Westpr. Landregister 1772/73 u. Internet

Hallo Marcus (Superschmidt),

leider komme ich erst heute dazu, auf Deine Mail vom 2. März zu antworten,
mit der Du auf mein Gemeckere (Schlagworte: oberflächlicher Murks und
Konsumverhalten) vom 2. März eingestiegen bist. Widersprechen möchte ich
Deiner Annahme, dass wir alle uns wohl einig sind, dass es schwierig genug
ist, Informationen zu OWP zu erhalten. Meiner Erfahrung nach gibt es Material
und Informationen zu OWP und der zugehörigen Genealogie "ohne Ende", mehr als
man als Hobby-Genealoge in einem Leben verarbeiten kann.
Nach etwas Nachdenken über unseren Schriftwechsel bin ich zu der Erkenntnis
gelangt, dass nun mal entsprechend der Unterschiedlichkeit der Menschen auch
bei den Listenmitgliedern die unterschiedlichsten Anforderungen (z.B.
Anfänger - alte Hasen) an die jeweils eigene Familien"forschung" gestellt
werden. Ich will es damit auch gut sein lassen, da ich wie Du denke, dass
eine weitere Diskussion in dieser Liste zu nichts führen würde.

Nun noch einige Infos zu dem Aufhänger, dem Westpr. Landregister 1772/73:
In Deiner Mail vom 21.2. schreibst Du von einem "westpreußischen Landregister
1772", das "nach der letzten polnischen Teilung" vom preußischen König in
Auftrag gegeben wurde. - (Anm.: die erste poln. Teilung war 1773, die zweite
1793 und die dritte 1795). Darüber hinaus gibt es Deiner Meinung nach
zusätzlich das "Kontributionskataster Westpreußen" mit Daten aus ca. 1750,
von dem Du annimmst, das Original lagere in Bromberg und von dem
Schreibmaschinenabschriften "aus der Zeit der Jahrhundertwende 1800/1900" in
Thorn und Deutschland lagern sollen. Dieses Kontributionskataster aus 1750
ist mir unbekannt. Aus welchem Grunde sollte es zu diesem Zeitpunkt erstellt
worden sein?

Meiner Kenntnis nach liegt eine ca. im Zeitraum 1776-79 für das
Generaldirektorium in Berlin gefertigte Reinschrift des von einer
Klassifikationskommision erstellten Westpreußischen Kontibutionskatasters von
1772/73 (alias West Prussian Land Register), also dieser für die
Bevölkerungsgeschichte Westpreußens im 18. Jahrhundert so bedeutsamen Quelle
unter der Gruppensignatur: - II. HA Generaldirektorium, Abt. Westpreußen und
Netzedistrikt, Materien Tit. XCIII - im GStAPK in Berlin (eine Fahrt nach
Polen wäre deswegen also wirklich nicht sinnvoll), sowie eine Ende der 1930er
und Anfang der 1940er Jahre gefertigte Schreibmaschinenabschrift mit vielen
Lese-/Übertragungsfehlern in Marburg, die auch im Internet veröffentlicht ist
(den Link mit dem Katster kann ich raussuchen, falls Interesse besteht).

Nachzulesen unter dem Link:
http://www.uni-marburg.de/herder-institut/sammlungen/dokumente/wprkk.html
sowie in den Einleitungen der Auszüge aus den Preußischen Landesaufnahmen von
1772/73 sowie 1793 veröffentlichenden Sonderschriften Nr. 57/1+2 (Danziger
Territorium) und 83/1+2 (Elbinger Territorium) des VFFOW.

Wolfgang