Moin,
Auf der Suche nach Betreffen zu meiner Heimatstadt St. Wendel fand ich im Neustadter Wochenblatt von 1842 die nächstfolgende Anzeige:
„Geschäfts=Eröffnung.
Der Unterzeichnete beehrt sich hiermit die ergebenste Anzeige zu machen, daß er sich da hier als Schneidermeister etabliert hat. Sein längerer Aufenthalt in Paris setzt ihn in den Stand, alle Arbeiten nach jeder Angabe und neuester Mode zu fertigen und indem er ein geehrtes Publikum gefälligst bittet, proben bei ihm anstellen zu wollen, versichert er reellste und billigste Bedienung und empfiehlt sich bestens.
Neustadt, den 17. Februar 1842.
Wilhelm Götz,
wohnhaft bei Herrn Seilermeister Jakob Klein in der Stadt St. Wendel.“
[Quelle: Neustadter Wochenblatt, Nr. 14, 18.02.1842]
Ich muß gestehen, die Anzeige gab mir einige Rätsel auf: warum eröffnet der Herr Götz eine Schneiderei in der Stadt Neustadt, wohnt aber bei jemand in der Stadt St. Wendel? Den Namen „Götz“ finde ich in St. Wendel nicht, und einen Seilermeister Jakob Klein gab es sie auch nicht: jede Menge Seiler und etliche Jakob Klein, aber keinen Seilermeister Jakob Klein.
In den Notariatsakten St. Wendel fand ich aber eine Inventur vom 16.06.1824, bestellt von Catharina Beilstein, Witwe von Wendel Packe. Bei deren Schulden findet sich diese Position:
„An Seiler Klein in der Neustatt Rest für Wein 5 Gulden“
Ei verflixt, da habe ich einen Seiler namens Klein, aber der wohnt nicht in St. Wendel, sondern in Neustadt.
Und dann fiel mir eine andere Anzeige ein, die ich letzte Woche gesehen habe im Neustadter Wochenblatt, 06.01.1843:
Am 19. Januar 1843 mittags um 2 lässt besagter Jakob Klein, Seiler und Wirt in Neustadt, in seinem Haus Güter versteigern. Dieses Haus ist ein Wirtshaus, und es trägt den Namen „Zur Stadt St. Wendel“ in Neustadt.
Kann mir jemand etwas über dieses Wirtshaus berichten?
Vielen Dank.
Mit freundlichen Grüßen
Roland Geiger




