Zimerin

Hallo Michaela Heller,

zum Beruf Zimerin, gefunden im Familiennamenbuch, Hrsgr Horst Naumann: "Ziemer, ..., mhd. Ziemer: Krammetsvogel, für einen Vogelfänger o.ä."

Da ein Krammetsvogel, eine Wacholderdrossel, aber für menschliche Ohren keinen besonders schönen Gesang hat, wurde sie wohl kaum als Singvogel in Käfigen gehalten, sondern verspeist. Und das ging lt. Wikipedia so:

Früher wurden Wacholderdrosseln in Europa massenhaft gefangen und gegessen. Aus einem zeitgenössischem Kochbuch:/„Die Krammetsvögel werden gerupft, die Haut vom Kopf gezogen, gesengt, der Darm durch die Afteröffnung entfernt. Dann wäscht man die Vögel, sticht die Augen aus, schlägt die Krallen von den Füßen, biegt den Kopf über die Brust und steckt die Füße über Kreuz durch die Augenhöhlen. Die Vögel werden mit Salz und einigen gestoßenen Wacholderbeeren eingerieben. Hierauf macht man Butter in einer Pfanne hellbraun, etwa œ Eßlöffel für eine Drossel, und bratet die Vögel unter öffteren Umwenden etwa in einer halben Stunde gar. Zur Sauce gießt man etwas Wasser hinzu. Die Vögel werden nicht ausgenommen. Man kann die Krammetsvögel auf gerösteten Semmelnscheiben anrichten und Sauerkohl dazu geben.“/[2

Nun ist die Zimerin möglicherweise weder Vogelfängerin noch Vogelhändlerin, sondern ein Küchenhilfe in einem herrschaftlichen Haushalt, zur Zubereitung dieser Spezialität.

Mit freundlichen Grüßen,

Irene Papenfuhs

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