Zum geschichtlichen Hintergrund:

Hallo Liste,

da ich mich gegenwärtig mit diesem Thema auseinandersetze, und diesen Beitrag ohnehin bereits digitalisiert hatte, dachte ich, daß ich diesen weiter an die Liste leiten könnte.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Przybilla

Zum geschichtlichen Hintergrund:

In Frankfurt am Main fanden fünf Kaiser- bzw. Königswahlen - 1711, 1742, 1745, 1764 und 1790 und die anschließenden Krönungsfeierlichkeiten statt. Infolge der Wirren des Österreichischen Erbfolgekriegs wird Frankfurt von 1742 an unter dem Wittelsbacher Kaiser Karl VII. für drei Jahre zur Residenz- und faktischen Reichshauptstadt.

Der Österreichische Erbfolgekrieg (1740-1748)

Dieser größte europäische Konflikt nach dem spanischen Erbfolgekrieg wurde durch den Tod Kaiser Karls VI. am 20.10.1740 ausgelöst. Karl VI. hatte selbst keine männlichen Nachkommen und hatte deshalb bereits kurz nach seinem Machtantritt die sogenannte Pragmatische Sanktion (19.4.1713) erlassen. Diese sah vor, dass die habsburgische Krone an die Tochter Karls Maria Theresia und an deren Nachkommen vererbt werden sollte. Das Reich sollte nicht geteilt werden. Die meisten Großmächte erkannten die Pragmatische Sanktion in den folgenden Jahren an.

Beim Tode Karls VI. erhoben allerdings Karl Albert von Bayern (Nachkomme der ältesten Tochter Ferdinands I.), Philipp V. (Nachfolger der Habsburger auf dem spanischen Thron) und August III. von Sachsen (verheiratet mit der ältesten Tochter Josephs I.) Ansprüche auf die habsburgische Krone.

Der junge Preußenkönig Friedrich II. nutzte die Bedrängnis Österreichs und marschierte - mit sehr vage hergeleiteten Ansprüchen als Rechtfertigung - am 16.12.1740 in Schlesien ein. Sein Vater, Friedrich Wilhelm I. (der "Soldatenkönig"), hatte ihm eine kampfkräftige Armee und einen beachtlichen Staatschatz hinterlassen. Der junge Friedrich nutzte diese Mittel, um Preußen als fünfte Großmacht zu etablieren.

Der erste Schlesische Krieg 1740-1742

Die preußischen Truppen fielen in Schlesien ein, wurden jedoch im Frühling 1741 von ihren rückwärtigen Verbindungen getrennt, da die österreichische Armee geschickt manövriert hatte. Es kam zur Schlacht von Mollwitz am 10.4.1741. Friedrichs Armee schien zuerst den Österreichern unterlegen zu sein, so dass Friedrich bereits das Schlachtfeld verließ. Unter dem Befehl des Grafen v. Schwerin siegten die Preußen aber trotzdem. Schlesien war damit vorläufig in preußischer Hand .

Nach dem preußischen Sieg griffen die Bayern in den Krieg ein. Karl Albert sandte eine Armee nach Böhmen und erhielt bald Unterstützung von einem französischen Heer, das unter Marschall Broglie nach Süddeutschland unterwegs war. Schweden nutzte die latente Bündnisbildung unter den europäischen Mächten, um seine Kriegserklärung an Russland zu rechtfertigen, dass die Pragmatische Sanktion unterstützte. Auch Savoyen und Sachsen erklärten nun den Krieg, der nun auf Italien übergriff. Die Bayern nahmen im Juli Passau und vereinigten sich mit den Franzosen. Das franko-bayrische Heer zog nach Böhmen. Unterdessen hatte Maria Theresia - alarmiert von den Angriffen der Bayern und Franzosen - einen geheimen Sonderfrieden mit Preußen aushandeln lassen (Vertrag von Klein-Schnellendorf 9.10.1741). Trotzdem fiel Prag am 26.11. in die Hände der Bayern und Franzosen. Karl Albert wurde am 19.12. zum König von Böhmen gekrönt. Die Österreicher gingen nicht weiter gegen die Invasoren in Böhmen vor, sondern marschierten im Januar 1742 in Bayern ein. Die Armee unter Graf Khevenhüller nahm am 24.1.1742 München.

Am gleichen Tag wurde Karl Albert in Frankfurt als Karl VII. zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt. Die französisch-bayrische Armee zog nun aus Böhmen ab und marschierte gegen die Österreicher in Bayern.