Guten Abend.
Meine Einlassungen zu diesem Thema (ich weiß wovon ich schreibe, denn ich habe
sowohl Original KB's als auch Bücher und Mikrofilme fotografiert).
Meine Ausrüstung:
16 Mill. Pixel Kamera mit einem 100er Makro 1:2,8 UMS, Stativ, Zwischenring sowie
250 und 500er Nahlinse, Fernauslöser Blitzlicht (auch mit Verlängerung um den Blitz
dort hin richten zu können, wo ich ihn benötige), mehrere 1MB Speicherkarten, ein
Lesegerät und eine 80GB externe Festplatte, dazu eine 5m Kabeltrommel und für
Mikrofilme von Novoflex das Castel-Cop-Digi,
1. Allgemeines
Für mich macht es einen Unterschied, ob ich eine Kamera mit 16 Mil oder 4 Mil. Pixeln
einsetze. Auch ob ich eine Kamera mit "echten" Objektiven oder eine solche mit
integriertem Zoom einsetze. Spätestens am Bildschirm, wenn es darum geht
herauszufinden was der Pfarrer mit seiner unleserlichen Handschrift (womöglich noch
in Süterlin) geschrieben hat, werden auch Sie den Unterschied merken. Nebenbei,
runterrechnen kann ich immer, die Schärfe nimmt sogar noch zu.
Für Bücher und A4 Dokus mögen z.B. 4 Mil ausreichend sein, spätestens dann wenn
Sie ein Heirats-KB, bei dem sich der Eintrag eines einzelnen Ereignisses über zwei
Seiten erstreckt, fotografieren werden Sie es zu schätzen wissen, wenn Sie einige
Millionen Pixel draufgelegt haben.
Wenn ein Zoom Objektiv mit einem Umkehrring aufgesetzt wird, wie z.B. ein 28-105 mit
einem Novoflex Umkehrring, erzielen Sie ein weniger gutes Ergebnis weil, der
Autofocus funktioniert bei dieser Kombi nicht, dazu kommt daß die Schärfe konisch zu
den Rändern abnimmt.
Sollte ich mal nicht nahe genug an das Opfer meiner Begierde herankommen, nehme
ich einen Zwischenring oder schraube ein oder beide Nahlinsen auf das Objektiv.
Ich fotografiere nur im JPG Modus, weil die Nacharbeiten im RAW-Modus (bei kaum
besseren Ergebnissen) ziemlich zeitintensiv sind, dazu Speicherprobleme auf der Karte
verursachen: RAW: 56 Bilder, JPG ca. 160. Jedes Bild hat entpackt so um die 45 MB
und wird nachbearbeitet: Ausschneiden, Umwandeln in Graustufen, nachschärfen.
Die hier empfohlenen Hinweise auf Erhöhung der ISO-Werte auf bis zu 1600 halte ich
für nicht nachvollziehbar, denn je höher der ISO Wert um so groberer Hintergrund
(Korn). Ich lasse es bei 100.
2. Mikrofilme
Stativ, Digi-Copy 100er Makro, Blitz mit langem Kabel.
Die von Novoflex gelieferte DIA-Halterung eignet sich nur bedingt zum durchziehen der
Filme. Dort wo die Pfarrer "Überformat" Bücher hatten wird ein Teil der Informationen
verdeckt. Die neueren Bücher ab Ende 19. Jhdr. sind kleiner und passen.
Also müssen Sie sich den passenden Ausschnitt auf dem verschiebbaren Dia-Halter
selbst basteln. Die volle Rolle wird auf die Halterung eines Spinnrads gesteckt (erfinden
Sie weitere Möglichkeiten) und der Film per Hand durchgezogen.Per Fernauslöser Bild
- Klick, Bild - Klick etc. Der Modus der Kamera wird auf Manuell gestellt: Blende 8 und
200, dazu Aufhellblitz (Blitzlicht von Hand schräg von Oben hinter die Streuscheibe des
Castel-Cop gehalten.
Haben Sie ein großes Fenster mit Sonnenblick, können Sie sich den Blitz sparen und
sogar ein Programm Modus wählen, wenn Sie das verwackeln, das immer möglich ist,
ausschalten, indem Sie das Stativ mit dem Copy so vors Fenster rücken, daß von dort
abgestützt wird.Wichtig ist, daß der Film plan auf der Streuscheibe aufliegt, da Sie
sonst parzielle Unschärfen haben werden.
Ach ja, Sonnenschein währe auch nicht schlecht. Da aber die Sonne - wie bekannt -
von Oben scheint, lege ich eine Graupappe auf Kamera und Streuscheibe.
3. Bücher Dokus im Original
Lichtstarkes Objektiv, z,B. 100er Makro oder Festbrennweite 50mm 1:1.4.kein Blitz,
kein Stativ und eine Kamera mit einem "Flüsterverschluß". Wissen Sie wie tödlich
Blicke von Menschen sein könne, die sich beim Lesen gestört fühlen? Sogar zum
Räuspern gehen die Herren und Damen Leser vor die Tür und dann kommen Sie mit
Ihrem KLICK!
Und fragen Sie nicht das Personal ob Sie dürfen. Digi-Fotos bewegen sich in einer
Grauzone, will sagen, man weiß nicht ob es erlaubt oder verboten ist. Hier in Hannover
weiß die Benutzerordnung nichts dazu.
4. KB's in den Pfarreien.
Wenn man dan die Verständigungsschwierigkeiten (Polen, z.B.) überwunden hat,
haben Sie mit den Lichtverhälntnissen zu kämpfen.
Meine ersten KB's hab ich unter einer Glühlampe, mit Blitz, gemacht. Katastrophe, weil
alles einen Rotstich hatte, natürlich auch die Tinte.
Also hab ich jetzt eine Kabeltrommel und eine Tageslichtlampe mit Klemme dabei.
Bevor ich beginne mache ich einen manuellen Weißabgleich speichere den und wähle
diesen als momentanten Modus.
Ich arbeite mit Stativ, da meine Kamera mehr als 2 Kg wiegt und trotzt Stabilisator im
Objektiv, es nicht auszuschließen ist, daß Verwackler durch Ermüdung der Arme
vorkommen.
Dabei habe ich auch immer 2 längere Rundstäbe (Dübelstangen) vorn abgerundet, mit
denen ich die Seiten halten kann. Denn in der Hitze der Fotofrafiererei kann es
passieren, daß sich ein Blatt bewegt und ich es nicht bemerke.
Haben Sie ein Augenmerk auf die Seitenzahlen, sonst sehen Sie vielleicht erst zu
Hause, daß Sie die 3 Seiten, auf denen alle Ihre längst gesuchten Ahnen gelistet sind,
übersehen haben.
Wenn ein Chip voll ist, setze ich den nächsten ein und fotografiere, während der volle
Chip auf ein 80 GB tragbare Festplatte mittels Lesegerät übertragen wird.
Soweit so gut. Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, bitte herzlich gern an meine
Mail-Adresse.
Mit freundlichen Grüßen von mir,
Hans Blazejewski