Hallo Christine Greenthaner,
hallo Manfred Wenzel!
Mitte Januar 1945 war ich zuletzt im Krieg in Klettendorf Kr. Breslau. Ich kam
vom Nachbarort Lohe her�ber und stand staunend gegen�ber der sch�nen
evangelischen Kirche an der alten Handelsstra�e E 12, die nach Glatz / Prag
f�hrt. Eine nicht endenwollende Menschenmenge ging zu Fu� aus Breslau kommend.
Klettendorf lag dicht an der Stadtgrenze. Alte Leute, M�tter mit ihren Kindern,
mit Kinderwagen, Handwagen, mit Rucks�cken und Koffern bepackt, so verlie�en die
Breslauer ihre Stadt. Vor Bettlern gingen sie meistens auf der E 83 Richtung
Kanth, am Zobten vorbei, weiter nach Schweidnitz - Waldenburg blieb links liegen
- bis nach Hirschberg usw. Rechts der Oder kam der Russe aus dem Osten auf
Breslau zu, ich stand links der Oder mehr s�dwestlich von Breslau. Noch heute
habe ich diese Menschenschlange vor Augen, die nicht endete als schwarz - dunkel
- angezogene Menschen.
Ich ging auf einen gr��eren Hof, wo die Werkswohnungen der Zuckerfabrik waren,
um unserer Gro�mutter Anna Herfort geb. Wilhelm *27.10.1867 zu sagen, sie m�chte
mit uns fl�chten. Sie war Tochter von August WILHELM und seiner Frau Karoline
geb. APPELT. Vorher - Manfred - wohnte die Gro�mutter im Hause bei ihrem Sohn
Paul. (Rathenaustr.??) Damit habe ich endlich diese Frage beantwortet.
Ende Januar 1945 an einem Sonntag - es schneite - fl�chteten die Loher. Zu Fu�
lief ich neben einem Pferdewagen her, und wir landeten in Ullersdorf Kr. Glatz.
Ich meine, es war Anfang Februar 1945, da� der Russe �ber die Oder kam und bei
Kanth schlo� sich der Ring um Breslau. Die Stadt war eingekesselt.
Wie ich wei�, hatte Breslau keinen Stadtteil "G�rlitz" und in Richtung Nordosten
konnte niemand fl�chten, wenn dann hauts�chlich wie oben beschrieben oder auch
diese Richtung eventuell mit der Bahn. Der S�den war bis Februar offen.
Viele Gr��e aus K�ln
Martin Kluge