Ahnenforschung zu VOGELSANG

Guten Tag zusammen,

ich suche

  1. grundsätzlich alle auffindbaren Nachweise zum Familiennamen VOGELSANG, insbesondere mit Herkunft und Lebensdaten in Mecklenburg, aber auch aus anderen damaligen Territorien stammend.
  2. Herkunft und Lebensdaten von
    Vogelsang, Hans
    * um 1662, + 20. Januar 1728 in Hungerstorf (um 66 Jahre, 19 Tage)
    und zu seinem Sohn
    Vogelsang, Wilhelm
    * um 1708
      1. März 1778 in Schloen (um 70 Jahre, 2 Monate, 12 Tage)

Woher stammte diese Familie, bevor sie sich in Mecklenburg niederließ?

Grüße,
JH

Hallo JH,
unter meinen Vorfahren habe ich eine Familie Vogelsang in / aus Strückhausen / Brake / Oldenburg:
Gert Vogelsang oo 16.10.1694 mit Alke Walter
Sohn
Geert Vogelsang ~ 01.01.1719 Strückhausen + 16.11.1776 Ostermoor - Brunsbüttel, Schleswig-Holstein
oo 26.11.1740 mit Lencke Meinerts in Ostermoor - Brunsbüttel

Vielleicht hilft es
Gruß Markus ( Waschinski )

Hallo JH,

hier findest du Hinweise zum FN VOGELSANG
Herkunft von Wilhelm VOGELSANG (vor Rittermannshagen und Schloen)? - mecklenburg-l - genealogy.net

Gruß
Andreas (Meininger)

Guten Abend, Markus,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort und die Daten.

Allerdings: So lange weder sein Geburtsdatum noch Geschwister noch Eltern / Vater von Gert VOGELSANG bekannt sind, die generationsbezogen (Geburtsjahr Hans V. etwa 1662) in etwa zu meinem Hans passen, kann hier leider eine “Familienzusammenführung” nicht geprüft werden …

Schade. Mal abwarten, wie so oft in der Ahnenforschung. :wink:

Grüße,
JH

Guten Abend, Andreas,

super, vielen Dank für den raschen Hinweis.

Allerdings sucht man dort auch nur …

Der Name ist im Norden und Westen leider viel zu weit verbreitet.

Grüße,
JH

Sehr geehrter Herr Hermann,

Da haben Sie zwar Recht, allerdings gibt es Hauptnest der „Vogelsang“: und das ist der Landkreis Herford in Ostwestfalen.
https://legacy.stoepel.net/de/?name=Vogelsang#google_vignette

Näher an MV ist auch ein größeres Namensvorkommen: der Landkreis Prignitz in Brandenburg.

Das wären die beiden Regionen, in denen ich die Vorfahren Ihrer Vogelsangs vermuten würde.

Wie könnten Sie das herausbekommen? Dazu müsste man als estes wissen, was Sie bisher schon versucht haben um die Antwort zu finden. Haben Sie schon in zivilen Unterlage gesucht? Z.B Grundstückskäufe, Erbverträge, zivile Heiratsverträge, Schuldverschreibungen etc.

Generell ist es sinvoll, auch das Archiv hier in discourse rechts oben mit der Lupe zu durchsuchen. Manchmal ergeben sich dadurch Kontakte mit anderen Forschern, die nach dem gleichen Familiennamen suchen und die bei der eigenen Fragestellung helfen können, weil es in Nebenlinien Überschneidungen gibt. Daher ist es ratsam, sich mit den anderen Forschern zu diesem Namen in Verbindung zu setzen. Das geschieht am einfachsten, in dem Sie dan alten Beitrag öffnen und auf „antworten“ klicken. Oder in dem Sie auf den runden Kreis vor dem Namen klicken um demjenigen dann eine PN/PM (persönliche Nachricht/Mitteilung) zu schreibenl

Allzeit viel Forschererfolg wünscht nebst einem schönen Sonntag

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Peren

Guten Tag, Herr Peren,

vielen Dank für Ihren Versuch.

Ein Verweis auf “Hauptnester” bei dieser Verbreitungsweite und -vielfalt des Namens VOGELSANG von den Niederlanden bis flächendeckend im deutschen Westen und Norden ist immer noch die Suche nach der Nadel im Heuhaufen und bietet für diese Häufigkeit und Verbreitung leider gar keinen sinnvoll nutzbaren Ansatz.

Heutige, von Christoph Stoepel modern kartierte Namen bieten in aller Regel nur sinnvolle, zielführende Hinweise auf eine ziemlich gesicherte Herkunft, wenn es sich um mehr oder weniger seltene Namen handelt.

Und: In welchen “zivilen Unterlagen” wo sollte ich denn suchen? Das ist doch erst möglich, wenn man einen gesicherten örtlichen Ansatzpunkt hat!

Und eine Suche in Discourse bzw. Antworten auf Beiträge zu VOGELSANG führte bisher nicht zu einem Ergebnis.

Es ist leider wie so häufig: In Discourse und anderswo werden jede Menge Namen in jeder Menge Orte gesucht und erwähnt, nur wie in meinem Fall eben jeweils nicht das Material, nachdem man selbst sucht. So, als ob merkwürdigerweise mit dem gesuchten Namen und dessen Vorkommen niemand sonst familiär etwas zu tun hat und danach forscht.

Ein brauchbarer Ansatz müßte eher wie folgt sein:
Es müßte zweckmäßigerweise irgendwo in diesem enorm weiten niederländischen und niederdeutschen Raum ansatzweise das “Verschwinden” (Abwandern) eines Hans und Wilhelm VOGELSANG im engen zeitlichen Zusammenhang mit deren belegtem “Auftauchen” (erste Ansiedlung) in Mecklenburg gefunden werden.
Das muß sich keinesfalls mit heutigen Vorkommen und “Hauptnestern” decken! Der tatsächliche Ursprung kann genauso gut ein damaliges Einzelvorkommen von VOGELSANG gewesen sein!

Die Prignitz ist übrigens aufgrund der nahen Grenze zu Mecklenburg ein späteres Vorkommen dieser Familie.

Grüße,
JH

Sehr geehrter Herr Hermann,

Offenbar liegt ein Missverständnis oder Verständnisproblem vor.

Sie erwähnen in Ihrer originären Anfrage den Sterbeort Hungerstorf.

Ich gehe davon aus, dass dieser Sterbeort und dieses Datum mit Primärquellen gesichert ist. Ebenso wie das 1778er Heiratsdatum (oder hatten Sie sich verschrieben und es meint das Sterbedatum) des Sohnes in Schloen.

Also sind diese beiden Orte die Basis für die Suche nach zivilen Unterlagen: Zu welcher Gerichts- und zu welcher Grundherrschaft haben die beiden Orte gehört? Wenn das klar ist: in welchen Archiven liegen diese entsprechenden Unterlagen? Wenn das klar ist: sind diese Unterlagen schon digitalisiert? Wenn nein = bleibt nur ein Besuch im entsprechenden Archiv, wenn ja, können Sie von zu Hause aus die Bände durchsuchen.

In den Erbverträgen, Heiratsverträgen steht dann viel mehr zu dieser Familie drin. In den Quittungen zu den bezahlten Erbauszahlungen finden sich nicht nur die Namen der noch lebenden Kinder und wievlel Erbmasse sie erhalten haben, sondern auch wohin sie verzogen sind und welche Berufe sie bei der Beurkundung ausüben. Dem weltlichen Heiratseintrag voraus geht oft ein Kaufvertrag, in dem eine Immobilie erworben wird (vom Bräutigam) und da steht dann auch dabei, woher der Bräutigam kommt und wer auf der Seite des Bräutigams für die Kaufsumme gerade steht (oft aber nicht immer der Vater), also der Bürge. Beurkundet wurde so was beim Grundherrn, der die Erlaubnis geben musste, dass ein Fremder in sein Territorium einzieht/einheiratet. Es geht hier natürlich auch um Geldfragen: Kann der Neue die Steuern bezahlen = Habe ich als Grundherr keinen Schaden vom „Neuen“? Etc. Etc.

Zum Stöpel noch ein kurzer Hinweis: Ja, er arbeitet mit modernen Unterlagen, richtig. Aber trotz aller Mobilität von heute sind die große Mehrzahl der Einwohner doch ziemlich ortstreu und begeben sich selten weiter als 100 km weg von jenem Ort, an dem der Familienname im 13. oder 14. Jh (je nach Familiennamen etwas unterschiedlich , die ältesten im deutschen Sprachraum finden sich in der Schweiz um das Jahr 1000 nach Chr. je weiter nach Norden um so später, je ländlicher um so später, die letzten Familiennamen im deutschen Sprachraum sind 1876 unter staatlichen Zwang in Ostfriesland entstanden). Die Mehrzahl der Familiennamen ist zwischen 1250 und 1400 entstanden, gemäß den damaligen Sprachregeln und der damaligen Sprache. Ich selbst habe schon mehrfach in diversen Volkshochschulen Vorträge über die Entstehung von deutschen Familiennamen gehalten und was man alles auf Familiennamen herauslesen kann (Herkunft süd/nord/ost/west, ländlich/städtisch, jünger/älter) mit zig Indiziennöglichkeiten, die man jeweils am spezifischen Familiennamen klären muss.

Ohne groß in die Tiefe einer Namensanalyse einzusteigen kann ich - ohne irgendwo nachschauen zu müssen aufgrund meiner Detailanalyse von über 2000 unterschiedlichen deutschen Familiennamen folgendes auf die Schnelle sagen:

Es handelt sich bei „Vogelsang“ um einen Herkunftsnamen nach der Örtlichkeit des Wohnortes, der Name hat als Ursache eine lokale Rodung (Niedersengen = -sang des Gebüsches mit einer Fackel (=Vogel)). Der Name kann nicht süddeutscher Herkunft sein, denn dann hieße er „Vogelsanger“ (Endung -er). Der Name muss nördlich einer Linie Lüttich (Belgien) - Monschau - Koblenz - Fulda - Leipzig - Berlin - Posen (Polen) entstanden sein. Vgl. Die Familiennamen „Steinbrück“, „Effenberg“ (norddeutsch) versus Schweinsteiger, Adenauer (süddeutsch). „Vogelsang“ ist ländlichen Ursprungs (mit Feuer roden) und kann nicht städtischen Ursprungs sein, dort war das Hantieren mit Feuer höchst problenatisch, auch war die städtische Umgebung ja ohnehin schon gerodet, da mach eine Rodung einfach keinen Sinn. Genealogen und Statistiker können weiter nachweisen, dass - sofern Wanderbewegungen überhaupt stattgefunden haben - Wanderbewegungen immer in Richtung der nächsten Stadt stattfanden und dabei die Kinderzahl im Laufe von zwei/drei Generationen stetig abnahm. Wenn dann diese Familie in einer großen Stadt angekommen ist, dauerte es meist nur noch 2 oder drei Generationen , bis dieser Familienzweig ausgestorben war. Nur in den wenigsten Fällen ist solch ein Zweig dann wieder aufs Land zurück und hat „überlebt“.

All das sind Aspekte, die als ursprüngliche Herkunft für Vogelsang die beiden Hauptnester des Stöpel wahrscheinlich machen,

Allzeit viel Forschererfolg wünscht nebst einem schönen Abend

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Peren