Hallo Marleen,
<< Wer forscht wie ich in der Gegend um Karsdorf, Wetzendorf, Gleina um südlichen Zipfelchen von Sachsen-Anhalt? >>
daß ich in dieser Region forsche, ist Dir ja seit Jahren bekannt, vielleicht sollten dies aber auch unsere Forscherfreunde hier (mal
wieder) erfahren. Das damalige Echo auf Deine Rundfrage war ja - zumindest über die S-A-Liste selbst - gewaltig (hm, zu ergänzen:
still) - falls sich die vielen Forscher nicht alle direkt bei Dir gemeldet hatten ...
@ alle: Gibt es denn hier in der Liste außer Marleen und mir sonst niemanden, der dort Ahnenforschung betreibt?
Also dann hier mal eine Übersicht, was ich aus der Gegend habe:
Meine FRITSCHE stammen aus Kalzendorf; mein Spitzenahn Hans FRITSCHE wurde ca. 1580 in Kalzendorf geboren. Das älteste KB von
Kalzendorf begann jedoch erst einige Jahre später. Seine Eltern sind deshalb namentlich nicht bekannt. Es ist daher auch nicht
bekannt, ob die Familie FRITSCHE in den Jahrzehnten zuvor auch aus Kalzendorf oder anderswoher stammte.
Bereits 1611 lebte Hans in Steigra, denn in diesem Jahr heiratete er und der Kirchenbucheintrag in Beuchlitz-Holleben belegt das:
KB Beuchlitz-Holleben, Trauregister 1611:
"11 October Hans Fritzschen von Steigra und Anna, Georgen Limmen ehel. Tochter".
In Steigra gab es dann ab 1655 vier Geschwister- sowie drei Halbgeschwisterlinien, die bis auf eine leider noch nicht erforscht
werden konnten (mein "Cousin um zig Ecken" Burkhart FRITZSCHE aus Belleben lebt heute in Augsburg).
Meine Linie zog 1712 hinunter nach Reinsdorf/Unstrut, der ältere Sohn heiratete von Reinsdorf 1732 nach (Teutschenthal-)Eisdorf. Von
Eisdorf aus breitete sich die Familie in den folgenden 170 Jahren im Raum Eisleben - Halle - Delitzsch in mehreren Ortschaften aus,
so nach (Gröbers-)Bennewitz, (Gröbers-)Osmünde, (Wiedemar-)Wiesenena, (Beesenstedt-)Schwittersdorf, (Zappendorf-)Köllme, Dornstedt,
(Wünsch-)Niederwünsch, Halle/Saale und Holleben. Mein Vater wurde 1908 in Holleben bei Halle geboren.
Aus Reinsdorf heiratete der jüngere Sohn, Gerichtsschöppe in Reinsdorf, 1739 nach (Naumburg-)Eulau und gründete dort eine
FRITSCHE-Linie. Er wurde noch 1760, also 21 Jahre nach seinem Wegzug aus Reinsdorf, in Eulau als "Gerichtsschöppe in Reinsdorf"
bezeichnet - wie war das möglich? Doch wohl nur durch noch immer vorhandenen, eigenen Grundbesitz in Reinsdorf, oder?
Merkwürdig nur, daß keiner der beiden Söhne das väterliche Gut in Reinsdorf übernahm, sondern sie 1732 bzw. 1739 wegzogen, das Gut
jedoch nach dem Tod ihres Vaters (1750) im Jahre 1751 als an RÜHLMANN verpachtet erwähnt wurde ... Was kann der Grund für diese
Vorgänge gewesen sein?
Seit dem 17./18. Jh. bin ich im Raum Steigra z.B. verwandt mit den Familien BROSE, CRIPPNER / KRIPPNER, DREBEL / TRÖBEL, GEBLER,
GESSNER, HAUCK(E), KELLNER, LEUTER, MEISSNER, OTTO, REITKNECHT, RÜHLMANN / RIEHLMANN, SCHÖNER, SCHRÖTTER, SOLLE, STEPHAN, TAURIGK,
TRILLE.
Aus Liederstedt habe ich 1736 Samuel TRAUTMANN als Paten bei meinen FRITSCHE-Neubürgern in Eisdorf, also wohl ein guter Freund der
Reinsdorfer Familie, wenn nicht sogar ein Verwandter.
In Reinsdorf lebten ausweislich der KB noch bis Ende des 19. Jh. FRITZSCHE, nach einer Information eines älteren Einwohners aus
Reinsdorf soll dort sogar bis 1945 eine Familie FRITZSCHE gelebt haben, zog dann aber weg, niemand wußte aber, wohin ...
In Steigra leben heute noch zwei FRITZSCHE, möglicherweise mit uns verwandt, dies wurde aber noch nicht erforscht.
Für Kommentare zu angesprochenen Punkten und für sämtliche weiterführenden Hinweise, auch kleine, meinen herzlichen Dank im voraus!
Viele Grüße, und allen hier noch ein gutes, gesundes und erfolgreiches Neues Jahr!
Jürgen