Auszug aus von Kloedens Erdkunde 1875

Hallo Liste,

ich werde hier in loser Folge Ausz�ge aus dem Buch
Handbuch der Erdkunde von Gustav-Adolph von Kloeden von 1875
einstellen. Es werden sich f�r manch einen von Ihnen sicher
interessante und verwertbare Hinweise finden k�nnen.
Es beginnt mit einer Einf�hrung "Die Provinz Schlesien" �ber
die Regierungsbezirke Breslau, Schweidnitz, M�nsterberg
bis Wartenberg. Sollten Kopien (Scan�s ) ben�tigt werden,
senden Sie mir bitte eine Mail.

Der 1. Teil ist leider etwas lang geworden und vielleicht
etwas uninteressanter, wie z. B. der Bezirk Breslau. Geh�rt
aber nunmal zusammen.

Die Provinz Schlesien,

716,25 R.=O.=M. mit 3.707.167 Bewohnern, nahe so gro�, wie die
Provinz Brandenburg. 410,6 O.=M. sind Frucht, 79,19 O.=M. Gras,
216,5 O.=M. Holz tragende, 25,1 O.=M. fast ertraglose Fl�che.
1869,27 Kilom.= 246,8 g.M. Eisenbahnen (1872) - ein siebtel ist
Gebirge, dreisiebtel sind Berg- und H�gelland, 3 siebtel welliges
und ebenes Tiefland. Kiefer und Fichte bilden die Massenreviere
des h�her gelegenen Diluvialbodens, w�hrend L�rche, Bergahorn,
Esche und Eiche eingesprengt vorkommen, wogegen die Buche selten
ist und der Mittel- und Niederwald fast ganz fehlt.-
Als Schlesien in und nach dem siebenj�hrigen Kriege an Preu�en kam,
unterschied man: Niederschlesien mit den unmittelbaren
F�rstenth�mern Breslau, Brieg, Schweidnitz, Jauer, Liegnitz,
Wohlau und Glogau; den mittelbaren F�rstenth�mern Sagan, Oels und
Karolath; den freien Standesherrschaften Militsch, Trachenberg,
Wartenberg und Gosch�tz, und den Minderherrschaften Reuschlo�,
Freihan und Sulau; -
Oberschlesien mit den unmittelbaren F�rstenth�mern Oppeln und Ratibor,
dem mittelbaren F�rstenthume M�nsterberg, Dem Preu�ischen Antheile
an den mittelbaren F�rstenth�mernNei�e, Troppau und J�gerndorf, den
freien Standesherrschaften Ple� und Beuthen, und der freien
Minderherrschaft Loslau; - und die souveraine Grafschaft Glatz,
eine Herrschaft, die 1462 zu einer Grafschaft erhoben worden war.-
Mehr als ein drittel der Provinz (36,8 %) hat Lehm- und Thonboden,
am meisten der Reg. Bez. Breslau (47,8 % seiner Fl�che); etwas
ein drittel ist Sandboden, am meisten in Oppeln. Der Lehm liegt
weit �berwiegend auf der H�he. Das mittelschlesische Becken enth�lt
mit seinen bei Liegnitz am m�chtigsten erscheinenden Lehm - und
Thonschichten die fruchtbarsten Theile der Provinz, und n�chst ihm
die Berggel�nde, w�hrend weiter nach S.O. die Braunkohlenmassen
herrschend werden. Meitzen rechnet als dem Hochgebirge angeh�rend
70,8 O.=M. (in welchem 87,7 % der Fl�che Lehm sind), und links
von der Oder gute Bergl�nder 242,7 O.=M. (in welchem 64,5 % der
Fl�che Lehm und 12,6 % Sand sind),und die �brige Provinz 417,7 O.=M.
(in welcher47,2 % der Fl�che Sand, 34,9 % gemischter Boden und
12,9 % Lehm sind)-
Das �stliche Oberschlesien hat schon wegen seines nassen,
undurchlassenden Untergrundes keinen guten Boden; besonders nachtheilig
ist der dem Thone beigemischte feine Schwemmsand. Zu den g�nstigeren
Theilen geh�ren der Norden des Kreuzburger Kreises, die Gegend des
Annaberges bei Ujest bis Tost, der Boden um Gleiwitz und der S. des
Plesser Kreises. Links von der Oder haben Kosel und Ratibor trefflichen
Boden; auf dem �bergange zum Gebirge ist er weniger gut; aber h�her
hinauf, in den weiten, welligen Plateaus wird er so vorz�glich, wie
in des besten Kreisen Mittelschlesiens. Auch der h�here Gebirgsrand,
mit
seinem Lehm auf den krystallinischen und �bergangs-Gebirgsschichten,
ist von gro�er Fruchtbarkeit.