Maria Wagner, geborene Derfuß, feiert am 9. September ihren 101. Geburtstag und lebt in Gaiganz. Sie hat lebhafte Erinnerungen an ihre Kindheit in Effeltrich, insbesondere an die Kirchweihen. Ihre Familiengeschichte lässt sich über 300 Jahre zurückverfolgen.
Familiengeschichte
Die direkte Linie der Familie Derfuß führt zurück zu Martin Derfuß (geboren ca. 1703, wahrscheinlich in Honings). Die Quellenlage wird mit fortschreitender Ahnenforschung lückenhafter.
Martin Derfuß war mit einer Margareta verheiratet (Nachname unbekannt). Ihr Sohn Paul heiratete am 6. Februar 1741 in Effeltrich Elisabeth Albert. Die Linie ist von Generation zu Generation bis zu Maria Wagner nachvollziehbar.
Christian Zametzer, der Ahnenforschung betreibt, stellt fest, dass Familiennamen wie Gütlein, Derfuß, Wagner, Stirnweiß, Kupfer, Singer und Schmidtlein in Effeltrich und Umgebung häufig vorkommen, was auf jahrhundertelange enge Dorfgemeinschaft hinweist.
Kindheitserinnerungen und Erstkommunion
Maria Wagner verbrachte ihre Kindheit in Effeltrich als Tochter von Georg Derfuß und Elisabeth Schmitt.
Für ihre Erstkommunion („Baichd“) wünschte sie sich eine Tracht, die sich ihre Eltern nicht leisten konnten. Die wohlhabende Bauernfamilie „Gröbbl“ finanzierte daraufhin eine Tracht für sie, die von der „Pfötschn Näderer“ (Hausname „Pfötschn“, Beruf „Näderer“) genäht wurde.
Ein Foto aus dieser Zeit zeigt die junge Maria („Ecksta-Morie“) stolz in ihrer Tracht.
Ehe und Familie
Maria heiratete 1950 Johann Alois Wagner und zog mit ihm nach Gaiganz.
Das Paar hatte sechs Söhne.
Das Leben war von Schicksalsschlägen geprägt: Ihr Sohn Alfred starb 1974 im Alter von 20 Jahren, und zwei Jahre später verstarb ihr Ehemann Johann Alois.
Erinnerungen an die Effeltricher Kerwa
Maria Wagner erzählt lebhaft von der Effeltricher Kerwa und singt dabei oft ein Kerwalied.
Die Kerwa war für die Jugend ein zentrales Ereignis. Bereits im Winter trafen sich Mädchen zum Spinnen und Handarbeiten in den „Rockastubn“, später kamen die Jungen hinzu, um zu musizieren, zu tanzen, zu flirten und Verabredungen für das Betzenaustanzen zu treffen.
Maria Wagner war Teil dieser Jugendaktivitäten. Ein Foto von 1948 zeigt sie in Tracht neben Otto Heilmann, ihrem Tanzpartner, der sie damals als „das schönste Mädchen zum Betzenaustanzen“ lobte.
Bedeutung der Erinnerungen
Die Erinnerungen an die Kerwa geben Maria Wagner Zuversicht, da sie gemeinsame Höhepunkte, Begegnungen und Erlebnisse darstellen, die über das Fest hinausgehen.
Was damals selbstverständlich war, ist heute zu etwas Kostbarem geworden – wertvolle Erinnerungen, die ihr Kraft geben.
Trotz persönlicher Tiefpunkte bleiben die schönen Momente, insbesondere die Kerwa-Erinnerungen, lebendig und können durch ein altes Lied wieder aufleben.
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