Zimmermannsches Grabgewölbe

Als ich im letzten Jahr zufällig mir das Buch "Mecklenburg-Strelitz - Kunst
und Geschichtsdenkmäler " Band I. 3. (Georg Krüger, Neubrandenburg 1929) zu
Hand nahm
und in der Ortsgeschichte Wanzka las, fiel mir auf Seite 156 folgender Satz
zur Klosterkirche auf: "Anfang des 19. Jahrhunderts Zimmermannsches
Grabgewölbe eingebaut." Da ich nun selbst den Namen Zimmermann trage und mich
erinnerte das einer meiner Vorfahren aus Wanzka kam, wurde ich neugierig. Ich nahm
mir das Kirchenbuch von Wanzka vor und untersuchte es auf den Namen Zimmermann
bis 1810. Es gab neben einer Krügerfamilie Zimmermann, einem Nachtwächter
Zimmermann auch die Familie des Amtsrat Johann Jochen Zimmermann. Einer seiner
Söhne ist der Ahne, den ich schon in meinen Unterlagen hatte.
Zum Tod von Johann Jochen Zimmermann steht folgendes im Kirchenbuch: "Am 18.
Mai ist zu Wanzka der Herr Amtsrat Johann Jochen Zimmermann im 65. Jahr nach
mancherlei ausgestandener Krankheit, zufällig an kaltem Brand im Fuß
gestorben und in seinem Gewölbten Begräbnis zu Wanzka beigesetzt worden."
Wenn ich das nun richtig deute, ist "sein Gewölbtes Begräbnis zu Wanzka",
jenes Zimmermannsche Grabgewölbe, welches oben schon erwähnt ist. Dem zufolge
ist das Grabgewölbe nicht Anfang des 19.Jahrh. eingebaut worden, sondern schon
am Ende des 18.Jahrh. Wer außer ihm im Gewölbe beigesetzt wurde ist mir nicht
bekannt. Als ich am letzten Sonntag die Kirche besuchte, lagen im Gewölbe
mehrere Särge durcheinander. Der Zugang ist weitgehend zugemauert um
Vandalismus vorzubeugen. Was neu für mich ist, dass die Kirchenorgel (Sauerorgel) 1907
von einem Fräulein Wernine Zimmermann gestiftet wurde. War sie vielleicht
eine Nachkommin des Amtsrats aus einem anderen Zweig der Familie? Aber das ist
dann schon wieder eine neue Geschichte.
Gruß Jens Achim
bei Bremen, 14.05.2004