Hallo liebe Listenmitglieder
Das Thema "Anwerbung von Bergleuten" bringt mich dazu, hier eine �hnliche Frage zu stellen:
Ein J�ngling namens Oskar Briggen (*1874, +1945) folgte dem Ruf Kaiser Wilhelms und wanderte Ende 20.Jh. als junger Mann nach Ostpreussen aus und war dort als sogen. Oberschweizer t�tig. Anno Jahrhundertwende ehelichte er in Neumischken das M�dchen Maria Wilhelmine Bewernik (*1873 +1945) aus Dt.-Thierau (Heiligenbeil). Mit der stetig wachsenden Familie wanderten sie offenbar von Ort zu Ort, wo gelegentlich auch eines ihrer Kinder zur Welt kam.
- 1902: Gertrude Elfriede in Lippau (Kreis Neidenburg)
- 1903: Erna Maria in Piedagm
- 1906: Elma Helena in Klein Cronau
- 1907: Walter Alfred in Gut Keulenburg
- 1910: Ewald Konrad in Wicken
- 1911: Charlotte Mathilde in Wicken
Wer weiss mehr zu den Profi-Melkern aus der Schweiz, oder gar zu einer der aufgef�hrten Personen?
Liebe Gr�sse aus Bern
Yvonne (Hausheer)
Ein Jüngling namens Oskar Briggen (*1874, +1945)...
in der "Q" ist der FN BRIGGEN leider nicht enthalten,
aber der FN BEWERNICK. Allerdings dieser nicht in
Deinem angegebenen Ort.
...sogen. Oberschweizer tätig.
...Wer weiss mehr zu den Profi-Melkern aus der Schweiz, oder gar zu einer
der aufgeführten Personen?
Ein Schweizer oder Oberschweizer muss nicht unbedingt ein
Melker, Kuhknecht oder Profi-Melker gewesen sein. Als
"Schweizer" wurden auch Personen genannt, die als Kolonie-
bauern der Sozietät der Schweizer zugehörig waren und nach 1710
in Ostpreußen eingewandert sind.
Eine dritte Bedeutung ist "Türhüter" - Aufseher an katholischen
Domen. Die Bedeutung des Berufes als Melker ist erst im 19. Jh.
entstanden.
in dem hier genannten Kontext, genauer wegen der Verwendung des Begriffs
Oberschweizer, handelt es sich weder um ein Mitglied der Soziet�t der
Schweizer Koloniebauern, noch um einen katholischen T�rsteher. Nicht nur in
Ost- und Westpreu�en, sondern zumindest auch im �brigen niederdeutschen Raum
ist ein Schweizer generell ein Melker. Der Ausdruck geht darauf zur�ck, dass
sich mit der Schweiz und speziell mit gewissen schweizer Einwanderern die
Vorstellung von Milchwirtschaft verband (s. beispielsweise auch den Tilsiter
K�se, der schweizer Ursprungs ist). Die sp�ter (und heute noch!) generell
als Schweizer bezeichneten Melker waren und sind nicht schweizer Herkunft.
Auf b�uerlichen Gro�betrieben/G�tern, die Milchvieh hielten, waren mehrere
Schweizer t�tig, denen ein Oberschweizer vorstand.
meine Aussagen geschahen lt. Sonderschrift des Vereins für
Familienforschung in Ost- und Westpreußen e.V. Nr. 18,
Titel: "Was waren unsere Vorfahren" - Amts-, Berufs- und
Standesbezeichnungen aus Altpreußen. Gesammelt und erläutert
von Kurt von Staßewski und Robert Stein, Königsberg (Pr) 1938,
3. unveränderte Auflage (im Selbstverlag des Vereins), Hamburg 1991,
dort auf Seite 94 die "SCHWEIZER" als 1. Koloniebauer, 2. ... Melker
und Kuhknecht, 3. Türhüter als Aufseher an katholischen Domen.
Wenn Rolf-Peter uns etwas Besseren belehren kann,
bin ich dafür offen, aber er müsste diese Quelle mit
einer anderen wasser- oder milchsprudelnden widerlegen.
Ich weiß nur, dass Milchwirtschaft nicht ausschließlich etwas
mit den Schweizern zu tun hatte - aber Tilsiter Käse schmeckt
prima. Den mochte schon meine Großmutter und mein
Vater. Und meine Großmutter hat Kochkäse noch selbst gemacht !
Das war der "Arme-Leute-Käse"... Und heutzutage bezahlt man
fast so viel für ihn wie für den "normalen" Käse. Aber da sowieso
alles "Käse" mit der Wirtschaft ist, kommt's darauf auch nicht
mehr an. Mögen Deine Vorfahren Türsteher gewesen sein - oder
Koloniebauern...
meine Mail sollte eigentlich etwas�eher kommen, leider funktionierte es
nicht. Du hast aber jetzt auf die Quelle hingewiesen, aus der Du Deine
Aussage hattest. Vielen Dank und weiter so!