Hallo Renate,
in den zahlreichen Internet-Veröffentlichungen zu den Preußischen Kontributionskastern fand ich einen Ort "Grabowitz", Amt Kulmsee. Hierbei kann es sich also weder um den Kreis Michelau noch Graudenz handeln, sondern tatsächlich Kreis Thorn. Laut Auskunft vom Herder-Institut in Marburg wurden die Auszüge, die dort lagern, erstellt aus den Unterlagen der Ersten Polnischen Teilung 1772/73.
Demnach muss (fast) der ganze spätere Kreis Thorn bereits 1772/73 zu Preußen gekommen sein, inklusive der Dörfer in der Thorner Niederung (westlich von Thorn, also stromabwärts, rechtsseitig bzw. nördlich der Weichsel) und eben auch inklusive des Drewenzwinkels (Zlotterie, Grabowitz, Neudorf, Kompanie, Schillno) und sogar noch darüber hinaus vereinzelte Dörfer aus dem so genannten Dobriner Land. Lediglich die Stadt Thorn selbst (Altstadt und Neustadt sowie ein paar wenige Dörfer oder Vorstädte, wie evtl. z.B. Mocker, bzw. alles was südlich der Weichsel liegt (Podgorz, Rudak, Ottlotschin usw.) verblieben bis zur Zweiten Polnischen Teilung 1793 noch bei Polen.
Eine kleine schwarz-weiß Karte von Westpreußen für die Situation nach 1772/73 (und vor 1793) habe ich nun in einem Buch über Thorn gefunden, allerdings ist Sie sehr klein und deshalb nicht so genau ablesbar. Aber deutlich zu erkennen ist die Grenzziehung entlang der Netze (sogar etwas südlicher davon), dann bis an die Weichsel mit der Aussparung der Stadt Thorn und dann weiter nach Osten und Nordosten inklusive eines Gebietes südlich der Drewenz, was in etwa dem späteren Drewenzwinkel entspechen dürfte.
Hast du noch weitere Infos für mich?
Gruß
Michael