Zimerin

In einer eMail vom 09.09.2009 12:24:56 Westeuropäische Sommerzeit schreibt
Micha_Heller@web.de:

Weil ich es selbst nicht gut entziffern konnte ging ich erst davon aus das
deren Übersetzung stimmt.

Liebe Michaela:
Obwohl nun schon viel zur Zimerin geschrieben wurde, möchte ich meine
Gedanken dazu auch noch beisteuern.
Zwar fragtest Du nach der BERUFsbezeichnung Zimerin. Da beginnt aber schon
eine gewisse Unsicherheit. Du weißt, daß man damals, vor allem, wenn der
Rufname einer Frau nicht genau bekannt war, an ihren FAMILIENnamen einfach
die Endung -in anhängte. Das wird in manchen Gegenden heute noch so
gehandhabt. Du wärest also z.B. die Hellerin oder de Heller'n oder de Hellersche.
Die Zimmerin könnte also schlicht eine Frau mit Familienamen Zimmermann
gewesen sein.

Manchmal bezeichnete man aber eine Frau auch mit der Berufsbezeichnung
ihres Mannes. Die Müllerin konnte also die Frau des Mahlmüllers sein (der
vielleicht Meyer hieß). Die Zimmerin könnte also die Frau oder Witwe des
Zimmermanns im Dorf gewesen sein, die Schusterin die Frau des Schuhmachers usw.

In noch älteren Einwohnerlisten ging man noch weiter. Da war eine Jacob
Nitschin die Frau oder Witwe des Jacob Nitsche. Sie hieß natürlich nicht Jacob
mit Rufnamen, wohl aber ihr Mann.

Bei der Klärung solcher Fragen kann es also oft hilfreich sein, das
"Umfeld" genau anzusehen. Wie wurde es von einem Schreiber oder in einer Gegend
allgemein gehandhabt? Stand das Zimerin unter der Überschrift "Beruf"? Kam
der Name Zimmer auch schon in einer füheren Liste für das Dorf vor, waren
also die Zimmermanns eine länger ansässige Familie?
Vielleicht hilft es weiter?
Schöne Grüße
Gotthard