WEIHNACHTEN in Norddeutschland und JULENISSER

sg. en nisse, pl. nisser
Der Nisse hat mit dem Weihnachtsmann nichts zu tun, er ist viel älter und lebt sein eigenes Leben. Der Weihnachtsmann bringt Geschenke, der Nisse sorgt für Ordnung - oder schafft Unordnung.
Er ist klein, aber kein Zwerg: der Zwerg ist kleiner als andere seiner Gattung, der Nisse ist so wie er immer war.
Er ist für denjeningen, der die Spielregeln nicht einhält, frech, aber für ordentliche Menschen unentbehrlich.
Mit ihm sollte man keinen Streit haben: er ist ein Trickster: destruktiv und hifsbereit, je nach Laune, kann übrigens fürchtbar rasen, wenn ihm etwas nicht passt.
Man sollte ihm zu Weihnachten unter keinen Umständen Haferbrei vorsetzen, sondern warmen Milchreis, gerne mit Sahne drin, mit einem grossen Klumpen Butter in der Mitte. Und bitte dorthin, wo er sich aufhält: auf den Dachboden, Heuboden, in die Scheune, dorthin, wo nachts niemand stören würde.

Sollte man das vergessen, wird im kommenden Jahr vieles in Küche und Wirtschaft schief laufen. Die Butter will nicht buttern, Sachen sind nicht auffindbar, die Katze leckte die Sahne in sich usw.

Wenn man auch noch am Heiligabend die Ackergeräte auf dem Acker lässt, ist der Nisse los - das Zeug funktioniert künftig nicht oder man findet einzelne Teile nicht mehr; wie im Haushalt, wo man heute noch sagt, wenn etwas unauffindbar ist: det har nissen taget - das hat der Nisse geholt.

Hans Christian Andersen hat ein Märchen über den Nisse geschrieben: Nissen og Madamen 1867: siehe
Sämtliche Märchen und Geschichten, I-II. Mit Illustrationen von Vilhelm Pedersen und Lorenz Frölich. Gustav Kiepenheuer Verlag, Leipzig / Weimar 1982. 591; 624 pp. übersetzt von Gisela Perlet

mvG

Inger
Dänemark

Inger Buchard schrieb:

wie im Haushalt, wo man heute noch sagt, wenn etwas unauffindbar ist: det har nissen taget - das hat der Nisse geholt.

Aha, DER ist es also, der immer die zweiten Socken aus der Waschmaschine klaut! Und wir hatten schon den Krauzibauli in Verdacht... :wink: