Was ist ein Großherzogliche Evasistorium

Guten Tag, Peter!

Vorzeigige Heiraten, d. h. ohne die vorgeschriebe Zeit des Aufgebots,
bedurften damals einer staatlichen Sondergenehmigung. Im landesherrlichen
Kirchenregime der ev.-luth. Landeskirche Meckl. (die Großherzöge waren
zugleich oberste Kirchenherren) waren die Konsitorien in Schwerin und

Weißt Du, ob die Gesuche und Genehmigungen zugänglich sind? Ich habe bei meinen Vorfahren auch solche, die eine Genehmigung brauchten. Anlass dazu waren der Tod der ersten Frau und bei einem Vorfahren ein Altersunterschied von 50 Jahren!!!

Grüße aus Bielefeld

Klaus (Stahl)

Hallo Klaus,

Wei�t Du, ob die Gesuche und Genehmigungen zug�nglich sind? Ich habe bei meinen Vorfahren auch solche, die eine Genehmigung brauchten. Anlass dazu waren der Tod der ersten Frau und bei einem Vorfahren ein Altersunterschied von 50 Jahren!!!

Hier ist zwei Abschriften, die ich von meiner Familie habe.
Da die Familie SELMER beim Gro�herzog angestellt waren.
Waren diese Genehmigung in den Familiepapieren enthalten.
Jemand hatte mir diese Unterlagen von miener Familiie von Schwerin besorgt.

In einem Brief an den Superintendent MASCH, f�r die F�rbitte in den heiligen Ehestand zutreten habe ich diese Angaben von meinem Ur-UR-UR-Gro�vater
Ernst August SELMER.
Seine Hochw�rden den Superintendent MASCH bitte ganzgehorsamst um �ffentliche Proclamation und F�rbitte in den heiligen Ehestand zutreten
2 Personen, als der herzogliche Hoftrompeter Ernst August SELMER , hierselbst, ehelicher 3ter Sohn des bereits verstorbenen und gewesener Eigent�mer SELMER zu Riestedt in Sachsen, mit seiner Braut Jungfrau
Johanna Hedwig Wilhelmine SCHROEDER eheliche 3ten Tochter des herzoglichen Cammerschreiber SCHROEDER SEN, hierselbst.
Serenissirnus regnans haben nicht nur diese ... gn�digst genehmigt, sondern ist auf dieselbe, an des Br�utigams verstorbenen Vater statt, von de�en �ltester Bruder hierselbst, als auch von mir des Braut Vaters bewilligt, und zum Zeugnis,

de�en von beiden dieses eigenh�ndigt unerschrieben worden.
Neustrelitz den, 5. Febbruar 1784

Auch Theodor SELMER schrieb an den Superintent Dr. Glaser f�r die Genehmigung der Hochzeit mit Friedericke Wilhelmine WINTERBERG.
Abschrift der F�hrbitte :

Demnach wir Landesherrlich dispensiret haben, dass der Mundschenk SELMER
mit der Tochter des Hofmusicus WINTERBERG an einem Sonntag ein f�r allemal aufgeboten, und so dann nach geendigter Adventszeit copuliret werde
k�nne; so wird auch solches zur Nachricht und Nachachtung andurch in Gnaden unverhalten, womit, Datum Neustreliz den 24. Dcbr 1816
Theodor Ludwig Wilhelm SELMER und Friedericke Wilhemine WINTERBERG heirateten am 10 Januar 1817 in Neustrelitz

Katharina Hines

Hallo Klaus,

habe (noch) keinerlei weitere Erfahrungen mit dieser Quellengruppe.
Vorstellbar ist aber, da� das Prozedere in der Kirchenbeh�rde zur
Aktenbildung f�hrte. Die (�lteren ?) Akten des Neustrelitzer Konsistoriums
wurden nach Wiedervereinigung der beiden Landeskirchen in der Vorkriegszeit
nach Schwerin �berf�hrt und d�rften heute im Landeskirchlichen Archiv
(Schwerin) verwahrt sein. �ber den Erschlie�ungszustand hie� es vor etlichen
Jahren, sie l�ngen noch in der B�ndelung aus den 1930ern. Den aktuellen
Zustand kenne ich nicht.

Falls Du in dieser Sache etwas erreichst, la� uns das bitte alle wissen!!!
Interessant w�re auch, auf welche kirchliche Dienstanweisung /
Kirchenordnung sich diese Modalit�t st�tzt.

�brigens: K�ster Joachim TRUMPF aus Ivenack (u.a. der Erbauer der ersten
nachweisbaren Sternwarte in Meckl.) heiratete 1761 in zweiter Ehe eine
22-j�hrige. Er selbst war bei der Eheschlie�ung 74 J. alt, was den damaligen
Pastor zu einer besonderen Hervorhebung im KirchenB verla�te.

Sch�ne Gr��e aus Mecklenburg
Peter Starsy