Digital genealogy - Versklavungsregister

Millionen von Aufzeichnungen über Versklavung sind nun durchsuchbar und ermöglichen Nachkommen der afrikanischen Diaspora, auf die historischen Aufzeichnungen von Millionen versklavter Vorfahren zuzugreifen. Diese Register, die ursprünglich 1813 von der britischen Regierung eingerichtet wurden, um versklavte Schwarze zu überwachen und den illegalen Menschenhandel zu verhindern, dienen nun über zwei Jahrhunderte später dazu, historisches Unrecht aufzuarbeiten. Sie sind zu wichtigen Werkzeugen für Schwarze Familien geworden, um die Menschlichkeit ihrer Vorfahren wiederherzustellen.

Eine neue Partnerschaft zwischen Ancestry und dem Centre for the Study of the Legacies of British Slavery am University College London hat zur Indexierung und kostenlosen Online-Zugänglichkeit der Versklavungsregister aus den ehemaligen britischen Kolonien geführt. Diese Sammlung bietet Nachkommen der afrikanischen Diaspora weltweit einen beispiellosen Zugang zu den Aufzeichnungen von Millionen versklavter Vorfahren, was Familien bei der Wiederentdeckung ihrer Wurzeln und der Aufdeckung bewusst ausgelöschter Abstammungslinien hilft. Sie gilt als die umfangreichste erhaltene Archivsammlung zur britischen Versklavung in der Geschichte.

Die Sammlung umfasst fast 300.000 Seiten mit Details, die das Leben versklavter Menschen zwischen 1813 und 1840 dokumentieren. Diese Aufzeichnungen enthalten Informationen wie Namen, Alter, körperliche Beschreibungen, familiäre Bindungen, Geburts- und Sterbedaten, Eigentumsübertragungen sowie Angaben darüber, ob ein Vorfahre in Afrika oder der Karibik geboren wurde. Forscher, die die Daten für Jamaika ausgewertet haben, konnten einige Familien über sechs Generationen zurückverfolgen. Es wird geschätzt, dass potenziell Millionen von Menschen von den versklavten Personen in diesem Archiv abstammen.

Die Sammlung ist für jeden mit einem Ancestry-Konto kostenlos durchsuchbar. Nicka Sewell-Smith, Genealogin und leitende Story-Produzentin bei Ancestry, betont, dass die Nutzung dieser Aufzeichnungen einen anderen Zweck erfüllt als ursprünglich beabsichtigt, und dass sie einem Menschen seine Menschlichkeit zurückgibt. Die Sammlung wird als die systematischste Sammlung von Archivdokumenten über die Versklavung in der britischen Karibik und der britischen Kolonialwelt bezeichnet.

Über England hinaus inspiriert diese Initiative neue lokale Bewegungen in den USA, die versklavten Menschen ihre Namen zurückgeben wollen. In Georgia erinnert ein neues Projekt namens „Finding Their Names“ an der University of Georgia (UGA) an mehr als 4.500 versklavte Menschen. Die UGA hat alte Dokumente und Archivbestände digitalisiert, um ein durchsuchbares digitales Archiv zu schaffen, das über die Digitale Bibliothek von Georgia kostenlos zugänglich ist. Diese Aufzeichnungen können für Forscher von Nutzen sein, die sich mit der Geschichte des Landbesitzes und von Verkäufen in Georgia sowie mit Entschädigungszahlungen befassen.

Sewell-Smith unterstreicht, wie stark die Vernetzung in der Diaspora durch diese Sammlung gestärkt wird, wodurch die Welt kleiner erscheint und die Menschen näher zusammenrücken. Ein Beispiel für ein solches Dokument ist eine Bürgschaft über zehn Pfund aus dem Jahr 1808, die Edward Rouzee für die Anmietung eines versklavten Mannes namens Jacob von Susanna Faver schuldete.

Sources:

https://www.theroot.com/your-ancestors-may-be-in-this-archive-millions-of-ensl-2000127094

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