Otto Bergers Tätigkeit während des Krieges
- Familie zog von Burg bei Magdeburg nach Polen, um dem NS-Regime zu dienen
- Otto Berger arbeitete im Katasteramt von Wągrowiec (damals umbenannt in Eichenbrück)
- Er überprüfte polnische Flurbücher und nutzte seine Russischkenntnisse für die Arbeit
- War Offizier und Mitglied des NSKK (Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps), das an Deportationen beteiligt war
- 1943 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und soll am Russland-Feldzug teilgenommen haben
Der historische Kontext
- In Wągrowiec wurden während des Krieges ein Drittel der Bevölkerung, vor allem Juden, vertrieben und deportiert
- Ein Hochzeitsfoto von 1944 zeigt einen Mann in SS-Uniform, die Familie bestreitet jedoch, dass es sich um Otto Berger handelt
- Die Familie berichtete von Zügen mit Menschen, die nach Auschwitz gebracht wurden
- Das Heimatmuseum Wągrowiec konnte keine direkte Beteiligung Bergers an Vertreibungen bestätigen
Nach dem Krieg
- Otto Berger arbeitete kurzzeitig für die Sowjets, wurde dann aus der Roten Armee entlassen
- Er wurde von der Verwaltung in Burg wegen seiner NS-Vergangenheit abgewiesen
- Daraufhin verließ er seine Familie und ging nach Westdeutschland, ließ sich in Karlsruhe nieder
- Die Familie im Osten vermutete eine Tätigkeit für den Bundesnachrichtendienst, was der BND weder bestätigen noch ausschließen konnte
- Die deutsche Teilung zerteilte auch die Familie, was mit der NS-Vergangenheit des Großvaters zusammenhing
- Otto Berger starb 1980 in Karlsruhe ohne Kontakt zu seinen Kindern und Enkeln in der DDR
Die Autorin und ihre Recherche
- Andrea-Yvonne Müller ist die Enkelin von Otto Berger, Buchautorin und Übersetzerin aus dem Polnischen
- Sie begibt sich auf Spurensuche nach den Taten ihres Großvaters
- Ein Antrag auf personenbezogene Recherche beim Bundesarchiv-Militärarchiv läuft seit Februar
- Die Autorin vermutet, dass ihr Großvater in Polen und der Sowjetunion schwere Schuld auf sich geladen hat
- Die Frage nach seiner Schuld bleibt trotz intensiver Recherche weiterhin bestehen
Sources:
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