Corona und die grosse Pest in Ostpreussen

Liebe Leser

die grosse Pest im Königreich Preussen(spätere Ostpreussen)

1708 bis 1714, der Tatareneinfall war gerade vorüber, mit Interesse verfolge ich die Maßnahmen, die ergriffen wurden und werden zur Eindämmung des Corona-Virus. Viele dieser Maßnahmen wurden auch in den Jahren der Großen Pest in Ostpreußen durchgeführt.
Was war damals:
Als die ersten Anzeichen der Pest in Polen 1708 zu vernehmen waren, wurden die Grenzen geschlossen und kontrolliert. Brücken nach Polen wurden abgebrochen. Dies jedoch verhinderte nicht, dass die Pest auch nach Ostpreußen vordrang. Menschen mit Erkrankungen kamen in sogenannte Pesthäuser, wurden also unter Quarantäne gestellt. Der Besuch der Jahrmärkte wurde untersagt. Gaststätten wurden geschlossen, für Taufen, Trauungen und Bestattungen gab es begrenzende Auflagen. Der Teilnehmerkreis sollte möglichst gering gehalten werden um die Verbreitung der Pest zu verhindern.
Handel und Handwerk kamen in weiten Bereichen zum Erliegen. Handwerker verdingten sich als "Pestkerle" oder "Pestträger" damit sie Einnahmen hatten um ihre Familien zu versorgen. Königsberg wurde zeitweise abgeriegelt. Die preußische Regierung floh in das pestfreie Wehlau. Ein verdächtiges Schiff wurde samt Ladung vor Königsberg verbrannt.

Keine schöne, aber durchaus spannende Geschichte. Es gibt zwei Publikationen, die beide im Internet abzurufen sind:
Dissertation von Katrin Möller-Funck:

Auch das Buch von Wilhelm Sahm ist im Internet verfügbar.

Gruss

reinhard donder