibe aufliegt, da Sie
sonst parzielle Unschärfen haben werden.
Ach ja, Sonnenschein währe auch nicht schlecht. Da aber die Sonne - wie bekannt -
von Oben scheint, lege ich eine Graupappe auf Kamera und Streuscheibe.

3. Bücher Dokus im Original
Lichtstarkes Objektiv, z,B. 100er Makro oder Festbrennweite 50mm 1:1.4.kein Blitz,
kein Stativ und eine Kamera mit einem "Flüsterverschluß". Wissen Sie wie tödlich
Blicke von Menschen sein könne, die sich beim Lesen gestört fühlen? Sogar zum
Räuspern gehen die Herren und Damen Leser vor die Tür und dann kommen Sie mit
Ihrem KLICK!
Und fragen Sie nicht das Personal ob Sie dürfen. Digi-Fotos bewegen sich in einer
Grauzone, will sagen, man weiß nicht ob es erlaubt oder verboten ist. Hier in Hannover
weiß die Benutzerordnung nichts dazu.

4. KB's in den Pfarreien.
Wenn man dan die Verständigungsschwierigkeiten (Polen, z.B.) überwunden hat,
haben Sie mit den Lichtverhälntnissen zu kämpfen.
Meine ersten KB's hab ich unter einer Glühlampe, mit Blitz, gemacht. Katastrophe, weil
alles einen Rotstich hatte, natürlich auch die Tinte.

Also hab ich jetzt eine Kabeltrommel und eine Tageslichtlampe mit Klemme dabei.
Bevor ich beginne mache ich einen manuellen Weißabgleich speichere den und wähle
diesen als momentanten Modus.
Ich arbeite mit Stativ, da meine Kamera mehr als 2 Kg wiegt und trotzt Stabilisator im
Objektiv, es nicht auszuschließen ist, daß Verwackler durch Ermüdung der Arme
vorkommen.

Dabei habe ich auch immer 2 längere Rundstäbe (Dübelstangen) vorn abgerundet, mit
denen ich die Seiten halten kann. Denn in der Hitze der Fotofrafiererei kann es
passieren, daß sich ein Blatt bewegt und ich es nicht bemerke.

Haben Sie ein Augenmerk auf die Seitenzahlen, sonst sehen Sie vielleicht erst zu
Hause, daß Sie die 3 Seiten, auf denen alle Ihre längst gesuchten Ahnen gelistet sind,
übersehen haben.

Wenn ein Chip voll ist, setze ich den nächsten ein und fotografiere, während der volle
Chip auf ein 80 GB tragbare Festplatte mittels Lesegerät übertragen wird.

Soweit so gut. Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, bitte herzlich gern an meine
Mail-Adresse.

Mit freundlichen Grüßen von mir,
Hans Blazejewski

Hallo Fritz,
jede Kamera die im Normalbetrieb einstellbar ist, tut dies auch im
Makro. Dem Sensor ist die Bereichswahl des Objektives egal. Die
Problematik eines guten Ergebnisses liegt im Detail. Da w�re:
- meistens wird mit P = Programmautomatik fotografiert. Also wird sich
da der Blitz (meistens) wegen (f�r den Sensor) zu schlechten
Lichtverh�ltnisse zuschalten. Also Achtung Automatikblitz deaktivieren.
- dann stellt man fest (weil Licht nicht reicht) Ausl�sezeit so heftig
lang, dass man nicht verwacklungsfrei ausl�sen kann, also den ISO Wert
(fr�her beim Film ASA) hochschrauben bis es reicht.
- oftmals ist dann die Blende voll ge�ffnet, sodass die geringste
Abweichung vom 90�Winkel zur Vorlage unscharfe Stellen nach sich ziehen.
Fachbegriff Tiefensch�rfe, also abblenden und schon sinkt die
Ausl�seschnelligkeit wieder und man muss nochmals den ISO Wert erh�hen
um verwacklungsfrei ausl�sen zu k�nnen. Da sind dann alle Billigheimer
am Ende, nicht nur wegen der Billigstplastikobjektive sondern die
Technik schafft die notwendigen Werte nicht oder die Angaben sind
gesch�nt.
Als Tip - ich nehme f�r Repro das Zeitprogramm, stelle auf 1/60 Sekunde
schaue welche Blende sich unter den Lichtverh�ltnissen einstellt und
erh�he, wenn notwendig, die ISO Zahl.
Makrogeignete Objektive sind im Makromodus ausserdem von Hersteller zu
Hersteller individuell konfiguriert. Unbedingt ausprobieren, denn
oftmals verringert sich der Objektivabstand zu Objekt dann dramatisch
und es reicht die Sch�rfe nur bis vielleicht 1/2 Din A4 oder noch
kleiner.
Ich hoffe es hilft mein kleiner Techniktrip und w�nsche Dir und allen
"Kopierern" gute Erfolge
mit herzlichen Gr�ssen
Werner (Wicht)

Hallo Werner (Wicht) und alle interessierten.

Jetzt hast Du mal wirklich genau die wichtigen Punkte beim digitalen
fotografieren von Dokumenten beschrieben. Es bleibt beim fotografieren vom
Bildschirmlesegerät noch nachzutragen, dass dieses Bild eine eigene
Lichtquelle ha, die in das Objectiv der Kamera hineinleuchtet. Die
Raumbeleuchtung ist weniger wichtig, je dunkler, desto besser.

Bildschirme am Lesegerät sind nicht gleichmässig ausgeleuchtet. Dazu muss
von der Focusmessung (eine Stelle in der Mitte) auf die Mehrfeldmessung
(mehrere Messpunkte übers Bild verteilt) umgeschaltet werden, damit man
nicht Fotos erhält die in der Mitte korrekt und an den Rändern und Ecken
unterbelichtet (dunkel) sind. Ich schalte meine Belichtung um und lenke die
Messung dann in weniger stark belichtete Ecken.
[Norbert Roclawski]