Die Genealogische Gesellschaft Hamburg e.V. lädt ein zur Vortragsveranstaltung:
Donnerstag, den 21. März 2013, 18 Uhr
Ort: Lorichssaal im Staatsarchiv Hamburg, Kattunbleiche 19, 22041 Hamburg
Dr. Joachim Stüben, Hamburg
Zwischen Bürgerhaus und Klosterpforte.
Thema sind die familiären Beziehungen zwischen der Hansestadt Hamburg und einem zisterziensischen Frauenkonvent des Umlandes bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. Das Kloster Uetersen wurde um 1235 von der edelfreien Familie von Barmstede an ihrem lokalen Herrschaftszentrum auf einem Geestsporn am Rande der Haseldorfer Marsch gegründet. Die Barmstedes waren vor allem in Südwestholstein begütert und unterhielten enge Beziehungen zum Erzbischof von Bremen. Zu den regierenden Grafen von Schauenburg, den damaligen Hamburger Stadtherren, hatten sie ein anfangs freundliches, später sehr gespanntes Verhältnis, das zu offenen Konflikten führte.
Da das Hauskloster der Barmstedes – drei Generationen zwischen 1240 und 1285 fanden dort ihre letzte Ruhestätte – stadtnah zu Hamburg lag, lassen sich Hamburger Bürgertöchter als Nonnen schon ab Ende des 13. Jahrhunderts durchgängig bis zur Einführung der Reformation ca. 1555 nachweisen. Danach verschwinden die Hamburgerinnen aus Uetersen, weil das nunmehrige Damenstift dem schleswig-holsteinischen Adel vorbehalten wurde. Die Nonnen kamen aus dem mittleren und hohen Hamburger Bürgertum. Außerdem diente das Kloster mehrfach als Treffpunkt für politische Verhandlungen zwischen Hamburg, den Schauenburgern, dem Lübecker Bischof und dem dänischen König. Daher sind in den Quellen auch die Namen einiger Hamburger Ratsherren und Bürgermeister überliefert, die z.T. wiederholt nach Uetersen reisten.
Der personenkundliche Befund ergänzt somit die Forschungsergebnisse zu dem Kloster Harwestehude. Einige Namen kommen auch in jüngeren Quellen vor und sind heute noch in Hamburg verbreitet.
Der Eintritt ist frei, Gäste sind herzlich willkommen.