Ausdem Geheime Staatsarchiv

Liebe an der Kolonisation interessierte Listenmitglieder!
Auf Anraten einiger Ahnenforscher habe ich zun�chst per Internet mit dem Geheimen Staatsarchiv Preu�isches Kulturerbe in Berlin Kontakt aufgenommen und gefragt, ob ich dort vielleicht etwas �ber Kolonien im Kreis Kreuzburg finden w�rde. Frau M�cke war so nett, mir einen gro�en Stapel bereit zu stellen.
Ich habe ihn durchgesehen, zwar nichts �ber die gesuchte Kolonie Sophienthal gefunden, aber mir einen groben �berblick �ber den interessanten Inhalt der Akten verschafft und Notizen gemacht. Ich stelle sie wieder in die Liste, vielleicht haben andere Suchende einen Nutzen. Interessant ist der Inhalt allemal!
Nur noch zwei Bemerkungen: 1. Was man in B�chern global �ber das Kolonisationsgeschehen erf�hrt, wird in den Akten an Einzelbeispielen deutlich. 2. Es ist erstaunlich, wie viele - gemessen am gro�en historischen Geschehen - kleine pers�nliche Probleme zur Sprache kamen, an Friedrich weitergeleitet und gekl�rt wurden!

Teil 1:

- Akte Rep. 46 B, Nr. 368 b, Fasz.74: (ab 24.9.1785) :

            Konfirmation der Urbarien im Kreuzburger Kreis: in Jaschkowitz, Polanowitz, Pitschen, Ober Kunzendorf, Reinersdorf (" im Brieger F�rstenthum").

- Akte Rep.46 B, Nr. 368 b, Fasz. 29: "Streitigkeiten zwischen Dominiis und Unterthanen" Kreuzburg-Pitschener Kreis:

            + Anfrage, ob das Bauerngut des entwichenen Johann FONFARA verkauft werden darf.

            + Poln. W�rbitz. Streit mit Bauern konnte nicht beigelegt werden, sie entzogen sich den Arbeiten.
                Der R�delsf�hrer kam ins Zuchthaus.

            + Info �ber das Vorgehen des Kriminal Collegio in Inqisitionssachen gegen die Kostauer Hofg�rtner Johann KOKOT
                 und Hanns GROMMODA. 23.8.1785

            + In zig Schreiben wird dar�ber berichtet, dass sich die Gemeinden Jaschkowitz und Polanowitz - C�mmnerry-D�rfer
                 (?) der Stadt Pitschen - weigern, die Urbarien zu unterschreiben. Jan. 1792

            + Entlassungsgesuch des Vorsitzenden der Urbarien Commission von Goetz
            + Info �ber die Saumseligkeit des Proconsuls Hennig aus Pitschen in der Sache Urbarien in Poln. W�rbitz.
                (Mehrere Schreiben)

- Akten (vielleicht 2 kg!) Rep. 46 B, Nr. 368, Fsz. 15 493: "Untertanensachen, u. a. Kolonistensachen":

              + Schreiben �ber die Colonisten, die nach Schlesien kommen. Verwunderung dar�ber, das "aus der Schweitz"
                  68 Personen aus Neuschatel kommen.

            + Schreiben in Franz�sisch, das das Etablissiment fremder, besonders griechischer Familien betrifft. 1743/44

            * Beschwerde �ber die Debanchierung von Kaufleuten und Fabrikanten in der Lausitz und �ber die Versuche, sie nach
                 Schlesien zu ziehen. In diesem Zusammenhang wird ein "Preu�ischer Hof Rath Menzel" genannt, der sich in Zittau "eingefunden hat" (31.1.1756) um "einige Kaufleute, Damastzieher und andere Fabrikanten mit
            allerhand Verhei�ungen. nach Schlesien zu lockern."
            In einem Schreiben von Mentzel werden die Vorteile aufgez�hlt, die Leineweber und Kaufleute haben, die nach
             Schlesien gehen. In einem Brief an den Fabrikanten Herbst in Zittau bittet er, seine Antwort an den "Herrn Kriegs- und Steuer Rath" Mencelius in Glaz" zu �bersenden.

            + Klage �ber "au�erordentliche Robotten", Juli 1755 und Schreiben, in dem die Grundherren wegen ihres Verhaltens
                 zurechtgewiesen werden.
                Viele Schreiben zu diesem Thema zwischen Berlin (K�nig) und Breslau, auch �ber Justizprozesse.

            + Zahlreiche Akten �ber den Aufenthalt von Adligen aus Schlesien in �sterreich und anderen L�ndern au�erhalb
                 von Preu�en und �ber ihre ehemaligen G�ter.
                Einige Adlige erkl�ren ihre Absicht, nach Schlesien zur�ckzukehren .

            + eine Mappe mit Antr�gen zur Unterst�tzung von Colonisten, neuen Fabrikanten wie Bleistiftmacher PISCH
                 zu Schlobach (Schwobach?), November 1763. Genannt werden auch "ein t�chtiger, engagierter
                N�hnadelmeister Georg LEMMERMANN und Zimmermann Martin STEINER aus N�rnberg und ein Michael
                 B�STINGER, 33 Jahre, Maurer und Steinhauermeister aus dem W�rtembergischern, die auch nach Schlesien
                  ziehen wollen.
            In diesen Briefen an den K�nig wird auch mitgeteilt, wie hoch das Verm�gen der k�nftigen Colonisten ist.

Liebe Christa,

herzlichen Dank für Deine interessante Mitteilung zu den Beständen im
GStAPK!

Yvonne