Генеалогия - Die Suche nach Vorfahren und die Rolle der KI

Die persönliche Suche nach Vorfahren, unterstützt und teils fehlgeleitet durch Künstliche Intelligenz (KI), deckte komplexe genealogische Wege auf, die von sorbischen Wurzeln in Deutschland bis zu industrieller Migration nach Russland reichen.

Erkenntnisse aus der Genealogischen Forschung und KI-Nutzung
Die Entdeckung von Familienwurzeln und sorbische Ursprünge
Die Suche begann mit der Begegnung des Autors mit dem Genealogen Leonid, der bereits Informationen über die Familie Witshas gesammelt hatte, einschließlich der Geburts- und Taufurkunde von Viktor Witshas, Sohn von Wilhelm Rudolf Witshas und Anna Elisabeth Sterkel.
Der Nachname Witshas wurde als sorbisch identifiziert und bedeutet „freier Bauer“. Informationen über Oskar Edmund Evald Matveevich Witshas, einen Fabrikaufseher aus Morshansk, wurden ebenfalls gefunden.
Das Patronym „Matveevich“ (Sohn des Matvey, deutsch Matthäus) führte zur Identifizierung von fünf Personen dieses Vatersnamens, darunter Wilhelm Rudolf (auch Wassili Matwejewitsch), der Urgroßvater des Autors.
Falsche Fährte in Deutschland
Ein Heiratseintrag von „Matthäus Witschas, Häusler in Lauta“ vom 12. September 1847 in der Unterlausitz schien eine plausible Verbindung, die sich jedoch als falsche Spur erwies.
Der Bräutigam, geboren um 1820, trug den Namen des Vaters nur als „Old Witshas“. FamilySearch indizierte fälschlicherweise „Hans“ als Vater.
Die manuelle Durchsicht des Kirchenbuchs von Lauta war zeitraubend. Eine entwickelte KI-Pipeline verarbeitete Seitenbilder, identifizierte aber durch „Priming“-Effekte den gesuchten Namen, selbst wenn andere Namen aufgeschrieben waren. Beispielsweise wurde „Purschke“ fälschlicherweise als „Witschas“ interpretiert.
Wichtige technische Erkenntnis: KI sollte neutral transkribieren, anstatt direkt nach einem bestimmten Namen suchen zu lassen, um Priming zu vermeiden. Lokale Filterung ist effektiver. In deutschen Kirchenbüchern wurde kein bestätigter Witscha gefunden.
Rückkehr zu russischen Archiven und entscheidende Hinweise
Die Suche verlagerte sich zurück zu russischen Dokumenten, die eine umfangreiche geografische Reiseroute der Familie in Regionen wie Morshansk, Schtschurowo, Kolomna, Moskau, Astrachan und Zarizyn zeigten, was auf Industriemigration hindeutete.
Ein erster deutscher Hinweis stammte aus Aufzeichnungen von Oskars Schwester Zinaida, die 1900 in einem Moskauer Entbindungskrankenhaus als „Zinaida Matveevna Vitshas, Jungfrau, deutsche Staatsbürgerin von Dresden“ aufgeführt war.
Ein Wendepunkt war die Arbeit mit dem Moskauer Geburtenregister von 1906. Die automatische Dekodierung durch Yandex ergab die Bedeutung einer konsularischen Registrierung (Matrikel-Schein) und nicht einer Ehe, gestützt durch Details wie den Status als „Jungfrau“ und die Bearbeitung von Einbürgerungsdokumenten durch Konsulate.
Konsularische Matrikeln und die vollständige Familienübersicht
Die digitalisierten Matrikeln der deutschen Konsulate im Politischen Archiv in Berlin (System invenio) lieferten den entscheidenden Eintrag.
Ein Eintrag vom 16. November 1879 (Band 792, Seite 58, Nummer 106) identifizierte Matthäus Witschas, Gutsverwalter, geboren am 30. November 1831 in Mücka, als preußischen Staatsbürger. Seine Frau war Anna Augusta geb. Kellermann, und acht Kinder, darunter Oscar Edmund Ewald (15.10.1863) und Wilhelm Rudolph (12.02.1873), wurden aufgeführt.
Diese Informationen stammten von einem deutschen Beamten in Moskau, wo Matthäus sich und seine Familie registrierte, um die preußische Staatsbürgerschaft zu erhalten. Der Matthäus von Lauta (geboren um 1820) war eine andere Person.
Pixelweise Überprüfung und Fehleranalyse
Eine erste KI-Lesung des Immatrikulationszeugnisses enthielt elf Fehler, was eine pixelweise Überprüfung hochauflösender Scans notwendig machte.
Korrekturen bei den Namen der Kinder, wie Wilhelm Friedrich (1874) zu Wilhelm Rudolph (1873) und Bertha Amalie zu SELMA AMENDE, bestätigten sich durch russische Dokumente.
KI-Modelle machen oft Fehler bei Namen und Daten; jedes Detail muss anhand des vergrößerten Scans überprüft werden.
Weitere Erkenntnisse und Schlussfolgerungen
Die Matrikel-Eintragung von 1879 wurde später ergänzt, z.B. durch die spätere Registrierung von Wilhelm Rudolph in Odessa.
Die Suche in Odessa war enttäuschend wegen beschädigter Indizes; eine Massenprüfung mit KI des Passportregisters blieb erfolglos.
Entwickelte Werkzeuge umfassten Skripte zum Herunterladen von Scans, zur Verarbeitung von Textschichten (Yandex OCR auf Russisch war genauer) und zur Bildbearbeitung zur Auflösungssteigerung.
KI hat Schwierigkeiten mit Namensvarianten (z.B. „Witschas“ zu „Bitshas“, „Vitti“, „Witshan“), daher ist die Suche nach Fragmenten wichtig.
Negative Ergebnisse (z.B. die Untersuchung des lutherischen Fonds in Astrachan, nur ein Eintrag für Viktor Witshas 1899 gefunden) sind ebenfalls nützlich.
Vier Schlüsselerkenntnisse im Umgang mit KI in Archiven:
Keine Voreinstellung der Antwort: Vermeiden Sie „Priming“-Effekte, indem Sie KI neutral transkribieren lassen und lokal filtern.
Strukturverständnis prüfen: Bewerten Sie die Fähigkeit von KI-Tools, Dokumentenstrukturen (z.B. Tabellen) zu erfassen. Yandex OCR war auf russischen Dokumenten hierüberlegen.
Auflösung ist oft wichtiger: Das Zuschneiden von Bildern auf relevante Bereiche kann die Genauigkeit stärker verbessern als Modellwechsel.
Massenarbeit an KI, Sinnprüfung an Mensch: KI verarbeitet große Mengen, aber Interpretation, Erkennen von Zusammenhängen und Detailprüfung erfordern menschliches Urteilsvermögen.
Zusammenfassung der Familienlinie
Matthäus Witschas (geb. 30. November 1831, Mücka) war Gutsverwalter, erhielt 1878 einen Reisepass und zog nach Russland. Seine Familie wurde 1879 im deutschen Konsulat in Moskau registriert.
Acht Kinder wurden in Deutschland geboren, darunter Wilhelm Rudolph (1873), der in Russland zu Wassili Matwejewitsch wurde. Die Tochter Selma Amende wurde Zinaida und lebte in Moskau.
Die Suche ist noch nicht abgeschlossen; Anfragen an Archive in Wolgograd und Görlitz wurden gesendet.

Sources:

KI-gestützt gefunden, übersetzt und zusammengefasst – anschließend von einem Menschen geprüft und bewertet. Zur Verfügung gestellt von news@genealogy.net - den Machern des Blog