Die wiederentdeckte Akte
- Eine kürzlich wiedergefundene Polizeiakte aus dem argentinischen Bundespolizeiarchiv enthüllt neue Details über Josef Mengeles Leben nach dem Zweiten Weltkrieg
- Die Akte war seit 2002 verschwunden und enthält wichtige Informationen zur internationalen Fahndung
- Der Zeithistoriker Bogdan Musial bestätigt die Authentizität der Dokumente
Mengeles Pläne und Aktivitäten
- Im Februar 1959 stellte Mengele einen Antrag auf Einreise in die Bundesrepublik Deutschland
- Er plante die Reise unter seinem echten Namen, vermutlich um seinen kranken Vater zu besuchen
- Es ist unklar, ob er tatsächlich nach Deutschland reiste; das Auswärtige Amt hat keine entsprechenden Informationen
Hintergrund und Flucht
- Mengele war als Lagerarzt in Auschwitz-Birkenau für Selektionen und grausame Experimente an Häftlingen, besonders an Zwillingen, verantwortlich
- Nach der Befreiung des Lagers tauchte er unter und floh 1949 nach Argentinien
- In Argentinien lebte er komfortabel mit finanzieller Unterstützung seiner wohlhabenden Familie
- Ende der 1950er Jahre floh er nach Paraguay und später nach Brasilien, nachdem er gewarnt wurde, dass man ihm auf der Spur sei
Polizeiliche Informationen
- Die argentinische Polizei wusste bereits im Januar 1960 von Mengeles Flucht nach Paraguay
- Ab 1963 forderte die brasilianische Polizei Informationen über Mengele von den argentinischen Behörden, da sie vermuteten, dass er sich in Brasilien aufhielt
Kritische Fragen
- Die Akte wirft Fragen nach der Mitverantwortung Argentiniens, Brasiliens und Deutschlands bei der gescheiterten Verfolgung Mengeles auf
- Deutschland wird eine mangelhafte Aufarbeitung der Zusammenarbeit mit NS-Kriegsverbrechern vorgeworfen
- Mengele lebte bis zu seinem Tod 1979 unter falschem Namen in Brasilien
Sources:
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