Liebe Listenteilnehmer,
kann mir bitte jemand sagen, ob ein Reuter ein Hufschmied war? Oder war es ein anderer Beruf?
Vielen Dank
Ute Klimke
Liebe Listenteilnehmer,
kann mir bitte jemand sagen, ob ein Reuter ein Hufschmied war? Oder war es ein anderer Beruf?
Vielen Dank
Ute Klimke
Mir ist die Berfusbezeichnung Reuter bisher als Landreuter, also als
abgewandelte Form f�r Landreiter -etwa ein berittener Polizist- in
Archivunterlagen begegnet.
Norbert
Hallo Ute,
mir ist "Reuter" (auch in Zusammensetzungen) eher in der Bedeutung von
"Reiter" gel�ufig. Dahingehend auch die Erl�uterung im meckl. W�rterbuch von
WOSSIDLO/TEUCHERT.
Peter
Kann mir jemand sagen, in welchem Unterstellungsverh�ltnis meckl.
Postverwalter oder -halter im 18./19. Jh. agierten? Waren sie Beamte des
Landes oder P�chter? Ab wann und wie erfolgte der arbeitsrechtliche �bergang
in Reichshoheit?
Peter
Hallo Frau Klimke,
Reuter ist eine anddere bezeichung f�r Reiter
desgl. reuten = reiten (Quelle Grimm, Grimm Deutsches W�rterbuch Bad. 14 Spalte
849/850
Ute Klimke schrieb:
Liebe Listenteilnehmer,
kann mir bitte jemand sagen, ob ein Reuter ein Hufschmied war? Oder war es
ein anderer Beruf?Vielen Dank
Ute Klimke
_______________________________________________
Mecklenburg-L mailing list
Mecklenburg-L@genealogy.net
mecklenburg-l - genealogy.net
*hel.wolter@t-online.de*
*acheter francais; kauft franz�sisch*
*kauft europ�isch*
Hallo alle Reuter-Interessierte!
Als Reuter wird im 18. Jhd. h�ufig ein Reiter beim Milit�r bezeichnet.
Anne Schwarm
Hallo Peter,
Kann mir jemand sagen, in welchem Unterstellungsverh�ltnis meckl.
Postverwalter oder -halter im 18./19. Jh. agierten? Waren sie Beamte des
Landes oder P�chter? Ab wann und wie erfolgte der arbeitsrechtliche
�bergang
in Reichshoheit?
Kann ich. Das war eine kleine Information, die ich aus einem Findbuch im
Schweriner Staatsarchiv mitgenommen habe. Da lagern im Alten Archiv n�mlich
u.a. unter der Signatur "2.22 - 10/13" die Domanial Sachen Grevesm�hlen I +
II. Unter den Beamten gibt es schlu�endlich auch die Unteren Beamten und
dazu geh�rten:
1. Landreiter und Hausv�gte
2. Pf�rtner, Amts-, Gerichts- und Polizeidiener
3. Strandv�gte - Die Akte Nr. 184 befasst sich mit der Anstellung folgender
Strandv�gte:
a) Hans Evers 1696
b) Asmus Westphal 1708
c) Peter Qualmann 1709
d) Asmus Kelling (ohne Jahresangabe)
e) Joachim Westphal 1730
f) Hans Timm (o. J.)
g) Joachim Kelling 1744
h) Freitag 1921
- Akte Nr. 185 umfasst folgendes Strandv�gte
a) Strandvogt Simon Kluth 1836-1841
b) Strandvogt Johann Duve 1841-1862
(Das nur, falls jemand an Strandv�gten interessiert sein sollte.)
Im KS Hohenkirchen gab es Strandv�gte (vermutlich u.a.).
In meinen Abschriften aus dem Hohenkirchener Kirchenbuch tauchen 2
Strandv�gte auf:
-> Johann Strehlau (1713 Taufpate, Berufsbezeichung Kr�ger und
Strandvogt in Beckerwitz)
-> Hans Hinr. Baumann (1779 Taufeintrag, Vater aus Beckerwitz,
Berufsbezeichnung Strand Voigt)
Ich hoffe, da war f�r alle etwas dabei.
Herzliche Gr��e
Silke
Hallo an alle Berufe diskutierer,
ich habe einen kurzen Zusatz und eine Frage zum Thema.
Da ich den Namen Reuter in der Familie habe, interessiert mich nat�rlich die
Herkunft des Namens.
< Peter schrieb:
mir ist "Reuter" (auch in Zusammensetzungen) eher in der Bedeutung von
"Reiter" gel�ufig. Dahingehend auch die Erl�uterung im meckl. W�rterbuch von
WOSSIDLO/TEUCHERT. >
< Anne schrieb:
Als Reuter wird im 18. Jhd. h�ufig ein Reiter beim Milit�r bezeichnet. >
Das sehe ich auch so. Auch das "Reutern" beim Heu machen ist ja ein
spezielles Verfahren, bei dem man die Reuter-H�rde fast als einen Sattel
bezeichnen k�nnte und das Heu sozusagen auf dem Sattel sitzt, also "reitet".
Und meines wissens ist das Verfahren nach der Art der Heutrocknung benannt
und nicht nach dem Erfinder des Verfahrens.
Mich interessiert aber auch sehr die Antwort von Heiko:
< Heiko schrieb:
Das Wort ,Reuter' stammt vom mittelhochdeutschen ,riutare' und bedeutet
ausreuten, urbar machen. Der Beruf w�re also ein Bauer.
Niederdeutsch: ,roden' = abholzen und Wurzelst�cke entfernen, urbar machen;
(Im s�ddeutschen, �sterreichischen, schweiz. ist es gleichbedeutend mit
,reuten' = ausrotten, vernichten. Das Verb stammt vom mittelhochdeutschen,
althochdeutschen ,riuten' ab.) >
Meine Reuter haben sich n�mlich um 1730 herum noch R�hter /R�ter
geschrieben, dann wechselt die Schreibweise nach Reuter. Kann es sein, dass
einer der gerodet hat ein R�ter war??? - Sprich also einer, der mal was
urbar gemacht hat? Ein Mann der ersten Stunde, sozusagen???
Weiss jemand zuf�llig etwas �ber den Namen R�ter? Um 1730 kommt er im KS
Hohenkirchen vor. Vermutlich kommt die Familie davor aber aus einem anderen
Kirchspiel oder von sonstwo her. Vielleich ist sie jemandem schon mal vor
1700 in Schuberts Kopulationsb�chern begegnet?
Zu Schubert, f�llt mir noch ein Abschreibefehler ein, den er gemacht hat:
1724 Heiratet im KS Hohenkirchen der Rademachergesell Christian HILL aus
Wengelsberg, Pommern die Schneiderstochter Catharina Plat. Der Name des
Br�utigams ist eindeutig, einfach und ohne jeden Zweifel zu lesen. Schubert
schreibt aber der Br�utigam sei ein Christian PILT. Das ist eindeutig falsch
abgeschrieben. Falls also ausser mir noch jemand Hill in
Mecklenburg-Schwerin sucht, da ist der Namensgeber. Da er aus Pommern
stammt, ist er also ein Funder.
Die Schreibweise wechselt durch die genitiv Endung auch nach Hille und
Hillen. Alle Schreibweisen bleiben an verschiedenen Familienzweigen dieses
"Stammvaters" h�ngen. Hill, Hille und Hillen im der Gegend in und um
Hohenkrichen k�nnten also zusammenh�ngen, falls nicht unbemerkt noch Hills
aus anderen Regionen oder aus Pommern nachgewandert sind.
Herzliche Gr��e
Silke
Hallo Silke,
R�T nach WOSSIDLO/TEUCHERT von "das Rotten" - M�rbewerden des Flachses und
die Stelle, wo dies geschieht.
REUTER nach ebd. auch:
2. �bertr. Dachreiter auf der Kirche (1922)
3. Trockengestell f�r Heu auf dem Acker
4. in verschiedenen Zusammensetzungen (Reuterbarg, -horn, -horst)
REUTERSL�D, REUTERSOLDAT f�r Kavallerie/-risten
Bei Erkl�rungsversuchen aus dem Mittel h o c h deutschen bin ich eher
skeptisch, da sich Niederdeutsch als die historische Landessprache aus dem
Mittel n i e d e r deutschen entwickelt hat und in MEC bis weit in die
Neuzeit hinein dominierend blieb. Ein aus der Lausitz stammender Kanzler der
meckl. Herz�ge kam im 16. Jh. noch nicht ohne Dolmetscher aus, um die
Landeskinder zu verstehen. Da erscheint es mir eher unwahrscheinlich, da�
b�uerliche Einzelt�tigkeiten, die sich nicht zu spezialisierten Berufen
entwickelt haben, als quasi Berufsangaben in amtliche Quellen einflossen
sein sollen.
Peter