"Dieter" <hans-dieter-engewald@t-online.de> schrieb:
Hallo in die Runde,
Hatte die Frage schon in einer vorhergehenden Mail gestellt.
Dabei die allerdings nicht im Betreff angegeben. Ein Fehler.
Zu der Frage folgende Erklärung:
Mein Spitzenahn wird bei den Geburten seiner Kinder zunächst als Hofmann,
später als Pachthofmann bezeichnet.
Ich nahm eigentlich an, das wäre einer, der auf einem Bauernhof
arbeitet, sich dort
verdingt hatte.
Anläßlich eines Besuches bei den Mormonen sagte ein Mitforscher dazu,
das sei
eine Art Leiter / Verwalter eines Hofes oder Vorwerks.
Kann mir nun jemand sagen, was zu der Zeit in Ostpreußen nach 1850
darunter verstanden wurde?
Hallo Dieter Engewald,
hier noch eine etwas ausführlichere Erklärung aus der Sonderschrift unseres Vereins für Familienforschung in Ost- und Westpreußen e.V. Nr. 18 >Was waren unsere Vorfahren< Königsberg 1938:
HOFMANN: Gutsangestellter, der auf einem Vorwerk die Aufsicht führt, namentlich das Scharwerksvolk anstellte, auch für die sittliche Haltung des Gesindes verantwortlich ist. Ihm und seinem Weibe (Hofmutter) obliegt in der Regel die Ausspeisung der unverheirateten Dienstleute, wozu ihm der Gutsherr ein besonderes Deputat verabfolgt. Man nennt ihn auch Lohnhofmann zur Unterscheidung vom Pachthofmann.
PACHTHOFMANN: Unternehmer, der die Nutzung der Melkkühe in einem landwirtschaftlichen Großbetrieb (Domäne oder Rittergut) auf gewisse Jahre gepachtet hat. Je nach der Gegend und dem Zustand des Pachtkuhstammes entrichtet er für die Kuh 4 bis 9 Rtl. Milchpacht und liefert einiges an Butter und Käse in die herrschaftliche Küche.
Viele Grüße
Heinz (Muhsal)
Hallo Heinz,
der Vollst�ndigkeit halber: Ich habe hier auch noch einen
HOFFMUTTERSMANN: P�chter einer Milchwirtschaft, Milchviehz�chter
Viele Gr��e
Wolf
Heinz Muhsal schrieb:
Sollte Wolfs Finger hier nicht zu lange auf dem F geruht haben (was mir
manchmal auch passiert), w�re HOFFMUTTERSMANN ein gutes Beispiel f�r einen
teilweise dialekt-beeinflussten Ausdruck. Dieser Einfluss spielt bisweilen
auch bei der unterschiedlichen Schreibweise von Familiennamen eine Rolle.
Gru�
Rolf-Peter
Heinz Muhsal schrieb:
hier noch eine etwas ausf�hrlichere Erkl�rung aus der Sonderschrift unseres Vereins f�r Familienforschung in Ost- und Westpreu�en e.V. Nr. 18 >Was waren unsere Vorfahren< K�nigsberg 1938:
HOFMANN: Gutsangestellter, der auf einem Vorwerk die Aufsicht f�hrt, namentlich das Scharwerksvolk anstellte, auch f�r die sittliche Haltung des Gesindes verantwortlich ist. Ihm und seinem Weibe (Hofmutter) obliegt in der Regel die Ausspeisung der unverheirateten Dienstleute, wozu ihm der Gutsherr ein besonderes Deputat verabfolgt. Man nennt ihn auch Lohnhofmann zur Unterscheidung vom Pachthofmann.
PACHTHOFMANN: Unternehmer, der die Nutzung der Melkk�he in einem landwirtschaftlichen Gro�betrieb (Dom�ne oder Rittergut) auf gewisse Jahre gepachtet hat. Je nach der Gegend und dem Zustand des Pachtkuhstammes entrichtet er f�r die Kuh 4 bis 9 Rtl. Milchpacht und liefert einiges an Butter und K�se in die herrschaftliche K�che.
Viele Gr��e
Heinz (Muhsal)_______________________________________
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Hallo Heinz, Rolf-Peter und Wolf,
danke f�r die zus�tzlichen Informationen. Nun wird manches verst�ndlicher und ich denke viele in der Liste haben einen Gewinn davon.
Gru� Dieter