Familienforschung betreibe ich schon seit fast 20 Jahren, in dieser Runde befinde ich mich allerdings zum ersten Mal. Grund dafuer ist die Heirat meines Sohnes mit einer deutschstaemmigen Polin mit dem Namen Kusch, deren Vorfahren aus Robity (Preußisch Holland) stammen. Bekannt ist ein Carl Friedrich Kusch, geboren 1858 in Robitten bzw. Robity, wohl Landwirt gewesen!
Bekannt sind 5 Kinder, die etwa zwischen 1888 und 1900 in Koppeln bzw. Warnikam geboren wurden, und die es durch die beiden Weltkriege nach u. a. nach Rendsburg (Schleswig-Holstein) und Umgebung verschlagen hat (die Familie meiner Schwiegertochter).
Es gibt nun eine handgezeichnete Familientafel mit einem Wappen, ueber das in der Familie, soweit ich bisher in Erfahrung bringen konnte, nichts weiter bekannt ist. Nachfragen bei Ostpreußenforschern in meinem Bekanntenkreis brachten mehr Fragen als Antworten.
Wem ist dieses Wappen oder ein aehnliches schon einmal ´ueber den Weg gelaufen´ oder kann
weiterfuehrende Hinweise geben? Gibt es weitere Kusch-Forscher, die sich mit den in Preußisch-Holland lebenden Familien beschaeftigen?
Mit freundlichen Grueßen von der deutsch-daenischen Grenze
besten Dank fuer Ihren Hinweis, ich habe den entsprechenden Band des Siebmacher sehr schnell finden koenenn und weiß nun etwas mehr ueber die Menschen, die dieses Wappen fuehrten.
Wie es nach Masuren gelangt ist, laeßt sich vielleicht auch noch recherchieren.
MfG Peter
das Kusch Wappen scheint es tatsächlich zu geben!
Schaue bitte mal bei Siebmacher Tafel 50, WBL 57, Bgl. 5
Dort gibt es dieses Wappen Kusch, Halbmond mit 5 Sternen.
Hallo in die Runde, Familienforschung betreibe ich schon seit fast 20 Jahren, in dieser Runde befinde ich mich allerdings zum ersten Mal. Grund dafuer ist die Heirat meines Sohnes mit einer deutschstaemmigen Polin mit dem Namen Kusch, deren Vorfahren aus Robity (Preußisch Holland) stammen. Bekannt …
Dieses „Wappen“ entstammt mit hoher Wahrscheinlichkeit einem Buch des Verlages Halbert’s Family Heritage in Bath, Ohio um 1995 „Das [Name] Familien-Weltbuch“ mit vielen allgemeinen Informationen und der Seite „Das [Name] Wappen“, angeblich aus RIETSTAP AMORIAL GENERAL. Letztere Seite ist wohl frei erfunden ;-(
Die Bücher sind reine Geldmacherei.
Mit Gruss aus der Schweiz
Heinz (Radde)
mit der Masche und was wirklich hinter dem „Halbert Familienweltbuch“ steckt hast du natürlich vollkommen Recht, doch gibt es dieses Kusch Wappen bereits schon viel länger im „seriösen“ Siebmacher" auf der Tafel 50, WBL 57, Bgl. 5
Hallo Walter
Ich stimme dir voll zu: Im Siebmacher von 1895 zu 2000 bürgerlichen Wappen ist tatsächlich eine Lübecker Familie des 17.Jhd. erwähnt und das Wappen übereinstimmend beschrieben als „ein s. Halbmond begleitet von 6 Sternen“.
Vielleicht kann man den Halbert-Verlag doch nicht rundum verdammen…. (Die Darstellung von Dekors lässt auf ihn schliessen und sein allgemeiner Ruf lässt sich ja leicht nachlesen.)
Ich habe nochmal etwas sinniert über das Kusche-Wappen und will das mitteilen:
Im „Grosses Wappen-Bilder-Lexikon der bürgerlichen Geschlechter Deutschlands, Österreichs und der Schweiz“ von Ottfried Neubecker im Bechtermünz Verlag 1997 wird das Kusch-Wappen (mit 6 Sternen) auch gezeigt und im Register mit den Siebmacher-Daten erwähnt.
Die Abbildung zeigt aber nicht Helm, Helmzier usw., sondern nur das Schild. Bekannt ist ja, dass Halbert grundsätzlich Helmzier usw. hinzufügt, was (auch) hier möglicherweise falsch ist.
Interessant sind noch Hinweise zur Namensherkunft: Sowohl Bahlow als auch der Duden Familiennamen heben stark ab auf mögliche slawische Wurzeln für Kusch (Kusche, Kuscha, Kuschel, Kuschke, Kuschnik…), u.a. kusz = altpolnisch Becher.
Vielleicht muss man eher herausfinden, wie der Name aus den Masuren herausgelangt ist ?
besten Dank fuer Ihren Hinweis, ich habe den entsprechenden Band des Siebmacher sehr schnell finden koenenn und weiß nun etwas mehr ueber die Menschen, die dieses Wappen fuehrten.
Wie es nach Masuren gelangt ist, laeßt sich vielleicht auch noch recherchieren.
MfG Peter
das Kusch Wappen scheint es tatsächlich zu geben!
Schaue bitte mal bei Siebmacher Tafel 50, WBL 57, Bgl. 5
Dort gibt es dieses Wappen Kusch, Halbmond mit 5 Sternen.
Walter und Heinz, besten Dank erst einmal fuer Eure Hinweise und Gedanken zu meiner Suchanfrage betr. des Kusch - Wappens.
Was mache ich jetzt daraus? Das Wappenschild aus dem Siebmacher ist ja scheinbar vom Halbert - Verlag ´aufgehuebscht´ worden. Wenn man das Wappenschild tatsaechlich nur in der Veroeffentlichung des Halbert - Verlags
gefunden haette, wuerde man u. U. annehmen koennen, dass es von der Familie Kusch als Familienwappen´adoptiert´ worden ist. Durch die Aufnahme des Schildes im wesentlich aelteren Siebmacher bekommt das Ganze
doch mehr Serioesitaet und macht Hoffnung, dass sich fuer die in Luebeck genannte Familie Kusch in den Archiven etwas ueber ihre Herkunft (evtl. aus Masuren) findet.
Die Namensdeutung (Kusch: altpolnisch = Becher) und die Frage von Heinz: " Vielleicht muss man eher herausfinden, wie der Name aus den Masuren herausgelangt ist ?" - gibt Raum fuer mancherlei Spekulation.
Kann man bzw. ich Hoffnung haben, dass sich angesichts der duennen Datenlage und der großen zeitlichen Entfernung ueberhaupt Nennenswertes finden laeßt?
In verschiedenen Baenden des Deutschen Familienarchivs sind diverse Kuschs genannt, auch die Luebecker Kuschs, daneben auch Kuschs aus Schlesien, die sich wie die Luebecker bis 1550/ 1600 nachweisen lassen; darunter
auch einen Advokaten aus dem eiderstedtischen Garding (um 1750).
Also ´Ende der Fahnenstange´? Ueber weitere Anregungen und Ideen wuerde ich mich freuen.
Ich würde mich - ehrlich gesagt - nicht zu sehr an dem Wappen festkrallen. Ein Wappen kann ein interessanter Forschungsansatz sein, muss aber nicht.
Im Grunde gibt es drei wesentliche Möglichkeiten:
Die Kusch aus Lübeck und die Kusch aus Preußisch-Holland sind tatsächlich verwandt. Der Nachweis wird sich ohne genealogische Kärrnerarbeit wohl nicht führen lassen.
Man könnte auch einen Negativnachweis versuchen, indem man der Frage nachgeht, ob die Kusch aus Lübeck im Mannesstamm ausgestorben sind. - Dann könnte es keine Verbindung zwischen den Kusch aus Lübeck und den Kusch aus Preußisch-Holland geben.
Usurpation des Wappens: Ein Kusch-Vorfahre aus Preußisch-Holland hat sich das Wappen der Kusch aus Lübeck unberechtigt angeeignet. Und ist das Wappen einmal usurpiert, wird es an die nächste Generation weitergegeben.
Viele Varianten sind da denkbar. Eine der freundlicheren Varianten wäre, dass der Vorfahre das Wappen irgendwo (muss ja nicht zwingend im Siebmacher gewesen sein) gesehen hat und aus Unwissen von Namensgleichheit auf Wappengleichheit geschlossen hat.
Wappenschwindel: Ein Kusch-Vorfahre aus Preußisch-Holland hat sich von einem Wappenschwindler das Wappen andrehen lassen. Der Siebmacher ist ohne Zweifel seriös und gerade deshalb eines der wichtigsten Referenzwerke für Wappenschwindler.
In zahlreichen deutschen Wohnzimmern habe ich schon eingerahmte, häufig auf uralt getrimmte Abstammungsbestätigungen mit Wappen, „Wappenbriefe“ usw. gesehen, bei denen es sich bei näherer Betrachtung meist um Machwerke aus dem ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhundert handelte. (Keine Frage, Wappenschwindel gab es auch davor und danach.) Ich kenne auch Leute, die haben sich jahrzehntelang „ihr“ vermeintliches Familienwappen auf Briefbögen, Exlibris etc. gedruckt.
Ich würde mal versuchen, die erwähnte „handgezeichnete Familientafel“ näher zu datieren. Anhand der aufgeführten Personen und Daten sollte sich der Entstehungszeitraum eingrenzen lassen. Das chronologisch letzte erwähnte Datum wäre schon mal der terminus post quem. Einen terminus ante quem sollte man auch ausknobeln können.
Enthält die „handgezeichnete Familientafel“ weitere Wappen?
Ja, ich befürchte ohne weitere Informationen zu den speziellen Kusch in den Masuren ist das tatsächlich „das Ende der Fahnenstange“.
Z.B. alleine in der Global-Index-Datenbank (mit Schwerpunkt östliches Hinterpommern) werden 5779 Kusch-Eintragungen angegeben. In GreifX sind es auch Tausende L (Natürlich betreffen jeweils mehrere Eintragungen nur eine Person.) Trotzdem wäre es wohl mehr als die Nadel im Heuhaufen, beträfen die bekannten Wappen-Abbildungen genau die gesuchte Familie.
Herzliche Grüsse
Heinz (Radde)
mir ist durchaus bewusst, dass ein Wappen durchaus ueber alle moeglichen Wege in eine Familie kommen kann, und laengst nicht immer ´legal´. Das Kusch-Wappen, dessen moegliche Herkunft bzw. Verwendung und anhaengende Familien,
habe ich in der Ost-Preussen-Liste soweit erklaert bekommen, dass ich persoenlich erst einmal damit zufrieden sein kann. Ernst Kusch aus Rendsburg, der diese Familientafel erstellte, ist leider im Februar diesen Jahres verstorben. Seine Forschungsunterlagen
lassen sich vielleicht noch aufspueren, er hat 2 Toechter, eine davon pensionierte Pfarrerin.
Bei allen Beteiligten moechte ich mich fuer ihre Mithilfe und Denkanstoesse bedanken, es hat mir Freude bereitet.
Freundliche Gruesse aus dem ´echten Norden´
Peter
PS: Die erste in der Familientafel erwaehnte Person ist 1858 in Robitten (Preußisch Holland) geboren, weitere Wappen als das gezeigte sind nicht vorhanden.
An Deiner Stelle würde ich die Frage nach dem Zusammenhang zwischen den Kusch aus Preußisch-Holland und den Kusch aus Lübeck mit aussagekräftigem Betreff unter Verweis auf diesen Thread nochmal in einer Liste posten, die Lübeck abdeckt. Ich glaube, famnord wäre einschlägig.
Wenn dort jemand nach Kusch insbesondere mit Bezug zu Lübeck forscht, kann er oder sie Dir möglicherweise sagen,
ob Kusch bekannt sind, die von Lübeck aus (ostwärts) abgewandert sind, oder
ob die Kusch, zu denen das Wappen gehört, im Mannesstamm ausgestorben sind.