[FR] Bitte um Meinung zum Problem

Liebe Listenleser,

seit Tagen bin ich dabei in meiner Forschung ein Problem zu lösen und es gelingt mir trotz aller Anstrengung nicht.
Ich habe einen Traueintrag aus Baudenbach und aus Ezelheim, den Geburtsort der Ehefrau. Der Ehemann Georg Conrad Gößwein, angehender Gemeindeschmied zu Gutenstetten, heiratet ein Margaretha Bayer aus Ezelheim. Dies läßt sich in Ezelheim alles nachvollziehen. Die Trauung war am 30. März 1717. Den ersten Taufeintrag konnte ich am 5. Januar 1724 in Gutenstetten finden. Soweit ist der Eintrag wie gewohnt, Name des Kindes, des Vaters mit Familiennamen und den Vornamen der Mutter. Normalerweise wird ja das erste Kind im Jahr darauf oder vielleicht im zweiten Jahr nach der Hochzeit geboren, 5 Jahre dazwischen ist sehr ungewöhnlich. Ich habe Gutenstetten, Baudenbach und auch Ezelheim nach Taufen abgesucht, wurde aber nicht fündig. So und jetzt kommt das Problem: 1725, beim zweiten Kind wird explizit beim Namen der Mutter angegeben Margaretha Plenkert, dies ist beim nächsten ebenfalls so. Darauf folgend wird wieder nur Margaretha angegeben. Dies deutet normalerweise auf eine zweite Ehefrau hin, da der Geburtsname ja anders ist. Ich habe in Gutenstetten, Baudenbach und auch Ezelheim nach einen Sterbeeintrag und auch Traueintrag geschaut und wurde nirgends Fündig, den Namen Plenkert gibt es zwar in Gutenstetten aber einen Taufeintag für eine Margaretha habe ich nicht gefunden.
Ich bin jetzt mit meiner Weisheit am Ende und glaube bei den Eintrag Plenkert bei zwei Taufen an einen Fehler des Pfarrers. Ich bin für jede Meinung und Anregung offen.

Gruß
Manfred Gößwein

Hallo Herr Gößwein,
ich hatte vor einiger Zeit einen event. vergleichbaren oder zumindest ähnlichen Fall:
Heirat eines Paares - zunächst keine Kinder - ca. 4 Jahre später ein Kind des Mannes mit einer anderen Ehefrau.
Des Rätsels Lösung war: die erste Ehefrau hatte offenbar bei der Heirat eine (sich in einem frühen Stadium befindende) Schwangerschaft verheimlicht. Als die Schwangerschaft offensichtlich wurde und der "gehörnte" Ehemann nachgerechnet hat, ließ er sich postwendend scheiden und heiratete ca. 1 1/2 Jahre später erneut, allerdings in einem anderen Ort (aus dem die "neue" Ehefrau stammte). Gefunden habe ich die Lösung, weil das uneheliche Kind der ersten Frau unter ihrem Geburtsnamen eingetragen war und der Pfarrer dort auch die Tatsache der Scheidung vermerkt hatte.

Viele Grüße
Bruno (Bauernschmidt)

Hallo Manfred Gößwein,

für den Anfang der Geburtsnachweis :

https://www.archion.de/de/viewer/?no_cache=1&type=churchRegister&uid=40549

Bild 58 Geburt und Taufe von Margaretha Beyer 7.Juli 1694

Gruß Peter Kerschl

Nachtrag zu meiner mail betreff Margaretha Beyer,

ich war wohl zu schnell, es wird ja die Margaretha Plenkert gesucht und nicht Beyer !

Also nichts für ungut

Gruß Peter Kerschl

Viel Dank Herr Bauernschmidt,

ich habe Ihre Idee geprüft, hatte aber leider keinen Erfolg. Gibt es vielleicht noch weitere Ideen und Meinungen?

Mit besten Grüßen
Manfred Gößwein

Mir ist ein ganz anderer Fall begegnet: Ein Mann heiratete ein Frau mit einem später geborenen unehelichen Kind. Im Traueintrag wird zu einem späteren Zeitpunkt eigens vermerkt, daß der Bräutigam auf der Notiz besteht, daß er nicht der Vater dieses Kindes sei!

Walter Wiesner
Zentgrafenstraße 54
D 60389 Frankfurt am Main

+49 69 471277
walter@wiesner-frankfurt.de

Grüße Sie Herr Gößwein,

ich kann Ihnen keine Lösung anbieten, aber ich kann eine Idee liefern.
In meinem Fall hatte ein Tagelöhner in einem Ort 3 Kinder mit seiner
Frau die er auch in diesem Ort geheiratet hat. Dann ist ein paar Jahre
nichts. Dann folgt noch eine Taufe in dem gleichen Ort wie vorher.
Das da noch ein Kind sein muss habe ich bei der weiteren Recherche zu
der Familie herausgefunden.
In den umliegenden Pfarreien bin ich jedoch nicht erfolgreich gewesen.

Nun habe ich über die Einträge der Kommunikanten herausgefunden, dass er
zuerst in schöner Regelmäßigkeit zur Kommunion ging, dann folgt ein
Bruch (der auch mit der Lücke bei den Geburten der Kinder
übereinstimmt). Nach ein paar Monaten erscheint er wieder gelegentlich
bei der Kommunion.
Das hat mich zu dem Gedanken gebracht, dass er nicht weit weg sein
konnte... Ich vermute mal, dass er ab und zu zur Familie zu Besuch war.
Dann einige Jahre später konnte ich tatsächlich über die Einträge der
Konfirmanten herausfinden, dass tatsächlich ein weiteres Kind
existierte. Denn da lebte er ja schon wieder am Ort. Nun hatte ich nicht
nur die Vermutung, sondern einen (kleinen) Beweis.
Ich habe daraufhin meine Suche in die übernächsten Pfarreien ausgedehnt.
Auch wieder jede einzelne reihum durchsucht.
Hier kommt eine Pfarrei in der nähe ins Spiel die vor gut 100 Jahren
abbrannte und dabei auch die Bücher verloren gingen.
Gefunden habe ich ihn zwar bis heute nicht, aber da ich öfter Fälle habe
in denen der ein und der selbe Taufpate jedes Jahr wo anders genannt
wurde wird es bei dem auch so gewesen sein. Als Tagelöhner war er
"mobil" eher zumindest als ein Bauer oder jemand der einen bestimmten
Beruf ausübte.
Ich könnte nun jede einzelne Taufe im Umkreis (oder zumindest vom
Hauptort) ansehen wo überall er als Taufpate aufscheint. Da steht ja
meist auch dabei von wo der kommt.
Das habe ich jedoch ob des Aufwands noch nicht gemacht.
Beweisen kann ich es natürlich nicht, aber wenn man 1 und 1
zusammenzählt wird er genau in dieser (abgebrannten) Pfarrei gewesen sein...

Da Ihrer ein Schmied war liegt es auf der Hand, dass er ebenfalls sehr
mobil war. Entsprechend werden Sie im Radius von 10 Kilometern sicher
weiteres finden.

Mein Beispiel taugt nur bedingt für Ihr Problem, aber zumindest kann es
als Anregung dienen.

Herzlich,
AS