Wie Kooperation von Geschwistern die Evolution des Familienlebens vorantreibt

Eine Studie der Universität Bayreuth hat herausgefunden, dass Geschwisterlichkeit für den Nachwuchs von Totengräber-Käfern von Vorteil ist, unabhängig davon, ob die Eltern an der Brutpflege beteiligt sind oder nicht. Diese Erkenntnis stellt das vorherrschende Paradigma in Frage, wonach die Konkurrenz zwischen Geschwistern um elterliche Ressourcen überwiegt und somit für den einzelnen Nachkommen nachteilig ist.

Ergebnisse der Studie

Die Studie nutzte die Brutpflege des Schwarzhörnigen Totengräbers (Nicrophorus vespilloides) als Modellorganismus, um die Rolle der Isolation von Familienmitgliedern zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigen, dass Larven sowohl in An- als auch in Abwesenheit der Eltern von der Anwesenheit von Geschwistern profitieren. Dies widerspricht der bisherigen Annahme, dass Geschwister in Anwesenheit der Eltern um Aufmerksamkeit und Ressourcen konkurrieren.

Ursachen für den Nutzen von Geschwistern

Die Forschenden vermuten, dass ein gemeinsames Bettelverhalten der Larven den Aufwand pro Larve reduziert, während es gleichzeitig die Investition der Elterntiere in die Brut insgesamt erhöht.

Projekt und Publikation

Die Studie wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Projekts „The effect of social isolation on offspring performance: an evolutionary, ecological and molecular perspective“ gefördert und läuft von 2023 bis 2026. Die Originalpublikation von Paul Huber, Stefanie Bartl, Jan Schneider und Sandra Steiger trägt den Titel „Better Together: Offspring Benefit from Siblings in Both the Absence and the Presence of Parents“ und ist im Fachjournal The American Naturalist (2025) erschienen.

Sources:

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